Dienstag, 22. Mai 2012

Aktualisiert:15:57 Uhr

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PlayStation Move

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PlayStation Move
Artikel:
PlayStation Move System


für Sony PlayStation 3
Hersteller:
Sony
Preis:
ab 44,90€ (ermittelt)
getestet mit:
PlayStation 3



Schulnote: 3

I like to move it!

Bewegungssteuerung ist heute bei allen Konsolen großes Thema, da hierbei neue Zielgruppen erschlossen werden können (aber nicht müssen…), die Entwicklung noch nicht allzu weit fortgeschritten ist und sich ein paar interessante Möglichkeiten bieten, die man mit dem Couch-Controller nicht hat. Welche Vor- und Nachteile bietet nun also die Lösung von Sony zu diesem Thema? Zunächst folgt Sony Nintendo, da sie ebenfalls auf einen Controller für die Hand anbieten, der jedoch nur in Zusammenarbeit mit der PS3 Kamera funktioniert. Dieses System hat Sony von seinem für die PS2 entwickelten Eye Toy übernommen, das damals zwar das Richtige wollte, aber es falsch umgesetzt hat. Die Erklärung von Sony für den Controller in der Hand ist, dass man durch das PS2 Eye Toy festgestellt hat, dass der Spieler „etwas in der Hand halten will“. Deshalb sei Eye Toy auch damals relativ gefloppt. Dafür bekommen wir jetzt einen Kontroller mit bunter Kugel oben drauf. Ich komme aber einfach nicht daran vorbei, den Kontroller auch als Erotikspielzeug einzuordnen, vor allem, wenn er schön rosa leuchtet. Gut, Design ist Geschmackssache, Hauptsache ist es, dass es funktioniert.

Die Konfiguration klappt relativ gut, vorausgesetzt, die Lichtverhältnisse stimmen einigermaßen. Da nicht Extremitäten des Spielers, sondern die bunte Kugel erfasst wird, ist dunkel besser als zu hell, was im Gegensatz zu Microsofts Kinect steht. Wie bei allen kalibrierten Bewegungssteuerungen ist ein allzu großen Abweichen von der Ausgangsposition schlecht für die Spielesteuerung. Man muss also auch bei Move ziemlich genau auf dem Platz stehen bleiben, bei dem man kalibriert hat.

Die Erkennung von Bewegungen ist recht gut und zügig, Aussetzer gibt es fast keine. Schwierig wird es, wenn das System mehr machen möchte, als dafür vorgesehen. Wenn es dann noch genau in die andere Richtung geht, ist es ganz chaotisch. Beispiel „The Fight“: Es gibt die Möglichkeit, den Kopf des Spielers erkennen zu lassen, dafür muss es aber heller sein, damit der Kopf erkannt wird, das beste Ergebnis erhält man also als Spieler vor einer weißen Wand. Je nachdem, wie hell es ist, kann aber der Move-Sensor nicht so gut erkannt werden, was sich in der Steuerung niederschlägt. So hat es gut eine Stunde gedauert, bis ich Kopfbewegung und Move-Steuerung so kalibriert habe, dass alles einigermaßen passte. Zuvor wurde entweder meine Kopfbewegung nicht erkannt, die Schläge nicht präzise oder mein Block einfach nicht passend. Das geht recht schnell auf die Nerven und man fühlt sich versucht, den Move-Controller einem spontanen Ballistik-Test in Form einer Steilflugbahn aus dem Fenster zu unterziehen.

Die Spiele für Move sind inzwischen recht vielseitig, entwickeln aber erst ihre Stärke, wenn der Navigationscontroller dazu gepackt wird oder sogar zwei Move Controller angeschlossen werden. Mit Start Set, Spiel und zweitem Controller ist man da auch wieder bei rund 150 EUR, das schlägt schon mal gut zu Buche. Um beim Beispiel „The Fight“ zu bleiben: Theoretisch mit 2 Spielern an einer Konsole spielbar, praktisch etwas aufwändig und ungünstig. Denn für die optimale Lösung werden vier Move Controller benötigt, was rund 180 EUR kostet. Plus Spiel sind wir bei 220 EUR, dafür bekomme ich fast eine XBOX mit Kinect zusammen. Ist das aber trotzdem investiert ist die Erkennung von vier Kugeln für die Kamera schon eine Herausforderung und es stellt sich ungewollt eine „realistische“ Kneipenprügelei-Atmosphäre ein, da beide Spielfiguren taumelnd um sich hauen, ohne genau zu wissen, was sie da tun. Geht man einen Schritt im Wohnzimmer beiseite, um dem Nebenmann etwas mehr Platz zu machen, muss man in Prinzip alles neu kalibrieren, was aber auf Dauer ziemlich nervig ist.

Bei den übrigen Spielen ist es ähnlich: Wenn alles eingestellt ist, ist die Steuerung sehr präzise, aber durch die Positionswechsel des Spielers wird oft einiges an Genauigkeit eingebüßt. Dafür bietet Move ein umfangreicheres Portfolio für Move an: Sportspiele, Bürostuhlrennen, Prügelspiel, Strategiespiele, Kirmesschießen und Shooter nutzen die neue Steuerung umfangreicher aus, als Microsoft das bei Kinect macht. SOCOM macht mit dem Gewehraufsatz ziemlich viel Spaß und ist eine echte Bereicherung für das Genre, Heavy Rain ist nochmal ein Stück intensiver mit der eingesetzten Bewegung. Dafür sind Vollbewegungsspiele wie SingStar Dance oder Michael Jackson natürlich nicht so geeignet, weil eben nur die Armbewegung aufgenommen wird. Bei Kinect muss man sich wirklich komplett bewegen, da hier Arme und Beine erfasst werden.


Holger Weiss

Holger meint:

Move macht Spaß und das Softwareangebot von Kauf- und Downloadspielen ist sehr abwechslungs- und umfangreich: Sports Champions, Bowling, Billard, Minigolf, Strategiespiel RUSE, der Shooter SOCOM, Heavy Rain, Kung Fu Raider – Sony versteht es besser als Microsoft, eine breiteres Angebot an Spielen zu bieten. Dafür ist die Anschaffung für mehr Spieler teurer und die Einbußen bei der Steuerung, die man hat sobald der Spieler seine Position verändert, sind auf Dauer nervig. Wer sich sowieso auf Kinder- und Sportspiele festlegen will, der ist auf jeden Fall mit dem Kinect besser bedient. Wer aber auch andere Genrevertreter mit Bewegung steuern will, der muss ich auf Move einschießen und die Nachteile in Kauf nehmen.




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