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Pädagogische Wertung:
Fifa 11 ist blutig, brutal und bei einem Foul fliegen nur so die Körperteile über den Rasen, weshalb mit unverständlich ist, warum das Spiel nicht eine neue Einstufungsgrenze „ab 21“ erhält. Ist natürlich Unsinn. Als Sportspiel komplett harmlos und verträglich gibt es nichts, weshalb sich Eltern Sorgen machen müssen. Aufgrund früher Belohnungen durch Erfolge – wie ein Sieg gegen ein gutes Team – ist auch der Frustfaktor sehr gering, was die gute Steuerung ebenfalls unterstützt. Daher ist Fifa 11 eher das Spiel für kleine Jähzorner und Nicht-verlieren-Könner. Je nach Entwicklungsstand können aus meiner Sicht acht- bis zehnjährige damit anfangen, das Runde ins Eckige zu treten, vorher kann es den Kids zu unübersichtlich sein oder es ist zuviel los auf dem Fernseher. Wenn der Sprössling mit den kleinen Figuren auf dem Bildschirm klarkommt, steht einer Partie nichts im Wege. Und lassen Sie als Profizocker auch mal das Kind gewinnen – es lernt noch früh genug, dass man sich für mehr Siege anstrengen muss.
Schalke wird Meister und der Schalke-Fan schaltet seine Konsole aus. Alter Kalauer, hat aber gerade zur Zeit einen dramatischen Hang zur Realität. Wie schon im Sommer 2010 lockt uns EA damit, die Geschichte zu ändern und neu zu schreiben, etwas Fähigkeit am Controller vorausgesetzt. Dabei weiß EA, dass es nicht mehr darum geht, den Konkurrenten Pro Evolution Soccer abzuhängen, weil Fifa das schon letztes Jahr geschafft hat, zumindest an den Verkaufszahlen gemessen. Viele Anhänger des Konami-Ablegers pfeifen dabei auf Originallizenzen und verweisen auf die realistischere Spielweise und die Tatsache, dass nicht jeder Amateurzocker ( Fachjargon "Noobs" ) mal eben sein Team zur Meisterschaft daddeln kann. So beansprucht Pro Evolution Soccer den Titel "Fifa in schwer", während der Verkaufsschlager vermitteln möchte, was wirklich wichtig ist, egal ob beim echten Fussball oder an der Konsole: Spaß dabei!
Das Perfekte besser machen So mögen manche bei EA denken, wenn es darum geht, Fifa neu aufzulegen. Zugegeben, ich vernachlässige Sport nicht nur im wahren Leben, sondern auch an der Konsole, daher hat mir Fifa 10 schon gut gefallen. Und als Schalke-Fan ist das eben nun mal die einzige Möglichkeit, nicht nur Meister der Herzen zu werden. Eines vorweg: Wer darauf hofft, hier zu erfahren, ob jetzt der Grashalm in der Allianzarena an der Eckfahne zur Südtribüne jetzt in die richtige Richtung zeigt, der wird enttäuscht. Das alles ist für mich bei einem Fussballspiel nicht wichtig. Nachdem also der neue Fokusspieler von Fifa 11 – Kaka von Real Madrid – in die Arena zieht, geht's los. Und dann ohne viel Suchen und Gucken direkt zum Anstoss. Mannschaft ausgewählt und los geht's. Fifa bietet schon immer die original Lizenzen der europäischen Ligen wie Bundesliga oder Premier League, inklusive Stadien, Werbung, Trikots und Spielernamen. Allerdings wirken die Gesichter etwas hölzern und unbedarft, jedoch erkennt man einen Manuel Neuer oder Schweinsteiger, wenn er ins Bild läuft. Da wir jedoch das Spielfeld aus hoher Vogelperspektive sehen, ist das relativ tolerierbar. Zwei Mal fünf Minuten und der erste Eindruck: Ist halt ein Fifa. Man findet schnell den Einstieg, auch wenn man mit Fifa 11 zum ersten Mal ein Fussballspiel in der Konsole lädt. Natürlich gewinnt man dann nicht sofort 8:0, selbst nicht mit Bayern gegen Hintergurkendorf. Aber mit etwas Übung ist das Spiel leicht zu erlernen und die Torschüsse werden häufiger.
Und dann macht es Bumm Um so unverständlicher ist es für mich daher, warum die Trainingseinheiten so gut versteckt sind und dann auch nur per Video ( in Englisch mit deutschen Untertiteln ) das Spielen an der Konsole zu erlernen ist. Nur wer mit wachsamen Auge in der "Spieler-gegen-Torwart-Arena" die richtige Taste drückt, gelangt in ein Trainingsmodus. Das ist für Anfänger umständlich und schwer zu finden, denn das sogenannte "learning by doing" kann ziemlich frustrierend sein, wenn man mit Real Madrid gegen Blutgrätschenhausen 2:0 verliert und das zum sechsten Mal in Folge. Hat man jedoch die grundlegenden Spielzüge erlernt und seine Männer so unter Kontrolle, dass bei einem gegnerischen Angriff nicht alle Verteidiger vom Ball weg- als zu ihm hinrennen, dann stellen sich erste Erfolge ein. Auf ein hart erkämpftes 1:1 mit dem FC Schalke gegen München ist man dann doch ein bisschen stolz. Doch Fifa ist mehr als ein paar schnelle Minuten Spaß – Fifa bringt eine ganze Menge Optionen mehr, um nicht nur seinen Lieblingsverein an die Spitze zu setzen, sondern sogar seinen eigenen – oder sogar sich selbst.
So bringt Fifa für die Konsolen den Fussballmanager direkt mit, wenn auch nicht so umfangreich. Hier geht es eher um Vertragsverhandlungen, Einkaufspolitik, Werbung, Scouting und auch Aufstellung. Auf Wunsch könnt ihr selber die Partie spielen oder sie austragen lassen. Dabei bleibt jedoch immer der Geschmack über, man hätte eine Niederlage vielleicht doch selber abwenden können. Da weiss man, wie sich Beckenbauer als Manager des FC Bayern gefühlt haben musste; "Das Spiel hätte ich noch umdrehen können, hätte ich mitgespielt!". Bei Fifa könnt ihr's beweisen. Neben der Möglichkeit, euren Lieblingsverein durch eine Saison zu spielen, könnt ihr den Verein als Trainer, Manager oder einzelnen Spieler nach vorne bringen, neu bei Fifa 11 sogar als Torwart. Dieses "Be a Pro" klingt zwar reizvoll, ist aber auf Dauer ziemlich langweilig, weil ihr dann nur einen Spieler steuert, beispielsweise den Stürmer. Habt ihr einen Gurkentorwart, eine löchrige Abwehr oder ein stümperhaftes Mittelfeld, das euch keine Vorlagen liefert sondern regelmäßig den Ball an der Mittellinie verliert, steht ihr da wie Pik Sieben und seht zu, wie ihr euch die Seele aus dem Leib rennt, aber grottig mit 0:4 untergeht. Zudem entscheidet der Trainer dann, ob ihr überhaupt aufgestellt werdet. Ist er der Meinung, ihr seid nicht fit genug oder nicht in Form, könnt ihr euch im Live-Ticker ansehen, wie eure Mannschaft ohne euch wieder verliert. Dazu brauche ich kein Fifa, da schaue ich mir meine Schalker in der Sportschau an.
Aktualität kostet Neben der Möglichkeit, ein eigenes Turnier zu erstellen, könnt ihr aber auch die besagte Geschichte neu schreiben und die aktuelle Saison spielen, beispielsweise die Bundesligasaison 2010/2011. Wer jetzt glaubt, das sei im Kaufpreis von 69,99 inklusive der irrt – EA verlangt für die BuLi alleine 4,99 extra, für alle Europaligen zusammen 9,99. Ich persönlich halte Inhalte zum Herunterladen grundsätzlich für eine gute Sache, ein Spiel zu erweitern und finde es auch berechtigt, für einen außerordentlichen Inhalt zu bezahlen, aber wenn ich Fifa 11 kaufe, finde ich es eigentlich selbstverständlich die aktuelle Saison spielen zu können. Ich möchte jetzt nicht das Wort Abzocke wählen, aber weit entfernt ist Fifa davon nicht. Warum baut man nicht die Möglichkeit ein, den Bundesligaspielplan selber zu erstellen und dann um die Meisterschaft zu kicken? Klar, dann würde keiner mehr den Zusatzinhalt kaufen. Habt ihr euch zum Kauf entschlossen, wird der Originalspielplan der Saison heruntergeladen und ihr spielt mit eurer Lieblingsmannschaft die Spiele nach – oder vor. Die anderen Spielergebnisse holt sich Fifa vom EA-Server und trägt diese in eure laufende Saison ein.
Kostenfrei hingegen ist die Funktion "Ultimate Team" in dem ihr euch euer Traumteam, quasi das Zocker Allstar Team, zusammenstellen könnt. Neuer im Tor, Lahm in der Abwehr, Torres spielt neben Raoul, Ronaldo im Team mit Schweinsteiger – alles geht. Nebenbei sind die anderen Optionen unzählig. Ob Stadionausbau, Einmarschmusik, Fangesänge, Tormusik, Playlist ( die standardmäßig arg langweilig geworden ist ), das äußere Erscheinungsbild eures Spielers oder sonst was: Fast alles ist veränder- und euren Wünschen anpassbar. Natürlich ist ein Sieg gegen die Konsole ein schöner Erfolg, mehr Spaß macht's aber gegeneinander oder im Mehrspieler. Hier können erstmals elf gegen elf spielen, was zwar erstmal interessant klingt, aber nicht so spannend ist, wie gedacht. Wer in einer guten Mehrspielermannschaft mit Fifa-Profis als Torwart spielt, hat zum Teil lange Wartezeiten auszusitzen. Wenn dann ein Angriff pro Halbzeit an den Strafraum kommt und sich sogar daraus ein Tor des Gegners entwickelt, ist das Gemaule wieder groß. Klar, wie in echt halt, aber die Diskussion, ob am Gegentreffer jetzt der eigene Torwart oder die schlechte Abwehr schuld war, ist online etwas mühsam. Ansonsten macht der Mehrspielermodus das, was der Einzelspielermodus macht: Spaß.
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Holger meint: Noch sehr verärgert über die kostenpflichtige Bundesliga-Saison 2010/2011 ist für mich allein dieser Aspekt Grund genug, ein "sehr gut " zu vergeben. Dazu kommt das immer noch versteckte Tutorial, das es Anfängern erleichtern würde, die grundlegenden Spielzüge eines Konsolenfussballspiels zu erlernen. Nicht jeder Spieler ist mit Controller und Fifa soweit vertraut, um zu wissen, dass man eine Flanke mit Viereck schießt, ein Pass mit Kreuz usw. Wie nehme ich den Ball ab, wie verhindere ich, dass ein gegnerischer Spieler ungehindert von seinem Sechzehner bis in meinem Strafraum vorrücken kann um dort zum freien Schuss zu kommen. Wenn man schon Anfänger wählt, erwarte ich einfach aufgrund der Erfahrung von EA bei dieser Art von Spielen, eine bessere Heranführung an das Thema. Es gibt noch Konsolenneulinge, es werden jeden Tag mehr. Und es gibt Fifa-Neulinge, die gibt es jedes Jahr mehr. Ebenso greift bei Fifa 11 meine "Einser-Bedingung": Das Spiel muss Leute an das Genre holen, die sonst kein Sportspiel anpacken würden. Das schafft Fifa 11 auch dieses Jahr nicht. Aber wer zum ersten Mal ein Fussballspiel auf der Konsole spielen möchte, der sollte zu Fifa greifen. |
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Endlich ist es wieder so weit. Zum dritten Mal öffnet die gamescom ihre Tore und lockt damit Videospieler aus aller Welt...




