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Pädagogische Wertung:
Draufballern, wegfliegen, hier und da was in die Luft jagen und zwischendurch ein paar Raketen abfangen und fiese Boss-Gegner erledigen. Da fällt es schwer, einen pädagogischen Wert in Iron Man zu finden. Die moralischen Entscheidungen im Spiel wie etwa „Zivilisten retten“ oder „Army Kampfjetpiloten verschonen“ haben keine Auswirkung auf den Spielverlauf und reizen deshalb wohl eher aufgrund der Erfolge. Um es als Eiserner Mann erfolgreich mit Armeen von Gegnern aufzunehmen, benötigt man eine gewisse Resistenz gegen Frust und Monotonie. Das sind wohl annehmbare Gründe für die Freigabe ab 16 Jahren. Das kampfbetonte aber unblutige Grundmuster der einem Marvel-Comic entsprungenen Science-Fiction-Welt, hätte man hingegen auch Zwölfjährigen zugänglich machen können.
Echt Stark, der Eiserne Mann Für alle, die von dem gleichnamigen Hollywoodstreifen und Marvels Comic-Vorlage bisher unberührt blieben, beginne ich mit einer Kurzfassung der Geschichte: Iron Man ist das Alter Ego des Multimilliardärs Tony Stark, der nach dem Tod seiner Eltern den Familienbetrieb Stark Industries übernimmt. Dabei handelt es sich um einen Technologie-Konzern, der Waffensysteme im Auftrag der US-Regierung entwickelt. Als ihn eine Bombenexplosion schwer verletzt, wird ein eiserner Anzug für ihn überlebenswichtig. Zugleich verleiht ihm dieser Anzug übernatürliche Mega-Kräfte und, dank Düsenantrieb, die Fähigkeit zu fliegen. Wie jede Heldenfigur von Marvel ist auch der Iron Man nahezu unbesiegbar und setzt seine immense Kampfkraft im Namen des Guten gegen das Böse ein.
Ein Mann, eine Rüstung und ein Poet Die Handlung des Videospiels lehnt sich an die des Films an, auch wenn man im Spiel leider nicht viel davon mitbekommt. Alles beginnt in einer düsteren Höhle, in der unser Hauptdarsteller eine glühende Maske aus dem Feuer nimmt, die in schummrigem Licht langsam abkühlt. Der Mann an seiner Seite ist Ho Yinsen. Ein Physiker, der zusammen mit Stark seinen ersten Iron-Man-Anzug entwickelt. Für seine poetischen Einlagen wird er von Stark auch liebevoll Shakespeare genannt. Während der kurze Film noch Tony Starks Vorbereitung zur Flucht aus Nordvietnamesischer Gefangenschaft andeutet, steuere ich schon im nächsten Moment eine eiserne Rüstung, die wohl von unserem Protagonisten Tony Stark ausgefüllt wird. Mein erstes Missionsziel: Flucht!
Mit Fausthieben und Flammenwerfer strecke ich schon die ersten Feinde nieder, als mich mein Bewusstsein mit Fragen bombardiert. Und dies ebbt im Verlauf des Spiels nicht wirklich ab. Nur schwach erinnere ich mich an die Abenteuer von Tony Stark - dem Captain America. Und ich fühle mich überrannt von zusammenhanglos scheinenden Tatsachen und den plötzlich auftauchenden Charakteren. Wer zum Henker ist Pepper? Und warum hat Iron Man andauernd eine neue Rüstung? Die Zwischensequenzen, die hier ein wenig Licht ins Dunkle bringen könnten, werfen nur noch mehr Fragen auf. Die Geschichte des Films kommt im Spiel wirklich nur schleppend an. Wer die Zusammenhänge erfassen möchte, sollte storytechnisch schon fest im Sattel sitzen. Erklärt wird nur das Nötigste und die Befriedigung der Neugier gleicht schon fast einer Nebenmission.
Superheld? Scheinbar keine Herausforderung! Die Steuerung ist vorbildlich einfach und so gelingt es mir innerhalb einer kurzen Trainingsmission meinen eisernen Streiter zu kontrollieren. Schweben, Fliegen Angreifen - all dies geht innerhalb weniger Minuten in Fleisch und Blut über. Schnell noch mit dem Düsenantrieb zum Training durch ein paar Markierungen jetten, und schon können sich die Bösen Jungs warm anziehen. Ein neuer Sheriff ist in der Stadt und ich fühle mich schon wie ein Superheld, als eine Armader von Streitkräften, Panzern und Kampfhubschraubern mich mit Salven ihrer nicht endenden Munition eindeckt, ohne mir wirklich Schaden zuzufügen. Das anfänglich erhebende Gefühl der unbesiegbaren Ein-Mann-Armee kann auf die Dauer jedoch in große Langeweile umschlagen. Der Verlauf des Spiels gestaltet sich bereits ab den ersten Missionen mit seinen Wiederholungen als sehr ermüdend. Bei den vier Leben, die man für jede Mission erhält, hat man schon Schwierigkeiten, dass erste zu verlieren. Echte Marvel-Helden sind nun einmal (fast) unbesiegbar!
Während man monoton in die Massen der Gegner feuert, liegt die wahre Herausforderung in Iron Man in den Nebenzielen. Hier muss neben der Ballerei beispielsweise darauf geachtet werden, dass Zivilisten verschont, Raketen nicht gestartet oder Army Piloten nicht abgeschossen werden. Allerdings sind diese Nebenmissionen stellenweise so schwer zu meistern, dass sie eher frustrieren als begeistern. Die einzelnen Missionen sind zudem wenig abwechslungsreich und sind nach einem immer wiederkehrenden Schema zu meistern. Und nach etwa fünf Stunden wird man diese auch allesamt gespielt haben, wenn man durchhält.
Wäre doch alles so bunt wie ein Comic Der Iron Man ist nicht nur der Mittelpunkt der Handlung, sondern sticht auch grafisch als interessantestes Objekt deutlich hervor. Je nachdem, welche Rüstung unser Held trägt, funkelt er wie Gold in der Sonne und auf der metallenen Oberfläche spiegelt sich das Licht auf beeindruckende Weise. Leider zeigt der Rest des Spiels weniger Lust zur Detailverliebtheit. Zwar kann ich mit meinem Superheld durch sehr große Areale fliegen, die aber furchtbar leer und farblos gestaltet sind. Die totale Einöde der Canyons und Wüstengegenden versprühen mehr Leben als die Metropole mit ihren Wolkenkratzern. Alles wirkt trostlos und ohne Leben. Selbst die zu rettenden Zivilisten sucht man vergebens. So fühlt man sich in der Stadt schon fast eher als „Der Omega Mann“, wären da nicht die Feinde und Raketen, von denen es massenweise gibt.
Die Musik und die Sprachausgabe retten hier, was zu retten ist. Die Synchronstimmen kommen ebenso authentisch rüber wie die Soundeffekte. Die Waffen- und Explosionsgeräusche untermalen die Atmosphäre und machen richtig Spaß. Die Musik ist dabei ebenso wenig aufdringlich, wie die abwechslungsreichen Dialoge. Wenn der Eiserne Mann schon nicht auf Dauer die Augen verwöhnt, so fühlen sich wenigstens die Ohren wie im feinsten Actionkino verwöhnt, eine gute Surround-Anlage vorausgesetzt.
Echte Helden sterben einsam So müssen die Entwickler des Spiels wohl gedacht haben. Denn einen Mehrspieler-Modus sucht man bei Iron Man ebenso vergeblich, wie die Möglichkeit zum Onlinespiel über Xbox Live. Wer also heldenhaft alle Missionen durchgespielt hat, dem bleibt nur noch, in einem „Ein-Mann-Armee“-Spiel auf Zeit eine gewisse Anzahl von Gegnern in verschiedenen Arealen zu besiegen. Ich habe meine Frau eingeladen, mir beim erneuten Spielen einer Mission zuzusehen; auch eine Abwechslung! Schade, ich hätte gerne mit anderen Helden ein paar Missionen aufgemischt. Das hätte nicht langweiliger sein können...
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Marco meint: Zugegeben, ich mag dieses Spiel… auf eine gewisse Art. Durch die Luft jetten, Gegner abballern und dabei als Superheld unbesiegbar sein, dass hat schon etwas. Zudem kochen längst vergessene Kindheitsträume aus vergangenen Comic-Tagen wieder auf. Dem Liebhaber von guter Action kann ich diesen Titel nicht wirklich ans Herz legen, denn das Spieldesign ist eher eine Enttäuschung und auf die Dauer langweilig. Aber Iron Man ist nicht nur schlecht! Betrachtet man den Titel als leckeres Videospiel-Fastfood für zwischendurch, so macht er durchaus Spaß. Für hartgesottene Fans der Comic-Reihe könnte der Iron Man wohl zum Überschallflug ansetzten. Für Spieler, die mit dem Eisernen Mann und der Story nichts anfangen können, mutiert er jedoch schnell zur bleiernen Ente. |
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Endlich ist es wieder so weit. Zum dritten Mal öffnet die gamescom ihre Tore und lockt damit Videospieler aus aller Welt...




