Dienstag, 22. Mai 2012

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Bioshock

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Plattform:  USK 18Xbox 360PlayStation 3
Bioshock
Genre: Ego Shooter
USK: Freigegeben ab 18 Jahren
Herausgeber: 2K
erschienen für: Xbox 360, PlayStation 3
getestet auf: Xbox 360
Schulnote 1

Pädagogische Wertung:
USK 18Bioshock hat von der USK keine Jugendfreigabe erhalten und ist nur für Spieler ab 18 Jahren erhältlich. Bei dem hohen Anteil an Brutalität und Gewalt ist es auch absolut nachvollziehbar und gerechtfertigt. Dieses Spiel kann sich von der Atmosphäre und Optik mit jedem guten Horrorfilm messen und geht wegen dem intensiveren Erlebnis in einen Spiel zum Teil sogar darüber hinaus. Bioshock gehört nicht in Kinderhände und Kinder nicht in Wohnzimmer, wenn Bioshock gespielt wird. Dieses Spiel ist definitiv nur für Erwachsene geeignet.

Es beginnt alles mit einem Flug über den Atlantik im Jahr 1960. Euer Charakter sinniert gerade über sein Leben, als die Motoren stottern und euer Flugzeug ins Meer stürzt. Nach Atem ringend erreichen wir die Wasseroberfläche, sehen überall brennendes Kerosin und die Reste unserer Maschine gerade im Meer versinken. Glück im Unglück sind wir unmittelbar neben einer Insel abgestürzt, auf der ein einzelner Turm steht. Da wir keine andere Wahl haben, betreten wir den Turm und finden eine Tauchkugel vor, die uns prompt in eine Unterwasserwelt à la Jules Verne entführt. Wir werden in eine riesige Unterwasserstadt namens „Rapture“ befördert und ab hier könnte es eigentlich ein sehr idyllisches Abenteuer werden, wäre da nicht der Erbauer dieses Unterwasserutopias. Ein größenwahnsinniger Wissenschaftler namens Dr. Andrew Ryan ist der Idee erlegen, den perfekten Menschen zu erschaffen.
Big DaddyUm dieses Ziel zu erreichen, benutzt er  eine Substanz namens „Adam“ und bedient sich verruchter Experimente am lebenden Objekt. Diese verstümmelten Menschen sind dann auch die meiste Zeit unsere Gegner und werden „Splicer“ genannt (aus dem englischen splicen = klebend verbunden). Im weiteren Verlauf dreht sich dann alles um diese Substanz, die aus einer Seeschnecke gewonnen wird und die Zellstruktur der Menschen verändern kann. Auch unser Charakter muss sich auf dieses „Adam“ einlassen, um im Spiel weiterzukommen.
Die einzige Möglichkeit, an diese Substanz zu gelangen, ist über sogenannte „Little Sisters“. Diese kleinen Mädchen haben diese Seeschnecke von Dr. Ryan eingepflanzt bekommen und sind in der Lage, aus Leichen „Adam“ zu gewinnen. Da dieses „Adam“ heiß begehrt ist, trifft man die „Little Sisters“ aber nur in Begleitung ihres Beschützers, eines „Big Daddys“.
Hört sich vielleicht niedlich an, aber diese gigantischen laufenden Taucheranzüge sind schwer bewaffnet und viel schneller, als sie aussehen.  Hat man sich eines „Big Daddys“ entledigt, sind die „Little Sisters“ schutzlos und man kann sich Ihrer annehmen.

Moralische Entscheidungen In diesem Aspekt hebt sich dieses Spiel von anderen ab. Sind wir einer „Little Sister“ habhaft geworden, stehen wir vor der moralischen Entscheidung, sie zu retten, wofür es nur wenig „Adam“ gibt. Oder wir können sie ausbeuten undschließlich töten, wofür wir aber mit reichlich „Adam“ belohnt werden. Moralische Entscheidungen dieser Art hat man in einem Konsolen-Shooter in dieser Form noch nicht angetroffen. Generell hat man in diesem Spiel sehr viele Freiheiten und Möglichkeiten, seinen Charakter zu entwickeln und Wege zu beschreiten. Man braucht aber keine Bedenken zu haben, denn auch wenn diese Unterwasserstadt sehr groß ist, wird man durch einen Pfeil stets zum nächsten Teilziel dirigier. Und wenn man gar nicht mehr weiter weiß, kann man sich vom Spiel einen Tipp geben lassen, was als nächstes zu tun ist.

PlasmidWaffen Da wären zum einen die Standardwaffen, wie man sie von solch einem Spiel erwartet. Man fängt mit einem Schraubenschlüssel an und arbeitet sich dann langsam hoch. Im Laufe des Spiels findet ihr dann eine Pistole, Schrottflinte, Granatwerfer, Chemiewerfer und Armbrust. All diese Waffen lassen sich dann auch gegen Bezahlung noch verbessern, was sich positiv auf die Feuerkraft, das Nachladeverhalten und die Geschwindigkeit auswirkt. Auch gibt es für jede Waffe unterschiedliche Munition, die sich über das digitale Steuerkreuz variieren lässt.

Aber da wären auch noch die Plasmide, genetische Veränderungen, die durch das „Adam“ hervorgerufen werden. Auch hier habt ihr die unterschiedlichsten Variationen, wie z.B. Elektroschocks, Flammen hervorrufen oder psychische Kräfte wie Telekinese oder Gegner provozieren.

Die Möglichkeiten, die ihr habt, sind also recht vielfältig und lassen sich auch kombinieren. Stehen eure Gegner im Wasser, könnt ihr sie mit einem Blitzschlag ins Wasser erledigen oder betäuben und dann mit dem Schraubenschlüssel bearbeiten.
Ähnlich einer Waffe setzt ihr auch eure Kamera ein, die ihr im späteren Spielverlauf findet. Mit jedem Foto, das ihr von einem eurer Feinde schießt, erfahrt ihr wieder etwas mehr über seine Schwachstellen.

Fertigkeiten Zusätzlich zu euren Waffen und Plasmiden hat euer Charakter schon gewisse Fertigkeiten zu Beginn des Spiels bzw. seid ihr in der Lage, euch mit solchen ausrüsten. Eine eurer wichtigsten Fertigkeiten ist mit Sicherheit das „hacken“. Es erlaubt euch, von elektrischen Systemen Besitz zu ergreifen und sie für euch nutzbar zu machen. Selbstschussanlagen visieren nicht mehr euch, sondern eure Gegner. Gegenstände, die ihr an Automaten kauft, werden günstiger oder Stationen, an denen Ihr euch heilen könnt, verletzen nach dem „hacken“ eure Gegner. Dieses „hacken“ wurde als lustiges Minispielchen integriert, wobei ihr innerhalb einer gewissen Zeit durch umdrehen von Tafeln eine Verbindungsleitung legen müsst, um einen durchgängigen Weg für eine Flüssigkeit zu schaffen. Wenn ihr allerdings mit diesem Minispiel nichts anfangen könnt, habt ihr auch die Möglichkeit, euch aus der Nummer raus zu kaufen oder ein automatisches „hacking“ Werkzeug zu benutzen. Werkzeuge und Hilfsmittel lassen sich finden, kaufen oder selbst herstellen. Herstellen geschieht durch das Sammeln von Gegenständen und späterem Zusammenfügen dieser Gegenstände. Dieses Suchen löst im Übrigen eine rollenspielähnliche Sammelwut aus, weil sich überall Gegenstände finden lassen, die sich zu ganz anderen neuen zusammenfügen lassen.
Aber euch stehen auch noch andere Fertigkeiten zur Verfügung. So könnt ihr  zum Beispiel eure Schlagkraft oder Panzerung erhöhen oder eure „hacking“ Fertigkeit verbessern.

Steuerung Gespielt wird in der klassischen Ego-Perspektive, in der wir nur unsere Hände und die uns zur Verfügung gestellten Waffen sehen. Die Controllerbelegung ist genreüblich. Die Sticks werden für die Bewegung und die Blickrichtung eingesetzt und die Schultertasten, um die Waffen abzufeuern bzw. die Plasmide einzusetzen. Die Steuerung ist gut gelungen und man hat zu jeder Zeit das Gefühl, die vollständige Kontrolle über den eigenen  Charakter zu haben.

Präsentation Aber was ist es, das die Faszination an diesem Spiel ausmacht? Die opulente Grafik? Der stimmungsvolle Soundtrack? Die gelungene deutsche Synchronisation? All das mag vielleicht dazu beitragen, aber viel wichtiger ist, dass das Spiel wie aus einem Guss wirkt. Sobald man anfängt dieses Spiel zu spielen, wird man vollständig in den Bann seiner Welt gezogen. Die Story wird mit Hilfe von Tagebüchern erzählt, die man im Laufe des Spiels findet und mit Hilfe von Zwischensequenzen, die hinter Glasscheiben oder unzugänglichen Orten stattfinden. Dies alles kommt natürlich dem Spielfluss zugute und ihr habt stets den Eindruck, ein Teil von „Rapture“ zu sein. Die wirklich gelungene Story mit all ihren Wendungen trägt schließlich den Rest dazu bei, sodass ihr euer Joypad so schnell nicht aus der Hand legen werdet.
In manchen Foren wurde oft beklagt, dass ein Mehrspielermodus fehlen würde. Hierzu kann ich nur sagen, dass es der Stimmung vollkommen zuwider laufen würde, wenn man dieses Spiel mit mehren Personen spielen könnte. Selbst wenn man es als separates Spiel integriert hätte, würde es irgendwie aufgesetzt wirken.

Cut oder Uncut? Obwohl wir mit Bioshock einen 18er Titel haben, hat er es dennoch nicht ungeschnitten zu uns nach Deutschland geschafft. Der Blutgehalt wurde generell gesenkt und eure Waffen hinterlassen keine blutigen Wunden mehr. Die Optik der Brandopfer wurde angepasst und Blut bleibt nicht mehr an den Wänden kleben. Trotz dieser „Einschnitte“ ändert sich aber nichts am Spielablauf. Kauft euch also ruhig die geschnittene Fassung, denn es wirkt sich in keiner Weise auf das Spielvergnügen oder die Stimmung aus. Ich hatte nie das Gefühl, dass irgendetwas fehlen würde.

Heiko Weber

Heiko meint:

Auch wenn die Funktionen zahlreich sind und die Möglichkeiten noch zahlreicher, wird man vom Spielverlauf langsam darin angeleitet, so dass man niemals überfordert scheint. Frustsituationen konnte ich auch keine feststellen, weil die Rücksetzpunkte allesamt großzügig gesetzt wurden. Nur selten bekommt man als Spieler die Gelegenheit, ein so atmosphärisches Spiel wie Bioshock in die Hände zu kriegen. Die Charaktere wirken alle äußerst glaubhaft und man wird nicht aufhören zu spielen, bis man das Ende gesehen hat. Für reichlich Abwechslung ist durch Minispiele und nicht lineare Lösungsmöglichkeiten ebenfalls gesorgt, so dass einem erneuten Durchspielen nichts im Wege steht. Besonders gut gefallen hat mir der moralische Aspekt. Nutze ich die Bewohner von „Rapture“ aus oder versuche ich den Überlebenden zu helfen? Wenn ihr Ego Shootern nicht abgeneigt seid oder  Gefallen an Spielen mit Horrorcharakter findet, dann solltet ihr dieses Spiel unbedingt gespielt haben; Ihr werdet es nicht bereuen.

 

 




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