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Pädagogische Wertung:
Auch wenn die Abenteuerwelt aus Legosteinen zunächst Kindgerecht erscheinen mag, so bringen die Entwickler von Travelle'r Tales damit nicht nur Humor sondern auch eine kampfbetontes Grundmuster auf den Bildschirm. Es mag für Jugendliche und Erwachsens lustig erscheinen, wenn unser Held die bösen Lego-Schergen mit der Peitsche in Einzelteile zerlegt oder mit krachend mit der Bazooka niederstreckt. Die Gewalt ist zwar nicht relevant in den Spielverlauf eingebunden und unterscheidet sich die Gewalt in der Darstellung von Shootern oder Agentenspielen, kann für Kinder unter 12 Jahren jedoch zu belastend sein. Das Spielkonzept verlangt vom Spieler nicht nur ein motorisches Geschick und Rätselleidenschaft sondern auch eine gewisse Befähigung zum Kombination. Im Grunde sind diese Eigenschaften bei einem normalen 6jährigen Entwickelt. Entgegen der bisherigen Lego-Ableger ist "Lego Indiana Jones 2" zu Recht nicht ab 6 sondern erst ab 12 Jahren freigegeben.
Er ist wieder da, der berühmteste Schatzsucher der Filmgeschichte. Nach dem Dr. Henry Jones, besser bekannt als Indiana Jones sich auf der Leinwand auf die Suche nach dem Kristallschädel machte, haben die Entwickler von Traveller's Tales auch dieses Abenteuer in Lego-Universum der Videospiele gebracht. Am Grundprinzip hat sich nicht viel geändert, hat sich die Welt der Spielwelt aus Legoklötzchen inzwischen etabliert und unterliegt ihren eigenen Regeln. Neben den klassischen Elementen eines Hüpf-Spiels sorgen Knobeleien für anhaltende Herausforderung und knackige Gags und die musikalische Untermalung großer Hollywoodstreifen für passende Atmosphäre. Und doch ist der frische Wind in dieser Spielreihe nicht zu übersehen: Lego Indiana Jones 2 wirkt zunächst ungewohnt anders. Nach einem kurzen Einstiegslevel starten wir unser Abenteuer nicht aus der Universität, sondern finden uns in einem Warenhaus voller verschlossener Kisten wieder; fast orientierungslos, bis man begreift, dass hinter jeder Kiste ein Abenteuer darauf wartet gespielt zu werden.
Die Suche nach dem Silberschädel steht natürlich im Mittelpunkt des Spiels, macht jedoch nur einen Teil des ganzen Abenteuers aus. Neben dem Königreich des Kristallschädels gilt es zudem "Jäger des verlorenen Schatzes", Tempel des Todes" und "Der letzte Kreuzzug" erneut zu erkunden. Diese sind selbst für Spieler interessant, die bereits den Vorgänger "Lego Indiana Jones" gespielt haben, denn im Gegensatz zu "Lego Star Wars - Die komplette Saga" wo alte Missionen des Vorgängers nur eingepflegt wurden, wurden die alten Abenteuer des Indiana Jones hier komplett neu umgesetzt. So werden selbst Lego-Veteranen hier zwar die Geschichte kennen, kommen jedoch beim Spielen nicht am Knobeln und Rätseln vorbei. Es bleibt zwar dabei, dass Indy & Co mit Fäusten und Waffen alles um sich herum zu Kleinholz verarbeiten und dabei reihenweise Münzen und Schätze einsammeln. Ansonsten präsentiert sich "Indiana Jones 2" in einem neuen Spielverlauf. Statt einem starren Handlungsstrang zu folgen, muss dieser nun in frei begehbaren Welten erst gefunden werden. Meist benötigt man dafür einen bestimmten Charakter weiter, der erst in einem der vielen, versteckten Bonuslevel gefunden werden will. Damit warten schon allein gut 20 Stunden Spielspaß auf die kleinen und großen Abenteurer.
Etwas vollkommen Neues gibt es in "Lego Indiana Jones 2" mit dem Lego Creator (engl. Creator = Entwickler) zu entdecken. In dem virtuellen Baukasten kann der Spieler nicht nur seine eigenen Figuren entwerfen, sondern sich gleich seine eigene Welt erschaffen und diese sogar spielen. Eine umfangreiche Anleitung erklärt in verschiedenen Abschnitten, wie man mit dem Editor einen eigenen Level entwerfen und mit Gegenständen und Schätzen füllen kann. Legt man nun och ein Missionsziel fest, kann man gleich in ein eigenes Abenteuer starten. Wer keine ganze Mission kreieren kann oder mag, kann dabei auch auf Level aus dem Spiel zurückgreifen und diese einfach nach den eigenen Vorstellungen verändern. Der Fantasie werden hier nur wenig Grenzen gesetzt, lässt sich scheinbar alles verwenden, was die Legowelt um Indiana Jones zu bieten hat. Das regt die Kreativität an und eignet sich auch hervorragend, um neue Herausforderungen für Mitspieler zu entwickeln.
Der Spaß zu Zweit kommt auch bei "Lego Indiana Jones 2" sehr kurz. Zwar kann ein zweiter Spieler jederzeit mit einem Controller die Kontrolle über den Begleitcharakter übernehmen, muss aber immer hinter der Hauptfigur herlaufen. Das Sichtfeld der Kamera wird nicht erweitert, weshalb die beiden Figuren immer dicht zusammen bleiben müssen. Dies haben wir bereits bei früheren Lego-Ablegern bemängelt, da hier ein geteilter Bildschirm für erheblich mehr Spielspaß sorgen würde. Lediglich bei "Lego Star Wars" hatten die Entwickler daran gedacht, den Mehrspielermodus Online anzubieten. Hier hatten beide Spieler einen eigenen Bildschirm und konnten sich freier und damit besser im Spiel bewegen. Unklar ist, warum man diese nützliche und vor allem zeitgemäße Funktion wieder hat fallen lassen.
Aber nicht nur der fehlende Onlinemodus trägt zu einem leicht angestaubten Gesamtbild bei. Während die knalligen Gags der Entwickler und die grandiose Hintergrundmusik der Filmvorlage für eine tolle Atmosphäre sorgen, so wirkt die Grafik im Spiel unausgewogen und antiquiert. Von nervigen Fehlern in der vertikalen Bildsynchronisation, die bei Kameraschwenks immer wieder Objekte und Hintergründe zerrissen wirken lässt bis zur den agierenden Legofiguren, die Stellenweise in der Luft zu laufen scheinen: man gewinnt den Eindruck, dass die Spielmechanik dem Umfang nachläuft.
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Mirko meint: Lego Indiana Jones 2 spricht Videospieler in allen Altersgruppen an, wenn auch mit unterschiedlicher Motivation. Während die kleinen Abenteurer von einem lustigen Hüpfspiel mit Rätseleinlagen angesprochen werden, erfreuen sich die "großen" Kinder am gelungenen Witz, der in zahlreichen Parodien und Gags seinen Weg in die Zwischensequenzen gefunden hat. Im Gesamtbild ein kurzweiliges und unterhaltsames Spiel, dass es dank neuer Struktur auch in der zweiten Indy-Auflage schafft, die Peitsche knallen zu lassen. Enttäuschung sind jedoch die vielen Bildfehler und der fehlende Onlinemodus, mit dem ich das Abenteuer mit meinen Onlinefreunden hätte teilen können. Hier war der Ehrgeiz der Entwickler wohl vom Kristallschädel getrübt. |
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Endlich ist es wieder so weit. Zum dritten Mal öffnet die gamescom ihre Tore und lockt damit Videospieler aus aller Welt...




