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Pädagogische Wertung:
Obwohl es in Ninja Council 2 in erster Linie darum geht, mit seinem Ninja große Gegnermassen zu bezwingen, ist der Gewaltgrad des Spiels doch recht niedrig angesiedelt. Statt blutiger Effekte zeigt das Spiel nämlich nur Textboxen - gefüllt mit Wörtern wie "Ratsch“, "Uff“ - um anzuzeigen, dass der Gegner Schaden erlitten hat. Auch der quietschbunte Comicstil tut sein Übriges dazu, dass der Titel bedenkenlos einem Sechsjährigen in die Hand gegeben werden darf. Die Geschichte des Spiels wird nur in deutschem Fließtext erzählt, für Kenner der Serie erklärt sich diese jedoch aufgrund der vielen bewegten Comicszenen von selbst. Wie in der TV-Serie dient die abstrakte Gewalt jedoch nicht der Lösung von Aufgaben, sondern stellt das in eine zweckdienliche, unwirkliche Geschichte eingepackte zentrale Thema dar. Daher sprechen wir uns gegen die Einstufung der USK aus und empfehlen ein Mindestalter von 10 Jahren.
Wo bin ich hier? Eines vorneweg: Ich persönlich hatte zuvor noch nie Kontakt mit dem Naruto-Universum, weder mit der Fernsehserie noch mit irgendeinem Videospiel oder sonstigem. Entsprechend hilflos war ich direkt zu Spielbeginn, als ich nach einem mir nichts sagenden Einleitungsfilm, welcher nur aus extrem schnell herumrennenden Comicfiguren besteht, schon mitten im Spiel platziert wurde. Keine Erklärung einer Hintergrundgeschichte, keine Erklärung der aktuellen Situation und nicht einmal eine Erklärung, was ich zu tun habe. Die Auswahl meiner drei Charaktere, mit denen ich das Level bestreiten wollte, fällte ich deswegen rein nach dem Zufallsprinzip, insbesondere da mir nur die Gesichter der Spielfiguren, nicht aber deren Stärken und Schwächen angezeigt wurden. Als ich dann noch frühzeitig das Zeitliche segnete, weil auch die Steuerung meiner Spielfigur mir mit keiner Silbe erläutert wurde und es so schien, als sei jede Taste doppelt und dreifach besetzt, wurde es mir zu bunt: Ich erinnerte mich an die guten alten Zeiten, in denen die Handbücher zu Videospielen noch ihren Namen verdient hatten und blätterte mich durch ebendieses, um endlich mehr über das Spiel zu erfahren.
Der Neubeginn Nebenbei erfahre ich so - wie ich es mir aufgrund des Titels auch schon hätte denken können - dass ich in Ninja Council 2 in die Rolle eines Ninjas schlüpfe, um mit diesem mein Heimatdorf vor bösen Ninjas zu beschützen. Um bessere Chancen gegen die Bösewichte zu haben, darf ich mir jedes Mal gleich ein ganzes Team aus drei Ninjas zusammenstellen, wobei die zwei Begleiter nicht direkt ins Geschehen eingreifen, sondern mich nur mit ihren Spezialattacken oder Heilzaubern unterstützen. Nach dem Verinnerlichen der eigentlich doch gar nicht so komplizierten Steuerung und der bewussten Auswahl eines Ninja-Teams für die erste große Schlacht wage ich den zweiten Anlauf. Nach dem zähen Einsteig ist es für mich absolut überraschend, dass sich beim bewussten Spielen dann wirklich doch ein recht großer Spielspaß einstellt: Zwar sind die Gegner allesamt recht dämlich und lassen sich mit immer gleichen Schemata jedes mal aufs Neue leicht bezwingen; es macht aber einfach Spaß, als starker Ninja durch die recht großen Levels zu sprinten, an Häuserwänden hochzurennen und waghalsige Sprünge über tiefe Abgründe zu machen. Nebenbei bekommt das Auge hier auch einiges geboten: Die bunte, aber jederzeit stimmige Grafik des Spiels wird trotz der teilweise sehr hohen Spielgeschwindigkeit immer flüssig dargestellt und überzeugt vor allem durch ihre Detailverliebtheit.
Fingerkrämpfe vorprogrammiert Für Ärgernis sorgen dann allerdings wieder die unglücklich gestalteten Bosskämpfe: Zwar ist die Idee neu und gut, den Boss eines Levels bereits auf dem halben Weg ein erstes Mal in einem Minispiel schwächen zu können; die endgültigen Kämpfe stellen dann aber jeden Fingerakrobaten auf die Probe: Da die meist sehr starken Bossgegner nicht ohne die Spezialattacken unseres Teams bezwingbar sind, müssen wir von diesen natürlich auch regen Gebrauch machen. Das Problem dabei ist, dass diese Attacken - im Gegensatz zu den restlichen Spielkommandos - regen Gebrauch von dem Touchscreen des DS machen. Der Spieler muss so oft in Sekundenschnelle den Stylus in die Hand nehmen und mit diesem Kommandos auf dem Touchscreen eintippen, was nicht selten aufgrund des harten Zeitlimits misslingt. Genau so plötzlich fordert Ninja Council 2 dann wieder die Konzentration auf die Tastensteuerung ein - beinahe eine Unmöglichkeit beim Spielen unterwegs, wo man den Stylus eigentlich nur mit hohem Zeitaufwand in den entsprechenden Schacht schieben kann. Wer das Stiftchen aus diesem Grund jederzeit in der Hand behält, der wird spätestens nach einer halben Stunde das Spiel verfluchen, da sich in der rechten Hand unweigerlich ein Krampf einstellt. Besonders ernüchternd ist dies dann, wenn wir außerdem beim Bosskampf aufgrund einer solchen unmöglichen Forderung unser zweites Leben verlieren, und das gesamte Level noch einmal von vorne beginnen müssen, denn gespeichert wird in Naruto nur nach dem kompletten Beenden eines Levels.
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Felix meint: Naruto Ninja Council 2 entführt uns an vielen Stellen in die Geburtsstunden der Videospiele zurück. Dass dies nicht nur Negatives mit sich zieht, beweist das klassische Spielprinzip, aufgepeppt durch die schnelle und für DS-Verhältnisse sehr schöne Grafik. Trotzdem ist es - gemessen am heutigen Standard - einfach ärgerlich und unverzeihlich, dass der Spieler überhaupt keinen Einstieg in das Spiel geboten bekommt und sich erst einmal alles selbst erarbeiten und aus dem Handbuch zusammenlesen muss. Auch die mangelnde Speichermöglichkeit gehört bei einem Spiel wie Naruto mindestens zehn Jahre in die Vergangenheit verbannt: Niemand möchte sich, nur weil er beim Bossgegner gestorben ist, heute noch ein zweites Mal durch das gesamte Level kämpfen, um endlich einen Fortschritt zu erzielen. Besser wäre es hier gewesen, den gesamten Schwierigkeitsgrad des Spiels noch etwas anzuheben und dafür dem Spieler öfter zu gestatten, seinen Fortschritt abzusichern. Nicht nur aufgrund der eigenartigen Geschichte, mit der Nichtwissende nahezu überhaupt nichts anfangen können, bleibt Ninja Council 2 ein Spiel, das wirklich nur für Naruto-Fans interessant ist. |
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Endlich ist es wieder so weit. Zum dritten Mal öffnet die gamescom ihre Tore und lockt damit Videospieler aus aller Welt...




