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Pädagogische Wertung:
Die Pro Evolution Soccer Serie gilt seit ihrem Beginn auf der Playstation 1 als simulationsorientierter als sämtliche Konkurrenztitel. Da man in diesem Jahr vor allem das Passsystem deutlich änderte, ist das Spiel für Anfänger etwas anspruchsvoller geworden. Das macht den Einstieg für den interessierten Nachwuchs zwar nicht leichter, kann aber den Spielspass nach ein paar Trainingsstunden bereits wieder deutlich erhöhen. Einem weniger als 10 Jahre alten Spieler dürfte der Titel in der Regel jedoch weniger Freude bereiten, bedarf es zum Mithalten doch einer gewissen Hand-Auge-Koordination, die von einem jüngeren Spieler einfach nicht eingefordert werden kann. Ansonsten lassen sich Reaktionsvermögen, Ballgefühl und die eigentliche Steuerung der Spieler sehr gut im Trainingsmodus des Spiels trainieren. Fußball-Grundkenntnisse sind von immensem Vorteil, möchte man die strategischen Einstellmöglichkeiten des Titels ausnutzen und so den vollen Spaß genießen. Jüngere oder bequeme Naturen dürfen aber auch auf Voreinstellungen zurückgreifen, was dem Spieler den taktischen Ballast eben auf Wunsch erspart und so den Einstieg in die PES-Fußballwelt gesamt betrachtet auch für absolute Anfänger möglich macht. Wenn sich Eltern und Kinder zum gemeinsamen Match auf dem virtuellen Platz nach einer Trainingsrunde treffen, steigt das Spielspaß-Barometer in ungeahnte Höhen.
Anpfiff! Schon der erst Teil der Serie zeigte damals auf der Playstation 1 eine bis dahin so nicht gekannte Ballphysik. Bei aller ansonsten recht nüchternen Optik flog, prallte und sprang das runde Leder erstmals so wirklichkeitsnah und lebensecht über den Rasen, dass virtuelles Fußballballspielen sich endlich vom Spaßgekicke zur realistischen Simulation weiter entwickeln konnte. Die bis heute jeweils über viele Teile hinweg optimierte Ballphysik stellt das eigentliche Markenzeichen von PES dar und darf, soviel vorweg, immer noch als unerreicht betrachtet werden. Diesen Umstand sollte man nicht unterschätzen, denn wie viel Spaß könnte ein Fußballspiel schon machen, dessen Ball sich wie eine flügellahme Brieftaube verhält oder beim wohlgezielten Schuss nicht einmal annähernd dort hinfliegt, wo man ihn platziert hat? Wer also auf der Suche nach einem eher realitätsnahen Fußballspiel für seine Konsole ist, sollte sich den diesjährigen PES-Ableger einmal genauer anschauen.
Blut, Schweiß und Tränen Bevor man die recht umfangreichen, verschiedenen Modi des Spiels ausprobiert lohnt sich zunächst - auch für die Kenner der Serie zu empfehlen - der Gang ins Trainingslager, um sich mit der Steuerung und mit dem neuen Passsystem erst einmal vertraut zu machen. Hierbei bietet das Spiel nämlich erstmalig die Möglichkeit sämtliche Zuspiele genau dosiert bezüglich Stärke und Richtung auszuführen. Dies wird optisch mit einer kleinen blauen Leiste beim ballführenden Spieler, entsprechend der Stärke und Dauer des Tastendruckes angezeigt. Übung macht hier sprichwörtlich den Meister. Neben dem freien Training dürfen auch Standardsituationen geübt werden, bevor es zur Championsleague, in eine Liga, oder ein Pokalturnier geht. Überhaupt mangelt es wie gewohnt nicht an verschiedenen Spielmodi. Ob man seine anfängliche Wald- und Wiesen-Truppe zur Tabellenspitze führen will, sich als Trainer oder Manager verdingen möchte, hier ist alles möglich. Der Manager-Modus darf sogar erstmalig online gespielt werden. Auch ein erstellter Spieler mit eigenem Antlitz darf in einer Karriere zur Weltklasse gespielt und "zur Legende werden". Gerade dieser Modus wurde in angenehmer Weise gegenüber dem Vorgänger überarbeitet. Wer möchte, darf gerne im Editor seine eigenen Spieler neu, andere Spieler, Mannschaftsembleme oder auch ganze Stadien nach Wunsch verändern. Die fehlende Lizenz des Spiels zur Verwendung der Original Ligen, Mannschaften und Spielernamen stellt nämlich seit Jahren schon einen Hauptkritikpunkt des Spiels dar. Es sind derer einfach zu wenige! Denn leider hat sich der Konkurrent aus dem Hause EA für einige Milliönchen über Jahre fast sämtliche Rechte exklusiv gesichert. Die alljährliche Lizenz Spar-Lösung bei Pro Evolution Soccer ist daher für Fans immer noch ein bitterer Drops, der hoffentlich in den kommenden Teilen endlich mal gelutscht ist. Der aktuelle Ableger bietet zwar die englische, italienische, spanische & holländische Liga, jedoch sind nur zwei der Ligen vollständig lizenziert. Aus deutscher Sicht sind lediglich Werder Bremen und der FC Bayern München dabei. Dazu gibt’s dann noch die südamerikanische Copa Santanda Libertadores, sowie die französische Ligue 1. Die kompletten Nationalmannschaften sind natürlich auch vorhanden. Trotzdem ist dies sicherlich ein schwacher Trost zum Fehlen der deutschen Bundesliga. Für die Zukunft erhoffen und wünschen wir uns da endlich mal mehr!
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel Gewohnt umfangreich stellen sich die taktischen Möglichkeiten vor Spielbeginn dar. In deutlich aufgehübschten Menüs darf der interessierte Taktiker neben Formation, Kader und schnellen Taktiken auf Tastendruck sogar einstellen, wie sich die eigene Mannschaft während des Spiels entsprechend dem aktuellen Geschehen verhalten soll. Hält man nach einer erzielten Führung den Ball vorzugsweise lieber in den eigenen Reihen und stärkt die Verteidigung, oder darf es doch weiterhin eine eher offensivere Auslegung sein? Hier verbirgt sich noch so manche Einstellmöglichkeit, die zwar noch entdeckt, aber letztlich für die Kenner auch wirklich ausprobiert sein will. Erstmals darf man unter "Community" auch einen eigenen Online-Club mit Freunden gründen und verwalten um sich regelmäßig zum Spielen zu verabreden, um sein Können untereinander zu beweisen.
Das Runde muss in das Eckige Und wie spielt sich nun das neue PES? Wer sich beim Vorgänger im letzten Jahr bei aller grafischen Klasse noch über zahlreiche spielerische Schwächen des Spiels ärgerte, sollte sich in diesem Jahr nicht zu Vorurteilen verleiten lassen. Die PES-Entwickler scheinen in diesem Jahr ein gutes Stück aus ihren Fehlern gelernt zu haben. Das Spielgefühl stimmt wieder! Die tadellose Ballphysik und das neue Passsystem ermöglichen einen dynamischen und toll animierten Spielverlauf, der jedes Tor zu einem Erlebnis werden lässt. Die nochmals verbesserte Grafik lässt auch das Drumherum in passender Klasse erscheinen. Die toll animierten Spieler kämpfen, stoßen und rempeln sich um das Leder, dass man den Schweiß schon fast riechen kann und sehen dabei so gut aus wie nie. Hier können Zweikämpfe mit Finten trickreich gekämpft, Pässe präzise gespielt, Flanken gefühlvoll geschlagen und auch Weitschüsse so präzise geschossen werden, dass jedem Fußballbegeisterten das Herz aufgeht. Immer sind die Position zum Ball, das Timing, die Dosierung der Aktion und die Attribute des Akteurs auf dem Platz entscheidend. Dabei sollten aber auch einige Schwächen nicht vergessen werden. So pfeifen die Schiedsrichter immer noch etwas zu pingelig. Zwar gibt es hierbei eine leichte Verbesserung zu vermelden, aber als ideal ist das noch nicht zu bezeichnen. Außerdem werden manche Fouls dann auch zu milde geahndet. Nach dem Fifa-Reglement sieht ein klares Foul des letzten Mannes am Gegner das Zeigen des roten Kartons vor. Hier wird eine klare Torchance jedoch etwas zu oft lediglich mit einer gelben Karte geahndet. Neben den Mitspielern steht so manches Mal sogar der Schiedsrichter selbst in schwierigen Situationen im Schussweg. Die Torwarte agieren in der Regel recht ordentlich, lassen aber bei geraden Schüssen auf den Mann manchmal den Ball unverständlicherweise etwas zu oft passieren. Die Kommentatoren Wolf Fuss und Hansi Küpper sind über die Jahre auch nicht cleverer geworden und könnten durchaus eine Frischzellen-Kur vertragen. Auch kleinere Spielfehler haben leider ihren Weg ins Spiel gefunden, fallen aber nicht sonderlich ins Gewicht. Hier gibt es jedoch noch Raum zur Verbesserung. Nach den eher bescheidenen Online-Qualitäten der Vorgänger darf sogar hier soweit Entwarnung gegeben werden. Mehrere Online-Partien liefen weitgehend flüssig und wurden nur von wenigen, kurzzeitigen Verlangsamungen (Slowdowns) geplagt. Der Spielspaß bleibt also auch hier weitgehend erhalten. Allerdings waren noch recht wenig Mitspieler online anzutreffen.
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Jörg meint: Als langjähriger PES-Spieler und mit den Enttäuschungen der Vorjahre hatte ich die Hoffnung schon fast aufgegeben dass mich Pro Evolution Soccer wieder so begeistern könnte, wie damals mit den Teilen Teil 5 und 6. Die auf der gamescom gespielte Demo ließ dann jedoch vorsichtige Hoffnung aufkommen. Nach etlichen Spielstunden mit Freunden on- und offline, sowie eingehendem "auf den Zahn fühlen" des Spiels steht für mich fest, zwar kein neues PES 5 in High Definition vor mir zu haben, aber dafür das beste PES seit Jahren! Endlich ist wieder vieles von dem vorhanden, was die Serie einst zum unangefochtenen Genre-König machte. Der qualitative Vergleich mit dem Konkurrenten aus dem Hause EA wird in diesem Jahr so eng und schwierig wie lange nicht mehr. Wer aber auf umfangreiche Lizenzen verzichten kann und seinen persönlichen Schwerpunkt auf das legt, was wirklich spielerisch auf dem Platz geschieht, wird in diesem Jahr nur schwer an Pro Evolution Soccer 2011 vorbeikommen! Man sieht sich dann auf dem Platz... |
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Endlich ist es wieder so weit. Zum dritten Mal öffnet die gamescom ihre Tore und lockt damit Videospieler aus aller Welt...




