![]() |
|
|
![]() |
Pädagogische Wertung:
Kampf der Titanen ist ab 16 Jahren, naja, nachvollziehbar, aber nicht unbedingt notwendig. Die Kampfszenen sind relativ harmlos, zumindest wenn man sich andere Spiele dieser Art zum Vergleich dazu anschaut. Weder die Monster oder Bossgegner, selbst die Riesenskorpione sind besonders Furcht erregend noch sind die Metzeleien sehr brutal. Man muss das Spiel nicht gerade einem 6-Jährigen geben, aber die Sprösslinge müssen auch nicht unbedingt 16 sein. Da die sowieso auf Spiele stehen, die um ein Vielfaches brutaler sind und bei Kampf der Titanen nach einer Zeit gelangweilt abwinken werden, muss man die USK bei diesem Titel nicht all zu streng sehen. Als Nachhilfe in griechischer Mythologie taugt Kampf der Titanen ebenso wenig, weil hier alles bunt durcheinander gewürfelt wurde.
Krampf der Titanen Der Titel ist schon irreführend, weil hier kein einziger, ursprünglicher Titan auftritt. Einzig die Bekämpfung des Meeresungeheuers, das ein Kind der Erd-Titanin Gaia ist, mit dem Kopf der Medusa, einer Gorgonin und somit Tochter des Meeresungeheuers selbst, hat ansatzweise und über drei Ecken verwandt mit Titanen zu tun. Somit habe ich in neunmalkluger Art dargelegt, dass das Spiel überhaupt keine Alternative zu einem Buch oder Unterricht ist. Wer also glaubt, dass Kampf der Titanen etwas mit exakter Darstellung der griechischen Mythologie zu tun hat, der glaubt auch an einen Gott der Einfältigen. Macht aber nichts, Spiele sollen in erster Linie ja unterhalten. Dabei scheint es Trend zu werden, dass man vornehmlich in englischsprachige Spieler unterhalten will, denn auch Kampf der Titanen ist in der Sprachausgabe nicht in Deutsch. Die Untertitel kann man zwar anzeigen lassen, aber das lenkt vom Spiel ab und ist bei Kampf der Titanen zudem noch dermaßen schnell wieder weg, dass man fast einen Lesewettbewerb gewinnen könnte, wenn man den Text komplett lesen kann. So etwas ist einfach nervig und unprofessionell und auch wenn ich den Trotz der Entwickler verstehen kann ( „Wenn wir es lokalisieren, dann meckern wieder alle, weil die Sprecher nicht passen!“ ) so ist es eine gewisse Art von Arroganz, den kompletten nicht-englischsprachigen Raum so zu diskriminieren. Doch auch mit diesem Detail könnte man leben, wenn nicht alles so fad wäre. Wir beginnen als Perseus, der soweit wie möglich dem Film-Darsteller Sam Worthington nachempfunden ist. Dabei stellt sich mir immer wieder die Frage, wie der Bursche zu einem exakten 3-mm-Marines-Haarschintt kommt – ohne Friseur auf der Insel. Auch egal, die Insel ist sowieso die falsche. Schon zu Beginn verliert sich Kampf der Titanen jedoch in Nebensächlichkeiten, die immer wieder den gleichen Ablauf haben: Gehe von hier nach da, töte alle auf deinem Weg – fertig. Das sind wohlgemerkt keine Nebenquest, die schicken einen nur zu Orten, wo man schon war und lassen einen mit Monstern kämpfen, die man schon kennt, sondern ist ein Fortgehen im Handlungsstrang.
Spaß-Odyssee Kampf der Titanen verlangt vom Spieler nicht nur eine gehörige Portion Geduld und Fehlertoleranz, sondern auch hohes Maß an Logikverweigerung. Als Beispiel dient eigentlich die Kampagne selbst, bzw. der Weg dahin: Ihr, Perseues, werdet eigentlich gegen euren Willen von euerer Heimatinsel verschleppt, nachdem dort alle Bewohner ausgelöscht wurden und ihr eigentlich von Anfang an klar gemacht habt, dass ihr an dem Krieg der Soldaten Cassiopeias nicht den Hauch eines Interesses hegt. Trotzdem rettet ihr die Soldaten des Königs, rettet deren Späher und generell mal die ganze Insel. Anschließend findet ihr euch im heutigen Äthiopien wieder, um am Hofe Königs Kepheus und Cassiopeias an einem Fest teilzunehmen, bei dem man die Abnabelung von den Göttern feiert. Nach Hades Auftritt und der Forderung, die schöne Aphrodite zu opfern, erklärt ihr euch bereit, das Seeungheuer zu töten, das die Stadt Joppe und das Leben der Königstochter bedroht. Feiner Zug von euch, wolltet ihr eigentlich mit dem ganzen Kram nichts zu tun haben. Aber als Sohn von Zeus und einer Sterblichen wollt ihr euch doch gegen die allzu wankelmütigen Launen aufbegehren. Nachdem also kein Soldat Joppes Manns genug war, erklären wir uns zum Retter für alle. Und dann? Wir müssen erstmal kleine Aufgabe erledigen, um zu zeigen, dass wir der Aufgabe gewachsen sind. Okay, damit kann ich noch leben. Im Anschluss müssen wir uns den Soldaten beweisen, die wir anführen sollen, denn die sind noch nicht überzeugt. Meinetwegen, wir spielen also „Wer erschlägt die Meisten?“ mit komischen Hüpfmonstern die an eine Mischung aus Pacman und Froschkönig erinnern und wollen eigentlich dann losziehen. Aber nein, die Stadtgarde, also die Elite, ist noch nicht überzeugt. Dann geht das Ganze noch mal von vorne los: Monster bekämpfen, Wettmetzeln und zum Schluss ein Kampf mit Holzschwertern in der Arena. So, denkt der geneigte Sandalenträger, jetzt ist aber gut. Mitnichten! Zum Schluss muss ich, damit alle restlos von mir überzeugt sind, gegen den Heerführer in der Arena antreten, wobei ich mich auch nur mit einem Holzschwert wehren kann und gegen einen scheinbar unbezwingbaren Gegner treffe. Hallo? Dann macht euer Ding doch alleine! Ich bin Sohn des Zeus und nur meine Zuneigung zu Andromeda, der Prinzessin, bewegt mich dazu, Joppe zu helfen. Ich muss das nicht wirklich. Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt das Spiel mit dem Kommentar „Dann halt nicht…“ beenden, weil ich wirklich nicht mehr den Hauch einer Motivation hatte, den Held zu machen, nur für den Test benötigt man halt mehr als eine Stunde Spielzeit…
Gemetzel nur bei Logik und Geschichte Kampf der Titanen ist einzigartig. Einzigartig langweilig, unlogisch und unspektakulär. Die Grafik ist Mittelmaß und fällt kaum auf, der Sound ist – naja, Ton kommt schon irgendwie, aber vom Hocker gerissen hat mich nichts. Der umfangreiche Rollenspielanteil ist umständlich und unverständlich. Warum soll ich meinen Skelettkopfhammer gegen einen Steinbrockenhammer tauschen? Warum soll ich eine Opferklinge einer Schwertklinge vorziehen? Das alles soll meiner Meinung nach nur vom schwachen Spiel ablenken, denn wirklich interessant ist das alles nicht. Bei mir stellte sich bereits nach einer halben Stunde Langeweile ein, aber naja, manche Spiele sind halt am Anfang etwas träge, um Anlauf zu nehmen und dann durchzustarten. Aber Kampf der Titanen ist ein einziger Anlauf. Quasi ein Rückschritt von Anfang an, so was wie die legendäre Windows-Anweisenug „Zum Beenden Start drücken“. Die Verwurstung der Sage um die Protagonisten ist dabei katastrophal und wäre nicht so dramatisch, ich will ja beim Spiel keine Nachhilfe in griechischer Mythologie, aber würde man aus der Bibel ein ähnliches Game herausbringen, wäre Maria die Frau von Herodes, Judas Jesus Bruder und er Gottessohn selbst wahlweise Zöllner oder Unternehmensberater, Noah hätte ein Erlebnisbad und Moses wäre ägyptischer König. Das Ganze findet dann im Iran statt. Selbst der geringe Preis von knapp vierzig Euro ist für die Qualität schon dreist.
![]() |
Holger meint: Wer Interesse an griechischer Mythologie hat und gerne Metzelspiele mit Rollenspielelementen in seiner Konsole hat, kauft sich irgendein anderes Spiel, aber nicht Kampf der Titanen. Dies kauft man nur, wenn es einem nichts ausmacht, vierzig Euro zu verschenken oder in den Gully zu stecken. Wer aufregende, interessante Hobbys und Interessen hat, der kann mit Kampf der Titanen diese durch eine gehörige Portion Langeweile unterbrechen und Zeit verschenken. Kampf der Titanen ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Filme nicht unbedingt auf die Konsole müssen. In diesem Fall sogar nicht dürfen, denn die Vorlage selbst ist recht dünn. Genau dann, wenn man an die vermeintlich interessanten Stellen des Spiels stößt, wie der Kampf gegen Riesenskorpione oder Medusa, wird der Spaß gebremst, weil das Spiel nicht den Hauch eines Potenzials nutzt. Hier kann ich mich nur wiederholen und jedem Entwicklerteam ans Herz legen, vor der Programmierung noch mal den Kampf Kratos gegen den Koloss von Rhodos oder gegen Kronos zu spielen. Dann müsste doch eigentlich der Wunsch im Gehirn blitzen „Sowas wollen wir auch machen!“ und dann in die Tasten gehauen. Aber bei Kampf der Titanen hat man den Eindruck, die Entwickler hätten eine andere Eingebung gehabt. „Monstergegner und Spaß dabei? Bloß nicht!“ Wäre Kampf der Titanen das einzige Spiel für meine Konsole auf einer einsamen Insel – ich würde Sandkörnerzählen dem Zocken vorziehen. |
|
|
|
|
|
| ||





Endlich ist es wieder so weit. Zum dritten Mal öffnet die gamescom ihre Tore und lockt damit Videospieler aus aller Welt...




