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Pädagogische Wertung:
Wer sich die bunte und kindliche Aufmachung der Verpackung und des Spiels ansich ansieht, den macht vielleicht die Freigabe der USK ab 6 Jahren und noch vielmehr die europäische Altersfreigabe der PEGI ab 12 Jahren etwas stutzig. Denn oberflächlich gesehen ist Scribblenauts gerade zu Beginn ein süßes Spiel, das die Kreativität des Spielers in enormer Weise schult: Mittels eines Notizblockes muss sich der Spieler nämlich beliebige Objekte in ein Level zaubern, die ihm dann bei der Lösung des entsprechenden Rätsels helfen. Genau hier liegt aber auch natürlich der Knackpunkt: Nach Angaben der Entwickler kennt das Spiel ganze 20.000 Wörter - keine Frage, dass sich darunter auch ein Panzer oder eine Pistole befinden. Einzig urheberrechtlich geschützte Markennamen oder vulgäre Begriffe lässt das Spiel aus. Theoretisch ist es bei Scribblenauts also möglich, sich zuerst ein Kleinkind auf den Bildschirm zu zaubern, um es danach mit einer Bombe in die Luft zu sprengen - schon bei unserer pädagogischen Wertung zu dem ebenfalls freien Spiel Die Sims 3 hatten wir aber argumentiert, dass sich solch ein Szenario nur solch ein Kind ausdenken wird, das ohnehin darüber nachdenkt, dass man ja auch mal versuchen könnte, ein Baby zu töten. Problematischer ist Scribblenauts im Gegensatz zum genannten Die Sims 3 allerdings daher, dass das Spiel in späteren Levels vom Spieler fordert, gewisse Personen zu töten - jedenfalls sind die friedlichen Wege oft so schwer, dass sie beinahe unmöglich erscheinen. Hier kann man nun nicht mehr davon reden, dass jedes Kind das Spiel gemessen an seinem eigenen Maßstab der Gewaltbereitschaft spielt. Und auch wenn nur die wenigsten ein generelles Problem damit haben werden, dass man sich in Scribblenauts auch einen personifizierten Gott herbeizaubern kann - die Tatsache, dass dieser als unbesiegbarer Glaubenskrieger alle bösartigen Tiere, die ihn angreifen, tötet, mag für den ein oder anderen doch ein sicherer Grund sein, das Spiel nicht in die Hände der jüngsten Spieler zu geben. Da das Spiel natürlich nicht nur Lese- sondern auch sichere (Recht-)Schreibkenntnisse vom Spieler fordert, fällt der Spielspaß für junge Videospieler, die noch nicht einen Großteil ihres Wortschatzes auf Papier bringen können, sowieso aus. Wir stimmen daher eher dem Urteil der PEGI zu und empfehlen das Spiel für kreative Köpfe ab 12 Jahren; gegebenenfalls natürlich auch etwas früher.
Unendliche Möglichkeiten Nicht wenige Videospiele rühmen sich mit „absolut freier Spielwelt“ oder „unendlichen alternativen Möglichkeiten“. Bei Scribblenauts werden diese Werbesprüche nun erstmals Wirklichkeit - lediglich ein Mathematiker würde noch widersprechen und argumentieren, dass natürlich die endliche Verknüpfung von endlich vielen Objekten und Möglichkeiten wieder endlich sei. Denn in diesem unscheinbaren Spiel für Nintendos DS müssen wir den kleinen Maxwell begleiten, eine niedliche Spielfigur, die es auf die glänzenden Starites abgesehen hat. Ein Starite wartet auf Maxwell in jedem der weit über 200 Level - doch nicht immer ist er leicht zu bekommen. Generell gibt es zwei verschiedene Typen von Levels: Einmal sieht Maxwell den Starite von Beginn an; er befindet sich nur leider an einem schwer erreichbaren Ort oder direkt auf einer tödlichen Falle. In dem anderen Leveltyp bekommt Maxwell zu Beginn einen Hinweis auf seine Aufgabe - nachdem er diese erfüllt hat, erhält er dann auch automatisch seinen Starite.
Da Maxwell selbst keine besonderen Fähigkeiten hat, ist nun seine Kreativität gefragt: Denn schreibt er ein Wort in sein magisches Notizbuch, erscheint das entsprechende Objekt in Sekundenschnelle neben ihm und kann ihm auf seiner Jagd nach dem Starite behilflich sein. Hängt der Starite in einem Baumwipfel, hilft beispielsweise eine Axt, mit der Maxwell den Baum fällen kann. Und wenn ein Koch nach Zutaten für ein leckeres Fischgericht sucht, dann könnten eine Brasse oder ein Zander der hilfreiche Schlüssel zum Sieg sein. Beinahe erschreckend ist manchmal, wie hilflos wir uns trotz der unüberschaubaren möglichen Wege zum Ziel führen. Die große Freiheit, die uns das Spiel lässt, müssen wir erst einmal lernen auszunutzen; insbesondere, wenn für uns für kurze Zeit in ein besonders hilfreiches Objekt verliebt haben: So sind der Raketenrucksack und das schwarze Loch vielleicht anfangs der Universalschlüssel zum Sieg; später werden sie allerdings eher hinderlich als hilfreich.
Besonders knifflig und spaßig ist dann noch der Fortgeschrittenen-Modus des Spiels, in dem wir ein Level gleich drei mal am Stück absolvieren müssen. Der Haken dabei: Kein einziges Objekt dürfen wir dabei doppelt verwenden. Schon in den frühen Levels lässt diese Aufgabe bald die Köpfe rauchen, so dass kreative Rätselfüchse hier richtig auf ihre Kosten kommen.
Deutsche Sprache, schwere Sprache Leider bringt Scribblenauts nicht nur Positives mit sich: So ist einerseits die Steuerung von Maxwell vollkommen misslungen. Wir können ihn nämlich ausschließlich durch das Tippen auf einen Punkt auf den Bildschirm bewegen - da wir aber auch Objekte antippen müssen, mit denen wir interagieren wollen, kommt es oft zu Komplikationen - insbesondere wenn es sich bei dem ungewollten Bewegungsziel um einen Teich voller Piranhas handelt, in dem Maxwell kaum Überlebenschancen hat. Bei wiederholen des Levels müssen dann alle noch so langen Wörter ein zweites Mal eingegeben werden - unnötige Frustmomente bei Scribblenauts sind also schon vorprogrammiert.
Die größte Frechheit bei Scribblenauts ist allerdings die miserable deutsche Übersetzung, die uns so noch nicht in einem Spiel untergekommen ist. Zugegeben, Scribblenauts ist ein Spiel mit äußerst viel Text, daher könnte man kleine Fehler noch verzeihen. Besonders wurden alltägliche Begriffe oft mit nur ähnlichen und seltener benutzten Wörtern übersetzt - wie zum Beispiel der Brief, den das Spiel nur als Kuvert kennt. Wirklich haarig wird es dann, wenn wir in Scribblenauts eine Schaufensterpuppe anziehen müssen, und sowohl „Socke“ als auch „Strumpf“ nicht zum Wortschatz von Scribblenauts gehören. In einer anderen Aufgabe möchte eine Lehrerin ihre Klasse mit Schülern gefüllt haben - Schade nur, dass Maxwells Notizblock weder einen Schüler noch eine Schülerin, geschweige denn ein Kind kennt. Bei Eingabe von letzterem wird uns immerhin ein Kleinkind, also ein Baby angeboten, außerdem lustigerweise auch noch ein kastriertes Rind. Erst die Forderung nach „Junge“ oder „Mädchen“ führt dann zum Erfolg der Aufgabe. Auch auf der Suche nach einem Bonbon kann der Spieler schnell verzweifeln, schlägt das Programm doch nur einen Kassenbon als Ersatz vor. Schreiben wir hingegen „Bon Bon“ erhalten wir ohne Nachfrage eine Einkaufstasche; erst eine „Leckerei“ liefert uns dann unser heiß ersehntes Bonbon.
Dies ist allerdings, wie schon erwähnt, keinesfalls eine Schlampigkeit der Entwickler, sondern nur der Übersetzer: In der (zum Glück auf dem deutschen Modul enthaltenen) englischen Originalversion funktioniert alles, inklusive der genannten Beispiele, einwandfrei.
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Felix meint: Scribblenauts gehört sicherlich zu den innovativsten und vor allem Kreativsten Spielen überhaupt: Die Idee, sich jedes beliebige Objekt herbeizaubern zu können, ist dank der großartigen Umsetzung und des fülligen Wörterbuchs beinahe Wirklichkeit geworden. Zwar gibt es für jedes Rätsel immer einen sehr einfach Weg - auch auf diesen muss der Spiele aber erst einmal kommen; ohne Kreativität geht hier also gar nichts. Und wer sich wirklich unterfordert fühlt, der darf sich dann im Fortgeschrittenen-Modus austoben, der auch den kreativsten Köpfen den Schädel zum glühen bringen wird. Gerade da dieses Spiel - abgesehene von der vermurksten Steuerung - so genial ist, tut die deutsche Übersetzung so sehr weh. Es sind nicht nur die genannten Beispiele, die Fehler und Unsinnigkeiten ziehen sich durch das gesamte Spiel. Gerade jüngere Spieler kennen einige der benutzten Begriffe überhaupt nicht und würden sich alltagsgebräuchlichere Wörter wünschen. Wer über genügend Englischkenntnisse verfügt, der sollte Scribblenauts daher unbedingt in der Originalsprache spielen - alle anderen sollten sich zweimal überlegen, ob sie sich dieses Trauerspiel wirklich antun möchten. |
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Endlich ist es wieder so weit. Zum dritten Mal öffnet die gamescom ihre Tore und lockt damit Videospieler aus aller Welt...




