Dienstag, 22. Mai 2012

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Pokémon Ranger: Finsternis über Almia

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Plattform:  USK 0DSDSi
Pokémon Ranger: Finsternis über Almia
Genre:
Abenteuerspiel
USK:
Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Herausgeber:
Nintendo
erschienen für:
DS

getestet auf:
DS lite

Schulnote: 3

Pädagogische Wertung:

Freigegeben ohne Altersbeschränkung

Genau wie in den Rollenspiel-Vorbildern ist auch Pokémon Ranger nahezu gewaltfrei; Kämpfe zwischen Pokémon sind immer sehr abstrakt und kindgerecht gehalten und basieren rein auf der harmlosen Darstellung von Attacken wie Wasserstrählen, Blitzschlägen oder Steinwürfen. Anders als in den Rollenspielen kann der Spieler hier gegnerische Pokémon nicht einmal direkt attackieren, sondern muss in ihnen ausschließlich mit einem speziellen Gerät freundschaftliche Gefühle und Verbundenheit wecken. Aufgrund des hohen Textaufkommens im Spiel ist es leider für Kinder, die noch nicht lesen können, nahezu unspielbar. Wir empfehlen das Spiel daher nur für Pokémon-Freunde, die sich im mittleren Grundschulalter befinden. Etwas schade ist, dass es Pokémon Ranger an Tiefgang fehlt und das Spiel somit weitaus weniger anspruchsvoll ist als seine Rollenspiel-Brüder; von einem pädagogischen Anspruch oder einer Schulung der Kreativität des Spielers kann man hier also leider nicht mehr sprechen. Kinder, die die aktuellen Pokémon-Rollenspiele (Edition Diamant / Perle) noch nicht gespielt haben, sollten daher auch aus pädagogischer Sicht vielleicht vorerst eines dieser beiden Spiele spielen, bevor sie sich dem weitaus flacheren Pokémon Ranger widmen.

 

Eine kleine Einleitung Schon immer gehörten Rollenspiele, im Fachjargon kurz als RPGs (englisch: Role Playing Games) bezeichnet, zu den komplexesten Videospielen überhaupt. Mit den ersten beiden Pokémon-Spielen, die hierzulande im Jahre 1999 unter dem Namen "blaue Edition" oder "rote Edition" für den Ur-Gameboy erschienen, gelang es Nintendo erstmals, ein Rollenspiel so kindgerecht und selbsterklärend zu stricken, dass auch die Allerjüngsten schon bestens damit zurecht kommen konnten. Das Beeindruckende daran war, dass auch alteingesessene Rollenspieler aufgrund der unfassbar vielen Entwicklungsmöglichkeiten der 151 Pokémon ihre wahre Freude an dem Titel fanden und somit keinesfalls eine Komplexität vermissten. Das Konzept schlug folglich ein wie eine Bombe, sodass sich Pokémon heute zu den erfolgreichsten Videospielserien aller Zeiten zählen darf; viele Nachfolger waren die natürliche Folge, sodass es heute nicht nur bereits 493 der kleinen Pokémon gibt - auch die Anzahl der Pokémon-Videospiel-Ableger mit einem grundsätzlich anderen Konzept als dem ursprünglichen Rollenspielgedanken ist heute beinahe unzählbar. Zu genau diesen Ablegern zählt auch das aktuell erschienene Schatten über Almia, welches bereits den zweiten Teil der Pokémon-Ranger-Serie darstellt und grob als Action-Abenteuerspiel im Pokémon-Universum beschrieben werden kann.


Pokémon Ranger: Finsternis über AlmiaGute Arbeit will gelernt sein Durch einen besonderen Kniff in der Erzählweise gelingt es Pokémon Ranger, uns eine der besten Einleitungen in ein Videospiel zu präsentieren, die wir bisher erlebt haben. Um uns anfangs nicht unnötig mit ellenlangen Erklärungen herumärgern zu müssen, erleben wir die Geschichte unseres Helden von seinem ersten Schultag in der Ranger-Schule an, in der er zu einem waschechten Pokémon Ranger ausgebildet wird. So können wir direkt in das Spiel einsteigen und erlernen Schritt für Schritt die Aufgaben eines Rangers, die Steuerung und die Feinheiten des Spiels. Mit einer guten Stunde realer Spielzeit zählt dieses Tutorial zwar zu den längsten, aber gleichzeitig auch zu den angenehmsten Einführungen in eine Videospielwelt. Doch leider flacht der großartige erste Eindruck schon bald nach unserer virtuellen Zeugnisübergabe ab: Denn sind wir erst einmal fest eingestellte Pokémon-Ranger, dürfen wir ab nun die Eintönigkeit eines durchschnittlichen Arbeitsplatzes nachempfinden.

Dabei klingt die Stelle als Ranger doch eigentlich so interessant: Als sehr guter Pokémon-Kenner sind wir dafür zuständig, Menschen und Pokémon in Not zu helfen oder einfach nur glücklicher zu machen. Dafür werden wir täglich auf Missionen geschickt, in denen wir beispielsweise Waldbrände löschen, Touristen vor aggressiven Pokémon retten, verlorene Schlüssel vom Meeresboden bergen oder einfach nur Wege freiräumen müssen. Außerdem erfüllen wir selbstverständlich auch kleinere Anliegen der Bewohner von Almia, indem wir ihnen beispielsweise Honig besorgen oder Informationen einholen. Zum Erfüllen einer solchen Mission ist es allerdings immer notwendig, wilde Pokémon zu bezähmen und so als neue Freunde zu gewinnen. Dies geschieht allerdings etwas eigenartig - so müssen wir, nachdem wir einem wilden Pokémon begegnet sind, um dieses so lange mit dem so genannten FangCom Kreise malen, bis sich eine Freundschaftsleiste gefüllt hat. Mit den seltenen Angriffen des entsprechenden Pokémons sollten wir dabei tunlichst nicht in Kontakt kommen, da unser FangCom nur eine bestimmte Anzahl Treffer aushält und das Spiel bei geleerter Energieanzeige beim letzten Speicherpunkt erneut begonnen werden muss. Haben wir es dann geschafft, die freundschaftlichen Gefühle in dem wilden Pokémon zu wecken, folgt uns dieses von nun an auf Schritt und Tritt. An gegebenen Stellen können wir die befreundeten Wesen dann dazu nutzen, uns beim Absolvieren unserer Mission behilflich zu sein - so sind einige Wasserpokémon beispielsweise in der Lage, ein Feuer zu löschen, während Käferpokémon oftmals mit ihrer Zerschneiderattacke ganze Baumstämme aus dem Weg räumen können. Nachdem es uns geholfen hat, verlässt uns ein befreundetes Pokémon allerdings schneller, als es gekommen ist und kehrt an seinen ursprünglichen Platz zurück. Wirklich schade ist, dass sich zwar die Missionen im Laufe des Spiels ändern, das Grundmuster allerdings immer dasselbe bleibt. Ob wir nun Bäume zerschneiden, Abgründe überqueren, Felsen aus dem Weg räumen oder mysteriöse Maschinen zerstören - immer müssen wir uns erst das richtige Pokémon fangen und an die entsprechende Stelle schicken; von großer Abwechslung kann hier also keine Rede sein. Da hilft auch die ganz nette Geschichte, die von dem Kampf gegen ein mysteriöses Team Nachtschatten erzählt, das zahme Pokémon zu wilden Bestien mutieren lassen will, nicht mehr viel, um uns an den DS zu fesseln.


Legendäre Aussichten Wer sich zu den allergrößten Pokémon-Fans zählt, der darf sich allerdings über eine besondere Belohnung freuen, wenn er das Spiel durchgespielt hat: Dann nämlich wird ein spezielles Ticket freigeschaltet, welches ihr - sofern ihr euch irgendwoher einen zweiten DS besorgen könnt - auf eure Pokémon-Spiele der Versionen Diamant oder Perl übertragen könnt. Hiermit habt ihr nun die einmalige Möglichkeit, das legendäre Pokémon Darkrai zu fangen, das auf normalem Wege in den Rollenspielen niemals erscheint. Außerdem sind schon jetzt einige Extramissionen per Wi-Fi-Modus auf euren DS übertragbar, welche weitere seltene Pokémon in den Hauptspielen freischalten können.

 

Felix Erben

Felix meint:

Es ist sehr schade, dass Nintendo aus Pokémon Ranger nicht mehr gemacht hat. Das Konzept passt eigentlich wirklich gut in das Pokémon-Universum und auch die Möglichkeit, durch das Beenden von Pokémon Ranger Inhalte in den großen Pokémon-Spielen freizuschalten ist eine schöne Weise, treue Fans zu belohnen. Wenn sich diese treuen Fans dann allerdings stundenlang durch immer gleiche Missionen klicken müssen und dabei so gut wie überhaupt keine Abwechslung geboten bekommen, dann kann man Nintendo hier nur verschenktes Potential vorwerfen. Weitaus spannender wäre es gewesen, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, indem man Pokémon gezielt steuern könnte, anstatt ihnen nur per Klick Befehle zu erteilen. Ähnlich wie in Super Mario Sunshine könnten wir so ein Wasserpokémon steuern und dessen Wasserstrahl zum Löschen eines Brandes verwenden. Zudem ist es etwas traurig, dass das Spiel zwar ständig erwähnt, dass Pokémon Ranger eine ganz besonders enge Beziehung zu ihren Pokémon haben, der Spieler dies allerdings überhaupt nicht spürt. Denn nahezu jedes Pokémon verlässt uns bereits wieder wenige Minuten nachdem wir es gefangen haben - hier ist die emotionale Verbindung zu den eigens trainierten Pokémon aus den Rollenspielen weitaus stärker. Pokémon Ranger ist daher leider ein Spiel nur für Fans, die von Pokémon nicht genug bekommen können und die sich für ein Darkrai auch gerne mal ein zeitweise eintöniges Spiel antun möchten.



Naruto Ninja Council 2 entführt uns an vielen Stellen in die Geburtsstunden der Videospiele zurück. Dass dies nicht nur Negatives mit sich zieht, beweist das klassische Spielprinzip, aufgepeppt durch die schnelle und für DS-Verhältnisse sehr schöne Grafik. Trotzdem ist es - gemessen am heutigen Standard - einfach ärgerlich und unverzeihlich, dass der Spieler überhaupt keinen Einstieg in das Spiel geboten bekommt und sich erst einmal alles selbst erarbeiten und aus dem Handbuch zusammenlesen muss. Auch die mangelnde Speichermöglichkeit gehört bei einem Spiel wie Naruto mindestens zehn Jahre in die Vergangenheit verbannt: Niemand möchte sich, nur weil er beim Bossgegner gestorben ist, heute noch ein zweites Mal durch das gesamte Level kämpfen, um endlich einen Fortschritt zu erzielen. Besser wäre es hier gewesen, den gesamten Schwierigkeitsgrad des Spiels noch etwas anzuheben und dafür dem Spieler öfter zu gestatten, seinen Fortschritt abzusichern. Nicht nur aufgrund der eigenartigen Geschichte, mit der Nichtwissende nahezu überhaupt nichts anfangen können, bleibt Ninja Council 2 ein Spiel, das wirklich nur für Naruto-Fans interessant ist.


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