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Pädagogische Wertung:
Welche Überraschung, ohne Altersbeschränkung. Da möchte ich mal die Chance ergreifen, mich noch mal daran zu stoßen, dass es nach wie vor keine Einstufung gibt, die eine realistische Einschätzung gibt, für welches Alter ein Spiel wirklich geeignet ist. So ist zum Beispiel die Hand-Auge-Koordination so anspruchsvoll, dass man das Spiel einem Kind unter 10 Jahren nicht uneingeschränkt empfehlen kann. Kinder können mit der Hektik auf dem Fernsehbildschirm schnell überfordert sein, daher bleibt auch hier unsere Empfehlung, dass man mindestens 10 Jahre sein sollte, um Pro Evolution Soccer zu spielen. Zudem ist eine Geduld und Hartnäckigkeit vonnöten, um als Anfänger die Steuerung zu erlernen und mit hohen Niederlagen, zumindest zu Beginn, fertig zu werden.
Hase und Igel Konami und Electronic Arts tragen seit ein paar Jahren einen offenen Schlagabtausch darüber aus, wer das bessere Fußballspiel auf den Markt bringt. In der Szene ging der Preis für die Serie 2008 an Konami, dieses Jahr war man gespannt, ob es die Japaner wieder schaffen, trotz fehlender Lizenz das bessere Spiel abzuliefern. Hierbei geht das neue Pro Evolution Soccer schon vom Design ganz andere Wege als Fifa. Die Ladegrafik und die Hintergrundbilder ähneln am ehesten dem Plattencover einer New-Pop-Band anstatt mit Videos oder Animationen aufzuwarten. Das sieht nicht schlecht aus, ist aber etwas trocken und unspektakulär. Ebenso müssen wir warten, bis ein Spiel geladen wird und können dabei ein Standbild betrachten. Das hätte man, unabhängig vom Konkurrenten, besser lösen können. Es muss ja kein Aufwärmgekicke vor dem Stadion sein, aber eine Art Vorspann und Einstimmung auf das Spiel hätte es auch getan. Wir haben uns einen sympathischen Verein ausgesucht, original Vereins- und Spielernamen fehlen meistens, macht aber beim Spiel selbst nicht wirklich viel aus. Auf dem Platz dann die erste Ernüchterung, denn die Atmosphäre wirkt wie gedämpft. Die Zuschauer sind statisch und wiederholen sich zu oft, das grün auf dem Rasen ist wie mit einem Graufilter aufgenommen und die Figuren wirken ein bisschen wie hinter Milchglas. Zudem sieht ein Spielverlauf manchmal aus wie mit Robotern gespielt. Hier fehlt mir die Geschmeidigkeit, die kleinen Animationen, die einem das Spielen realistischer erscheinen lassen. Die Mimik ist dabei schwer auszumachen und die Gesichter ähneln manchmal mehr Axel Schulz nach einem Boxkampf, anstatt einem engagierten Fußballer.
Anfänger gegen Profi Dafür ist nicht nur für Pro Evolution Soccer-Neulinge sondern auch für Genre-Einsteiger die Steuerung etwas zugänglicher und auch die Tatsache, dass Pro Evolution Soccer etwas „gediegener“ abläuft, hilft dabei, eine Partie eher in den Griff zu kriegen als beim Konkurrenten. Um es freundlich zu sagen: Durch die unspektakuläre Umgebung kann man sich mehr auf das eigentliche Spiel konzentrieren. Trotz aller Nörgelei ist Pro Evolution Soccer dabei jedoch kein schlechtes Fußballspiel, im Gegenteil. Konami achtet mehr auf Umgänglichkeit, einfachen Spielablauf und zugängliche Steuerung. Somit ist Pro Evolution Soccer eher das Spiel für das Match zwischendurch, ohne das negativ zu meinen. Fans der vorherigen Version mögen jedoch enttäuscht sein, weil Konami aus seinem Vorsprung nicht viel gemacht hat, sondern sich anscheinend eher darauf ausgeruht und jetzt einiges an Boden verloren hat. Die Kampagne, respektive der Karrieremodus ist hierbei der Kern des Spiels. Auch hier kann man einen Fußballer auswählen und von der untersten Liga sich nach oben kicken. Hierbei kommt es nicht nur darauf an, alleine ein gutes Match zu bestreiten, sondern auch sich dem Team unterzuordnen und Fußball als Mannschaftssport zu sehen. Scouts beobachten dabei eure Spiele und zur rechten Zeit bekommt ihr Angebote größerer Vereine, in denen ihr euch beweisen müsst. Das alles ist auch für Genre-Neulinge zu bewältigen und nicht ganz so frustrierend wie beim Mitbewerber. Das macht insgesamt auch der Japaner besser, wenn es auch fast das Einzige bleibt, was Konami bei Pro Evolution Soccer deutlich besser macht als die Kanadier bei Fifa. Naja, zumindest ist der Mehrspielermodus keine mittlere Katastrophe mehr und funktioniert einwandfrei.
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Holger meint: Es klingt etwas bizarr, beschreibt es aber eigentlich am Besten: Pro Evolution Soccer ist ein Fußballspiel für Nicht-Fußballspieler. Die Steuerung ist zwar ähnlich umfangreich wie bei Fifa, insgesamt aber leichter zugänglich. Das allein reicht aber nicht, um den direkten Wettbewerb für sich zu entscheiden. Konami hat solide Videospielkost abgeliefert, die für ein breiteres Publikum geschaffen ist, aber ihr merkt, es fällt schwer, weitere Vorzüge zu nennen. Pro Evolution Soccer hat sich auf seiner besseren Ausgangsposition ausgeruht und verliert so den ohnehin schon knappen Vorsprung. Insgesamt ist Pro Evolution Soccer ein gutes Videospiel zum Thema Fußball. Die Namen und Vereine sind editierbar, aber es wirkt alles ein bisschen zu träge, quasi wie echte Bundesligaspieler nach vier englischen Wochen mit DFB-Pokal und Championsleague. Den Simulationsanspruch mussten die Japaner an Electronic Arts abgeben, dafür kann sich Pro Evolution Soccer rühmen, ein Spiel auch für diejenigen zu sein, die früher beim Schulkicken immer als letztes zugeteilt wurden, weil sie keiner wollte. So wie mich. Trotzdem versuche ich mich eher an Fifa, weil es mehr Ehrgeiz entfacht.
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Endlich ist es wieder so weit. Zum dritten Mal öffnet die gamescom ihre Tore und lockt damit Videospieler aus aller Welt...




