Dienstag, 22. Mai 2012

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Mario Kart Wii

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Plattform:  USK 0Wii
Mario Kart Wii
Genre: Spassrenner, Rennspiel
USK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Herausgeber: Nintendo
erschienen für: Wii
getestet auf: Wii
Ausgezeichnet mit der Spielspass Granate Schulnote: 1

Pädagogische Wertung:

Freigegeben ohne Altersbeschränkung

Mario macht Kinder froh! Nicht nur die Großen, auch die Kleinen kommen auf ihre Kosten. Wieder einmal eine Granate für die ganze Familie: gewaltfrei, keine zu rasanten Bildwechsel und die heile Welt des Mario-Universums. Auf spielerische Weise lernen hier schon die Kleinen mit Sieg oder Niederlage sowohl im sportlichen als auch im unfairen Wettkampf umzugehen. Der Spaß steht hier absolut im Vordergrund. Selbst der Zieldurchlauf als Letzter kommt im Frustfaktor der sprichwörtlichen Erbse unter Prinzessin Peachs Federbett gleich. Die USK hat das Spiel ohne Altersbeschränkung freigegeben, jedoch empfehle ich ein Mindestalter von fünf Jahren. Auch wenn die Steuerung mit dem Lenkrad sehr intuitiv ist, sind allein spielende Kleinkinder schnell überfordert.

 

Mario Kart WiiAlles bleibt anders Als vor 16 Jahren Mario Kart debütierte, veränderte der Titel die Welt der Rennspiele. Das traditionelle Regelwerk der bis dato veröffentlichten Motorsportspiele wurde außer Kraft gesetzt. Der Fahrphysik wurde halbherzige Beachtung geschenkt und die Fahrzeuge erinnerten nur noch der Radzahl wegen an reale Vorbilder. Kurzum, die Rennwelt wurde auf den Kopf gestellt und plötzlich standen nicht mehr Sieg oder Niederlage im Mittelpunkt, sondern der Spielspaß während des Wettbewerbs. Ein völlig neuer Rennspieltyp wurde geschaffen: der „Fun-Racer“, zu Deutsch „Spaß-Rennspiel“. Für die Fans des Genre gilt die Mario-Kart-Serie seit Anbeginn als unerreichte Spitze des inzwischen breiten Feldes der Nachahmer. Doch auch wenn Mario & Co. mit ihren schnellen Flitzern in die Jahre gekommen sind, so bleibt doch nach wie vor alles überraschend anders. Um es gleich vorweg zu nehmen, am Spielprinzip hat sich grundsätzlich nichts geändert. Noch immer setzt die Kombination von pseudorealistischem Fahrverhalten und der Einsatz witziger Waffen, mit denen man den Kontrahenten das Rennen auf fieseste Art schwer machen kann, dem Fahrspaß die Krone auf. Und doch bringt der aktuelle Titel einige Neuerungen mit an den Start.

 

Marios Eleven Es wird eng am Start, den mit zwölf Fahrern statt bisher acht werden die Lücken im Feld ziemlich dicht gemacht. In der Startaufstellung finden sich selbstverständlich die üblichen Verdächtigen. Im „Fahrerlager“ stehen für die Rennen wieder Gut und Böse zur Auswahl. Ob man nun als rüstiger Klempner Mario über die Pisten donnern möchte oder sich als Donkey Kong zum Affen machen will - alles ist möglich. Allerdings werden die Protagonisten in verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt. Während beispielsweise Pilzkopf Toad in der Kategorie „Leicht“ antritt und Vorteile in der Beschleunigung und in der Handhabung bietet, hat ein schwerer Charakter wie der böse Bowser die Nase in der Endgeschwindigkeit vorne. Sehr ausgewogene Parameter hingegen bieten Fahrer im „Mittel“-Gewicht, wie etwa Mario oder Luigi. Dazu bringt noch jeder Charakter seinen eigenen kleinen Fuhrpark mit, der wiederum unterschiedliche Fahrzeugeigenschaften bietet. Angetreten wird in drei verschiedenen Fahrzeugklassen, zu denen erstmals auch Motorräder zählen. Deren abweichendes Fahrverhalten gegenüber den Karts sorgt naturgemäß für erfrischende Abwechslung. Letztlich garantieren all diese Faktoren spannende Kopf-an-Kopf-Rennen, egal mit welchem Fahrer von welcher Position gestartet wird.

 

Fieses Spiel mit dem Schicksal Es wäre kein Mario Kart, gäbe es nicht die vielen Extras, neudeutsch auch „Items“ genannt, welche unterwegs aufgesammelt werden können. Das reichhaltige Angebot umfasst sowohl fiese Waffen wie etwa Bananenschalen oder Bomben, mit denen ich andere Fahrer ausbremsen kann, als auch Boni wie den goldenen Turbo-Pilz, der mir für kurze Zeit zu Temposchüben verhilft. Geschickt eingesetzt, kann sich so jeder Fahrer einen Vorteil gegenüber seinen Kontrahenten verschaffen. Zusätzlich dazu schlägt auf allen Rennstrecken gerne noch das Schicksal zu. So gibt es auf jedem Kurs Unwegsamkeiten und böse Überraschungen. Freut man sich im einen Moment darüber, mittels Beschleunigungsstreifen die anderen überholt zu haben, so wird man im nächsten Moment durch einen fiesen Pilz im „Höhenflug“ ausgebremst und darf das Feld erneut von hinten aufrollen. Das klingt zunächst frustrierend, doch der „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht“-Faktor macht den eigentlichen Reiz an diesem Spiel aus.

 

Mario Kart WiiLenk mich doch! Ob man nun seit Jahren mit der Serie vertraut ist oder Mario Kart nun zum ersten Mal spielt: Das neue Steuerungsprinzip der Wii ermöglicht wirklich jedem innerhalb weniger Minuten den perfekten Einstieg in dieses Spiel. Mit dem Spiel wird ein Kunststoff-Lenkrad mitgeliefert, in das die Fernbedienung der Wii einfach eingesteckt wird. Und weil diese wiederum auf Änderung des Neigungswinkels in alle Dimensionen reagiert, funktioniert diese Kombination wie ein klassisches Lenkrad. Jeder, der in seinem Leben schon einmal ein Lenkrad in der Hand hatte, wird bereits in den ersten Runden Erfolgserlebnisse einsammeln. Einfach das Rad in den Händen drehen und schon folgt der Pixel-Fahrer jeder Lenkbewegung. Die Steuerung ist so erstaunlich leicht und präzise. Und es kommt noch besser: Hat man erst einmal den Bogen raus, kann man während der Rennen über Schanzen fahren und durch kippen oder neigen des Lenkrads imposante Stunts einlegen. Für gute Tricks gibt es einen zusätzlichen Turboschub. Das Lenkrad kann übrigens für Fahrer-Duelle mit Freunden einzeln für 9,90 Euro nachgekauft werden. Natürlich könnte man auch ohne die Kunststoff-Schablone mit der Fernbedienung rumfuchteln oder den Stick des Nunchuk verwenden - aber der Spielspaß bleibt dabei eindeutig auf der Strecke.

 

Mario gegen den Rest der Welt Neben den üblichen Spielmodi wie Grand Prix, Zeitfahren, Versus-Rennen und Wettkampf kommt Mario Kart mit einem für die Wii vorbildlichen Onlinemodus daher. Selbst für Laien ist die Teilnahme an einem Onlinespiel einfach gestaltet. Möchte man gegen andere Spieler antreten, so wählt man einfach den Onlinemodus und schon werden Spieler auf der ganzen Welt gesucht. Innerhalb von wenigen Minuten finden sich so ein Dutzend Rennfahrer und es kann losgehen. Sehr schön in dieser Umsetzung ist eine virtuelle Weltkugel, auf der die jeweiligen Kontrahenten mit ihrem Spitznamen und dem persönlichen Mii in ihrem Heimatland angezeigt werden. Dem erfahrenen Onlinespieler wird wahrscheinlich ein Chat-Modus (Sprachkanal) fehlen. Aber im Hinblick auf die kleineren Videospieler bietet diese Anonymität zusätzlichen Schutz, so dass Eltern ihre Kids auch einmal unbeobachtet über das Internet spielen lassen können. Gefahren wird online übrigens in einer Rangliste, so dass sich jeder Erfolg und jede Niederlage direkt auf die eigene Position in einer Bestenliste auswirkt. Echte Rennsport-Fans können diese Weltrangliste auch über den Mario-Kart-Kanal mit dem Hauptmenü der Wii verbinden.

 

Marco Schmitz

Marco meint:

Im Vergleich zu aktuellen Konsolen ist die Grafik eher schmale Kost. Auch das Karriere-Schema des Spaß-Renners „Kurse meistern und Karts freispielen“ bietet seit Jahren nichts Neues. Dennoch macht Nintendo mit Mario Kart Wii deutlich, dass Spielspaß für die ganze Familie hervorragend recycelt werden kann. Die Erweiterung um Motorräder und der für Wii-Verhältnisse sehr gut umgesetzte Onlinemodus bringen frischen Wind in die Serie. Die neue Steuerung und das herrliche Geschehen machen dieses Mario Kart wie jedes andere vor ihm zu einer Spielspaß-Granate, der man kleinere Schwächen gerne verzeiht. Dass in den letzten Tagen in unserer Redaktion so gut wie nichts anderes gespielt wurde, stellt dies jedenfalls eindeutig unter Beweis.




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