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Pädagogische Wertung:
Fifa 10 ist ohne Altersbeschränkung, alles andere wäre unsinnig. Doch nur, weil es jeder spielen darf, muss es nicht für jeden spielbar sein. Fifa 10 ist ein klassisches Fußballspiel für die Konsole, was nicht mal eben so in ein paar Minuten erlernt werden kann. Nachwuchsspieler und –innen (wir sind ja immerhin Frauenfußballwelt- und Europameister) brauchen schon Durchhaltevermögen und Übung, um zum ersten Tor zu kommen, zum ersten Sieg noch viel mehr. Wenn euer Sprössling nicht den Biss eines Rocky Balboa in sich hat, wird er nach der dritten Partie 13:0 gegen die Eltern sich wieder irgendeinem Lego-Spiel zuwenden wollen. Der Managermodus ist für die kleinsten Controllerhalter noch zu verwirrend und erklärungsbedürftig und daher quasi ungeeignet, weil man hier Fachbegriffe und Abläufe alle halbe Minute erklären muss. Wenn ihr jedoch mit etwas angezogener Handbremse gegen euere Mini-Kicker spielt, dann können da schöne Generationenturniere ablaufen.
Jedes Jahr die gleiche Leier: EA rückt mit Fifa auf’s virtuelle Spielfeld und tritt gegen Pro Evolution Soccer an. Wie bei Schalke und Dortmund haben beide Lager eingefleischte Fans, haben beide Spiele Stärken und Schwächen. Letztes Jahr haben wir die beiden Referenzfußballspiele parallel getestet und beschrieben. Dieses Jahr war EA schneller und daher gibt’s erstmal was über Fifa 10.
Nur für Mitglieder Bevor es losgeht, bin ich aber schon genervt: Anstatt schnell auf den Platz zu kommen, werden wir erstmal mit unzähligen Meldungen und Hinweisen bombardiert. Das Ganze gipfelt darin, dass Fifa den Eindruck vermittelt, man könne nur spielen, wenn man sich bei EA anmeldet. Das geschieht mit der ID seiner Konsole, die Email-Bestätigung wird angefordert und wenn das alles geschafft ist, kommt man ins Hauptmenü. Jetzt habe ich aber gerade mein ID Passwort nicht parat und bin jetzt auch nicht willens da rumzusuchen, ich will eigentlich nur Fußball spielen. Ich gebe ein, was meiner Meinung nach richtig sein müsste – war aber doch falsch. Dann habe ich das richtige Passwort, dann gibt es momentan keine Verbindung zum Server. Ich hoffe inständig für EA, dass es auch ohne Anmeldung geht, deren Glück, dass dem so ist. Auf Abbrechen gedrückt – TUSCH! Wir sind im Hauptmenü, na ja quasi erstmal auf dem Bolzplatz. Wer die erste Trophäe haben möchte, kann erstmal fünf Tore schießen, da hat man dann seinen ersten Erfolg. Somit können wir spielen, wenn auch nur offline, aber das langt uns ja erstmal.
Auf dem Rasen Auf den ersten Blick ist alles wie letztes Jahr, klar die Testemonials sind neu, aber ansonsten ist erstmal alles wie früher. Klar, ein paar Menüpunkte sind neu, aber sonst ist alles aufgeräumt wie früher. Die Musik ist poppiger und klingt internationaler als letztes Jahr, was frischer und allgemein verträglicher wirkt. Auf zur Arena und unser im Forum angekündigtes Freundschaftsspiel zwischen Marco und mir. Schalke 04 gegen TUS Koblenz, selbst in der Realität keine klare Sache, haben meine Knappen doch immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie launisch sind und Koblenz ist immer für eine Überraschung gut. Wir spielen in der Arena von Schalke, denn da kennt zumindest einer von uns das Stadion. Schön sieht’s aus, das konnten die Jungs ja schon letztes Jahr. Die Zuschauerkulisse ist etwas dürftiger ausgefallen als im 09er, das fällt aber im Spiel selbst kaum noch auf. Der Einlauf der Sportler sieht ebenfalls wieder sehr gut aus, die Spieler sind sehr gut animiert und jeder erkennt seinen Star sofort wieder. Natürlich glänzt EA wie jedes Jahr mit den original Spielernamen, was eine zusätzlichen Realismus versprüht, ohne dass man sich mehr oder weniger mühsam darum bemühen muss. Anstoss, los geht’s. Die Spieler wirken weniger dynamisch, dafür realistischer. Die Bewegungen wirken weicher und nicht mehr so nach Marionettentheater, das Laufen, Dribbeln, Passen, Flanken – alles wirkt geschmeidiger und weniger aufgesetzt. In der 22. Minute fällt das Tor für Koblenz, Marco jubelt ich halte mir die Hände vor das Gesicht und blicke auf die Leinwand: Dort jubelt der TUS-Stürmer, während mein Schalker Abwehrspieler sich die Hände vor das Gesicht hält. Bei Fifa ist es immer schwer zu sagen, ob man mit den Spielern auf dem Bildschirm mitleidet oder die Spieler auf dem Bildschirm mit dem Zocker am Controller. Wir als Fußball-Gurken haben aber jetzt schon leichter den Einstieg ins Spiel gefunden als noch letztes Jahr, wo bei Anfängerfreundlichkeit der Preis an Konami mit Pro Evolution Soccer ging. Die In-Spiel-Neuerung 360° Dribbling gelingt uns beiden eher zufällig als geplant, sorgt aber für gefährliche Momente in den Strafräumen, weil hier auch Einsteiger glückliche Treffer landen können. Hierbei kann der Spieler nämlich nicht nur links oder rechts am Gegner vorbei sondern hat alle Möglichkeiten um die Verteidiger herumzuspielen. Und genau so stehe ich in der 60. Minute alleine vor dem Koblenzer Tor, ziehe ab und – 1:1! Während ich fast meinem Torschützen gleich auf die Knie falle und mich freue wie Bolle, sehe ich mir die Szene noch mal schön in der Wiederholung an. Hier hat Fifa wieder voll gepunktet: Butterweich und ohne Ruckeln zeigt das Spiel den Aufbau, den tödlichen Pass und das Tor durch Zufall. Sehr schön! EA hat mit seinen kleinen Schönheitskorrekturen noch mal einen drauf gelegt und gefällt optisch ( Achtung, Wortspiel ! ) nicht nur auf der ganzen Linie ( Okay, der war sehr flach… ). Während wir beide versuchen, unsere Steuerung von "was habe ich denn jetzt gemacht" auf "das habe ich so geplant" umzustellen, fällt in der 76. Minute das zweite Tor für Koblenz. Ein etwas unmöglicher Distanzschuss von locker 50 Meter schwebt knapp über meinen Torwart ins Netz. Das erinnert zwar ein wenig an alte Kick-Off Zeiten, aber sorgt für Gesprächsstoff und Ehrgeiz. Der aber nutzt wenig, nach 94 Minuten ist das Spiel rum und Koblenz gewinnt auf fremden Rasen 2:1. Jetzt passt noch nicht mal der alte Schalke-Witz mehr ( Was macht ein Schalke-Fan, wenn S04 Deutscher Meister wird? Schaltet die PS3 aus und geht ins Bett… ), ich bin fast am Boden zerstört, doch Erstens hat man als Schalke-Fan gelernt zu leiden und Zweitens war es nur Koblenz – und nicht der BVB.
Auf der Bank Es gibt auf Konsolen keinen Fußballmanager, das "Privileg" haben die PCler. Doch es fehlt den Konsoleros nicht wirklich was, denn Fifa 10 bringt einen noch mal überarbeiteten Managermodus mit. Der steht dem Programm auf dem PC kaum noch was nach, zumindest, was den Spielspaß angeht. Transfers, Trainingspläne, Sponsoring, Aufstellung - alles, was spielentscheidend ist, kann hier verwaltet werden. Man kann sich dabei sogar durchaus im Managermodus verlieren und betrachtet die eigentlichen Spielanteile, in denen man gegen den Ball tritt als fast schon störend. Ebenso gibt es neben den neuen „Virtual Pro and Gameface“ Menüpunkt, was allerdings direkt etwas nervt, sind die Anglizismen, die im Spiel verwendet werden. Nicht jedem neuen Spieler sind die Ausdrücke geläufig und so macht man erstmal ein paar Schüsse ins Blaue, bis man weiß, was gemeint ist. In „Virtual Pro“ erstellen wir nicht nur einen eigenen Spieler, den wir sogar uns selbst anpassen können, sondern verhelfen diesem Alter Ego zu einer Karriere in der großen Fußballwelt. Damit nicht genug können wir bis zu 24 Freunde einladen, mit ihrem Avatar eine Karriere zu beginnen. 10 gegen 10 Spiele werden hierbei revolutionär neu definiert, da man nicht mit Klose, Farfan oder Gomez spielt, sondern mit Müller, Maier, Schulze. So spielt man sich selbst bei Bayern, Schalke oder HSV und dann geht es wie auf dem Bolzplatz um jeden Meter. Mein ganzer Fan-Club als Spieler bei Schalke – da kann man sehen, ob man es wirklich besser könnte, wie immer im Stadion genörgelt. Der Manko des Multiplayermodus von Fifa 09 ist fast ausgemerzt, die paar wenigen Spieler, die schon online waren, hatten alle keine Verbindungsprobleme oder Wartezeiten. Wie sich das verhält, wenn am 01.10. Tausende von Onlinespielern gleichzeitig gegen- oder miteinander antreten wollen, muss sich erst noch zeigen.
Am Puls der Zeit Wer ein paar Euro über hat, der kann gegen Gebühr sein Fifa mit den Wegen der Realität kreuzen und aktuelle Turniere oder Ligaspiele abrufen. So kann man entweder einen Spielplan einer Liga abrufen und schön wöchentlich nachspielen oder den sogar schon vorher "sein" Ergebnis erarbeiten. BVB Fans mögen daher wohl erstmal das Ergebnis gegen Schalke letzte Woche korrigieren, andere versuchen, bei dem Spielplan dieser Saison Bayern in den Abstieg zu kicken oder selber Meister zu werden. Dass dafür Gebühren anfallen ist in Ordnung, denn Lizenzen sind ohnehin schon teuer und wenn das alle Turniere für ein Videospiel aufgearbeitet werden müssen, so darf das auch was kosten. Mehr Arbeit = mehr Geld. Diese Funktion werden aber wohl nur echte Fans eines Vereins oder Nationalmannschaft nutzen, alle anderen werden den Sinn und Mehrwert der Sache nicht nachvollziehen können.
Spielanalyse Viele kleine und große Neuerungen gibt es bei Fifa 10, die gerade für Einsteiger und Wenig-Kicker interessant sind. Zu Beginn von Fifa 10 werden alte Trophäen/Erfolge gesucht, man kann sich selbst einschätzen und es gibt einen Bolzplatz zum Trainieren der Steuerung. Nebenbei kann man endlich im Spiel anhand einer Farbanzeige von grün bis rot die Schussstärke definieren und somit auch schon mal aus 25 Metern eine Kanonenkugel ins Tor ballern. Die ganze Steuerung ist einsteigerfreundlicher geworden, ohne Veteranen zu enttäuschen, allerdings hat man hier schon mal die Chance, als Amateur ein paar Profispieler mit einem Glücksschuss zu überraschen und vielleicht nicht mit 28:0 zu verlieren, sondern wenigstens einen Ehrentreffer zu landen. Die künstliche Intelligenz wurde ebenfalls noch mal verstärkt, gerade beim Torwart sowie den Spielkameraden. Die rennen nicht wie Kakerlaken bei Licht wild wuselnd umher sondern gehen mit ganzem Körpereinsatz an die Sache ran. Der Torwart macht nicht mehr so viele Fehler, auch wenn man ihn in der jetzigen öfter mal austricksen kann. Einfach aufs Tor zulaufen und dann vor dem Tormann L1 und Kreis drücken und mit ein bisschen Glück lupft man die Kirsche ins Netz. Klappt bei Einsteigern eher selten, aber es klappt. Optisch ist Fifa wieder etwas schöner geworden, runder, ästhetischer. Die Spieler bewegen sich schöner, nur die Zuschauerklone sind etwas eintönig, aber für die hat man nur vor und nach dem Spiel Zeit, dazwischen geht es um die Spieler, und die sehen fantastisch aus. Der Managermodus wurde noch mal erweitert und ist noch umfangreicher und interessanter, ohne sich dabei in langweiligen und unübersichtlichen Statistiken zu verlieren. Ellenlange Listen wurden auf das Nötigste gekürzt und verschaffen somit einen relativ guten Überblick.
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Holger meint: Ist Fifa 10 ein gutes Fußballspiel? Ja. Ist es für Fans der Serie würdig, ihnen wieder mal 70 Euro aus der Tasche zu ziehen? Aus meiner Sicht ja. Es sind nicht viele Neuerungen, oft nur kleine, aber die haben es in sich. Fifa 10 schafft die Brücke zwischen Serientätern und Debütanten und begeistert gleichermaßen. Ein paar kleine Fehler gibt es, die aber sicher bald per Patch behoben werden. Die zentrale Frage ist für uns natürlich immer: Macht es Spaß? Das auf jeden Fall. Auch wenn ich zweimal 2:1 verloren habe, hat es mich motiviert und jedes der zwei Tore war ein Arbeitssieg. EA hat es dennoch bei manchen Spielern schwer wie Bayern München in der Liga: Immer gute Qualität, manchmal mit Schwächen, aber trotzdem nicht selten unbeliebt. Natürlich gibt es Kritikpunkte bei Fifa 10. Aber es muss ja auch noch Potenzial für Fifa 11 geben. Trotzdem fehlt Marco nach wie vor die Motivation, sich bei dem Spiel zu engagieren. Genrefremde werden also nur teilweise angesprochen und werden noch nicht so schnell zu Sportspielfreunden. Deshalb die Note 2, weil es für Fußballspiele eine neue Referenz am Markt gibt, aber noch nicht gut genug ist, Freunden anderer Genre zu gefallen. |
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Endlich ist es wieder so weit. Zum dritten Mal öffnet die gamescom ihre Tore und lockt damit Videospieler aus aller Welt...




