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Pädagogische Wertung:
Herr der Ringe - Die Eroberung ist ab 16 Jahren, was meiner Meinung nach etwas überzogen ist. Liegt jedoch eher daran, dass es im deutschen System zu große Lücken zwischen den einzelnen Einstufungen gibt. Natürlich stellt die dunkle Kampagne eine Schlacht gegen Menschen dar, aber die gegnerischen Krieger sind genauso anonym und unpersönlich wie die Orks. Im Spiel ist es daher irrelevant, ob ich jetzt einem Ork oder einem Menschen in Rüstung auf den Helm kloppe. Das Spiel bietet dabei keinerlei Herausforderungen, mit blindem Drücken der Knöpfe kommt man quasi durch die ganze Kampagne. Im Schlachtgetümmel selbst geht es dabei vergleichsweise harmlos zu, was wiederum für mich ein Rätsel ist, weshalb hiermit erst 16 jährige spielen sollen, zumal zwei der drei Filme schon ab 12 Jahren freigegeben wurden. Ansonsten hat das Spiel keinen besonderen pädagogischen Wert, außer vielleicht die Lehre, dass ein großer Name kein großes Spiel bedeuten muss.
Die Welt ist im Handel Der Herr der Ringe ist ein Phänomen. Lange als Buchklassiker als unverfilmbar abgestempelt, überraschte uns gerade der Regisseur Peter Jackson 2001 mit dem ersten Teil der Trilogie, die heute schon als Kultverfilmung gilt. Electronic Arts hat seinerzeit die Lizenz für die Spiele aufgekauft und diese bereits mehrmals verarbeitet. Nun steht seit Kurzem ein weiterer Ableger in den Regalen - ohne den passenden Film dazu. Und während Cineasten auf den kleinen Hobbit im Kino noch etwas Warten müssen, können Spieler ein neues Abenteuer auf Konsolen oder PC erleben.
Die Spielgefährten Naja, fast neu. Einzig die Kampagne auf der Seite Saurons, der ebenfalls als Held spielbar ist, ist eine wirkliche Neuerung, die zumindest für ein bisschen Abwechslung im Spiel sorgt. Wer also schon immer mal den Elben die spitzen Ohren stutzen wollte, der ist bei Herr der Ringe - Die Eroberung goldrichtig. Zu Beginn einer jeden Mission gibt es nette Einspielungen, die alle durchweg ohne Filmeinspielungen auskommen und , zumindest in den Zwischensequenzen, mit den Originalstimmen unterlegt sind. Hier hat einen spätestens das Gefühl aus dem Kino wieder ergriffen, auch gerne mal die Welt retten zu wollen. Zu Beginn einer jeden Mission können wir uns dann aussuchen, welchen Kämpfernatur wir spielen wollen, Bogenschütze, Späher, Krieger und Zauberer stehen zur Verfügung, jeder mit seinen Vor- und Nachteilen. Wer innerhalb der Mission merkt, dass er sich für die falsche Figur entschieden hat, kann an eroberten Kontrollpunkten diese gegen eine andere ersetzen. Leider ist die Balance zwischen den einzelnen Recken nicht ganz ausgeglichen, respektive gibt es keine passenden Missionen dazu. Wer das Spiel möglichst schnell durchspielen will, wählt den Krieger und fegt mit Feuerschwertkombinationen und Raserei die Gegnerhorden von der Bildfläche. Der Zauberer ist die zweitstärkste Figur, solange man nicht karitativ denkt und andere Verbündete heilen will, denn dann wird es wuselig. Die heilbedürftigen Spieler in der Solo-Kampagne dursten zwar nach Genesung, hüpfen aber auf dem Schlachtfeld hin und her und lassen sich auch nicht stoppen, wenn ihr helfen wollt. Man kommt sich dabei schnell wie ein Doktor vor, der mit der Spritze seinem Patienten hinterherläuft. Denn das Heilen funktioniert in Herr der Ringe - Die Eroberung etwa wie ein Fernkampf - zielen und Tastenkombination drücken. Wäre an sich kein Problem, wenn man nicht einen Meter daneben stehen müsste. So rennt man dem Kränkelnden dauernd hinterher, damit er wieder gestärkt in den Kampf ziehen kann. Auch das wäre halb so schlimm, wenn man eben nicht mitten im Kriegsgetümmel stehen würde, was unweigerlich dazu führt, dass die Gegner in kriegsvölkerrechtlich höchst bedenklicher Weise auf uns einprügeln. In Mittelerde hat man halt von Genfer Konventionen nicht viel gehört. Und da fängt der Stress an - Heilen, Verteidigen, Hinterherlaufen, Heilen, Verteidigen, Angreifen, Heilen, Hinterherlaufen.... Ab da macht die Figur keinen Sinn mehr. Der Bogenschütze und der Späher kommen einem dann vor wie „Müssen halt dabei sein“ - Figuren, denn so wirklich effektiv sind diese nicht. Beim Bogenschützen liegt dies an der etwas ungünstigen Steuerung, denn zuerst muss man seinen Recken in eine Position abseits des großen Schlachtgetümmels bringen und dann die Gegner suchen. Kameradrehung und Zielen liegen dabei auf einem Steuerknopf, sodass man immer wieder beides verwechselt. Ebenso ungünstig ist die Zoom-Funktion ( Bogen mit Zielfernrohr ? ), denn dann hat man gar keine Übersicht mehr, was um einen herum passiert. Während wir also eifrig unsere Gegner einzeln mit Gift- und Feuerpfeilen malträtieren, hauen uns Gegnerhorden die Geschosse aus dem Köcher. Was schließlich ein Späher in diesem Schlachterspiel zu suchen hat, ist für mich schier unschlüssig. Diese Figur wäre die perfekte Ergänzung gewesen, um das Spiel insgesamt abwechslungsreicher zu gestalten. Dazu müssten aber Missionen integriert sein, in denen man die Stärken der Figuren voll ausspielen kann. Der Späher kann sich mit seiner Spezialfähigkeit „Tarnen“ quasi unsichtbar machen. Klingt praktisch, hat aber ein paar Haken. Zuerst funktioniert das nur, wenn man gerade nicht angegriffen wird und dann verliert man seine Tarnung, sobald man einen Gegner meuchelt. Der ist dann zwar sofort erledigt, nutzt aber nichts, wenn zwanzig andere Bösen herumstehen und dann auf mich zustürmen. Auch die andere Fähigkeit, mit Granaten zu arbeiten, ist von der Steuerung sehr ungünstig gelöst, was viel Frust beschert. Oft habe ich den Späher an einem Kontrollpunkt gegen einen schnöden Schwertkrieger getauscht, damit ich mich nicht mehr aufrege. Schade, denn mit dem Aufklärer hätte man eine zweite, starke Verzweigung einbauen können. In Minas Morgul eindringen und den Hexenkönig töten, nach Mordor und den Ring vernichten, in Osgiliath den General erledigen, seltene Artefakte stehlen und und und... Ein Schlächterspiel mit einem Schleichspiel zu kombinieren hätte wohl die Fangemeinde mehr aus dem Häuschen gebracht.
Schließlich habt ihr bei manchen Aufgaben die Möglichkeit, bekannte Helden zu spielen. So gibt es den Krieger Aragon und Gimli, die Späher Frodo und Eowyn, natürlich den Bogenschützen Legolas und andere Hauptfiguren der Saga, die es natürlich auf der Gegenseite auch gab. Gimli oder Saruman, der Mund Saurons oder Sauron selbst sind in der dunklen Kampagne spielbar, allerdings haben alle Helden eines gemeinsam: Sie sind quasi unbesiegbar. Mit Aragons Untotenwelle werden quasi alle Gegner im Umkreis sofort ins Jenseits geschickt, was sofort den Energiewert, der für Spezialattacken wichtig ist, hochschnellen lässt. Somit steht dieser Spezialangriff quasi immer zur Verfügung und das ganze Heer vor Helms Klamm ließ sich so fast alleine vernichten. Diese Überlegenheit der Helden macht das Spiel somit noch mal einfacher, als es ohnehin schon ist.
Die zwei ( Kampagnen- ) Türme Wenn ich es auch etwas nervig finde, erst die Seite der Guten durchspielen zu müssen, bevor ich mit Sauron Mittelerde unterwerfe, so ist dies noch akzeptabel, da man die Kampagne von Aragon und seinen Gefährten schnell durch hat. Beide Verzweigungen sind sich dagegen sehr ähnlich, meist unterscheiden sich die Missionen nur darin, welche Figur man spielt, auch hier wäre mehr Potenzial drin gewesen. Der Spaß, auf einem Olifanten zu reiten oder einem Nazguldrachen ist zwar recht groß, jedoch verliert dies schnell seinen Reiz, weil die Missionsgestaltung recht eintönig ist. Dazu kommt die nervige Eigenart, sofort dahinzuscheiden, wenn man das Schlachtfeld verlässt, was in einigen Karten sehr schnell passieren kann. Bedauernswert in beiden Kampagnen ist ebenso sowohl die KI meiner Mitstreiter und der Gegner. Gut, von Orks erwartet man nicht viel, aber etwas mehr Cleverness als ein Toastbrot darf man selbst von niederen Wesen erwarten, die schließlich selbst mal so was wie Elben waren. So lassen sich manche Schlachten wie am Tor zur Hornburg in Helms Klamm am ehesten mit dem Trubel auf dem Oktoberfest vergleichen, das kleidungstechnisch unter einer tolkienischen Mottoparty steht. Irgendwie machen alle irgendetwas aber nach dramatischer Schlacht sieht das nicht immer aus. Eine wirkliche Herausforderung entsteht so eher nur für Spielanfänger, die noch am Anfang ihrer Videospielkarriere stehen. Neben dem Einzelspiel gibt es den Mehrspielermodus, der allerdings den gleichen Manko hat, wie eigentlich das gesamte Spiel: Er nutzt die Möglichkeiten nicht aus. Nur bis zu 16 Spieler können sich online mit Schwert und Bogen beharken, das sind 8 auf jeder Seite - zu wenig für diese Art Spiel und den Karten, da hat man schnell das Gefühl, ein paar Bekloppte prügeln sich um die letzen Eintrittstickets für die Herr der Ringe Convention auf einem namenlosen Acker. Die Grafik geht mit dem ganzen Spiel konform: Nett aber das Potenzial nicht genutzt. Die Figuren sowie Landschaft und Bauten sind zweckmäßig dargestellt, aber keine Augenweide. Auf der Xbox 360 hat man zumindest nie das Gefühl, mit einer HD-Konsole zu spielen, was schnell enttäuscht. Auch PC Spieler sollten nicht all zu viel erwarten, denn trotz ordentlichen Anforderungen bleibt die Darstellung hinter den Möglichkeiten.
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Holger meint: Die Rückkehr des Königs ist Herr der Ringe - Die Eroberung sicher nicht. Das Spiel ist nett, aber die Bewertung kennen wir noch aus der Schulzeit: Nett ist ein Hund auch, aber die große Liebe wird es nie. Herr der Ringe - Die Eroberung lässt sich mal nebenbei zocken, kurz vor dem Schlafengehen, um die Wartezeit auf das China-Taxi zu verkürzen, für mal eben zwischendurch. Es ist durchaus interessant, aber es fesselt nicht. Weder Ton, Grafik noch Missionsdesign reizen mich dermaßen, dass sich ein Anzeichen von Vorfreude einstellt, wenn ich die Scheibe einlege. Als Entspannungsmaßnahme durchaus tauglich kann ich ohne große Anstrengung oder der Spur einer echten Herausforderung endlose Gegnerhorden abschlachten. Dabei zieht sich der größte Manko wie ein roter Faden durch das Spiel: verschenktes Potenzial. Aus Herr der Ringe - Die Eroberung hätte ein geniales Spiel werden können, wenn man die Möglichkeiten genutzt hätte: Brilliante Grafik, satter Ton, differenziertes Missionsdesign, das die Stärken der einzelnen Figuren besser eingesetzt hätte, Mehrspielermodus mit mehr Umfang, bessere KI - dergleichen gibt es noch mehr Punkte, die selbst in ihrer Gesamtheit das Spiel nicht ganz nach unten ziehen, aber das Gefühl vermitteln, hier wurde der Titel „Herr der Ringe - Rückkehr des Königs“ noch mal aufgelegt, nur mit namenlosen Figuren und ein paar Heldeneinspielungen. Alles irgendwie schon mal da gewesen, was die Grafik noch unterstreicht. Wer ein Spiel sucht, das einen nicht besonders herausfordert oder von Tastatursteuerung vom PC auf Konsolencontroller umsteigt, der ist mit dem Titel gut bedient. Erfahrene Zocker werden das Spiel irgendwo zwischen Duschen und Frühstück durchgespielt und zwei Tage später wieder vergessen haben.
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Endlich ist es wieder so weit. Zum dritten Mal öffnet die gamescom ihre Tore und lockt damit Videospieler aus aller Welt...




