Dienstag, 22. Mai 2012

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Nintendo 3DS

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Nintendo 3DS
Artikel:
Nintendo 3DS


portable Spielkonsole
Hersteller:
Nintendo
Preis:
ab 249,90 € (ermittelt)
getestet mit:
Pilot Wings, Nintndo Dogs + Cats,


Super Street Fighter 3D

Schulnote: 1+

Unscheinbar und in modernem metallic liegt er nun in meiner Hand. Vom Gewicht und der Größe her erinnert er an den DSi, wenn gleich die beiden Augen der Kameras darauf hinweisen: hier kommt etwas völlig neues. Den Akku habe ich bereits geladen und bin jetzt nur noch einen Schritt davon entfernt, in das neue Abenteuer einzutauchen. Ich will kurz inne halten, doch meine Finger sind schneller und haben den 3DS bereits aufgeklappt und eingeschaltet. Im nächsten Moment tauche ich in meine 3D-Abenteuer für unterwegs, auch wenn ich noch immer an meinem Schreibtisch sitze.

 

Klein, aber 3D Als erstes zieht der Bildschirm in der Oberschale die Blicke auf sich. Er ist im Vergleich zu den Vorgängern deutlich gewachsen und kommt in der Größe fast an das Display von Sonys PSP heran. Auf knapp 8 x 5 Zentimeter Fläche liefert der breite Bildschirm mit einer Auflösung von 800 x 240 Pixel ein brillantes Bild. Das autostereoskopische LCD-Display ordnet jedem Auge 400 Pixel zu und erzeugt so einen verblüffenden 3D-Effekt ganz ohne spezielle Brille. Über einen kleinen Schieberegler an der rechten Gehäuseseite lässt sich der Tiefeneffekt des Bildes verstärken oder verringern, um damit das räumliche Bild auf die persönliche Wahrnehmung anpassen. Das räumliche Bild unterscheidet sich hingegen deutlich vom 3D-Kino auf der großen Leinwand. Während die brillengestützte Technik mehr darauf aus zu sein scheint, Objekte immer wieder aus der Leinwand ragen zu lassen, vermittelt der 3DS das Gefühl, durch den Bildschirm in eine Welt hinter einem Fenster zu sehen. Ähnlich wie Fische in einem Aquarium bewegen Sie Figuren und Spielelemente in einer dreidimensional wirkenden Spielwelt - eine Illusion, die das Gehirn aufnehmender verarbeitet als Objekte, die aus einer Projektionsfläche auszubrechen scheinen. Doch wie jede 3D-Technik bringt auch die im 3DS ihre Einschränkungen mit sich. Nicht nur, dass das Bild mit dem Tiefenregler auf die persönliche Wahrnehmung eingestellt werden muss, die Technik fordert von Spieler einen bestimmten Abstand und Betrachtungswinkel. Das bedarf etwas Übung im Umgang mit dem Gerät und führt bei Nichtbeachtung zu geisterhaften Doppelbildern.

 

Nichts für Kinderaugen Das Prinzip der räumlichen Darstellung ist vergleichbar mit den zu bewegenden Wackelbildern und beruht auf dem stereoskopischen Sehen; dass wir mit zwei Augen unsere Umwelt gleichzeitig aus zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Entsprechend liefert der 3DS jedem Auge ein unterschiedliches zweidimensionales Abbild und gauckelt damit einen räumlichen Eindruck von Tiefe vor, die physikalisch nicht vorhanden ist. Abgesehen davon, dass die so erzeugten 3D-Bilder bei direktem einfallenden Sonnenlicht oder ähnlich starken Lichtquellen nicht zu erkennen ist, werden die 3D-Bilder von jedem unterschiedlich wahrgenommen. Personen mit starker Fehlsichtigkeit, Augenfehlstellungen oder nur einem Auge verschließt sich der räumliche Effekt vollends.

Nintendo 3DSEntgegen einer zweidimensionalen Animationen, die lediglich über perspektivische Darstellung ein Gefühl von Raum vermitteln, liefert die stereoskopische Darstellung den Augen ein Raumbild, dem das Gehirn ständig versucht, nicht vorhandene Entfernungen zuzuordnen. Je nach Umgebung, Inhalt der Bilder und körperlicher Verfassung kann dies Augen und Gehirn auch schnell überfordern. Daher sind für den Konsum von stereoskopischen 3D-Animationen grundsätzlich gewissen Verhaltensregeln zu beachten, auf die in der Bedienungsanleitung des Gerätes auch deutlich hingewiesen wird. Eltern von Kindern unter 12 Jahren sollten ihren Nachwuchs nicht unbeaufsichtigt mit dem 3DS spielen lassen, um auf Anzeichen für eine Überforderung wie die Wahrnehmung von Doppelbildern oder Augenermüdung, Kopfschmerzen, Schwingelgefühl oder Übelkeit entsprechend zu reagieren. Bei der Verwendung der 3D-Funktion sollte zudem alle 30 Minuten eine Pause eingelegt werden und Kinder bis 6 Jahren sollten den Nintendo 3DS nicht in die Finger bekommen; bei ihnen kann die Betrachtung von 3D-Bildern sogar zu einer Beeinträchtigung des Sehvermögens führen.


Der Große Bruder des Nintendo DSi Seinem Vorgänger in Form und Funktion ähnlich, zeigt der Nintendo 3DS eine Vielzahl von Parallelen. Programme und Funktionen werden als Kanäle im unteren Monitor angezeigt und können durch Berühren direkt ausgewählt werden. Die runden Bedienknöpfe A, B, Y und X finden sich an gewohnter Position wieder und auch das digitale Steuerkreuz ist leicht mit dem Daumen zu bedienen. Allerdings ist es etwas nach unten verlegt worden, um einem analogen Schiebepad Platz zu machen, wie man es bislang nur von Sonys PSP kannte. Der untere Monitor bleibt berührungssensitiv zur Eingabe mit Fingern oder Stylus, ist jedoch etwas kleiner ausgefallen, um am unteren Rand den Knöpfen 'Select", 'Home' und 'Start' platz zu machen. Der Anschluss für den Kopfhörer wurde in die Mitte des Gehäuses verlegt, damit der Stecker nicht mehr beim Spiele stört und die innere Kamera wurde vom Gelenk über den oberen Bildschirm verlegt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass hier eine Reihe von Veränderungen vorgenommen wurden, um den Gebrauch der Konsole zu verbessern. Lediglich beim Regler für die Lautstärke machten die Entwickler einen Schritt zurück, indem sie statt zwei digitalen Schaltern wieder einen analogen Schieberegler verbaut habe, der sich beim alten DS schon als anfällig für Staub und starken Gebrauch zeigte. Der Modulschacht wurde leicht verändert, damit die neuen 3DS-Module in den Nintendo 3DS - und auch nur in ihn - eingelegt werden können. Dadurch finden auch DS-Module hier ihren Platz, die problemlos und in vollem Umfang auf dem 3DS gespielt werden können. Auch der Stylus wurde verbessert. Der Schaft des Eingabestiftes ist nun aus Metal und lässt sich wie ein Teleskop stufenlos in der Länge verstellen. Obwohl er weniger Platz im Gerät braucht ist er insgesamt länger geworden und liegt so besser in der Hand.


Ton- und Bildaufnahme hoch drei Wie bereits der DSi, hat auch der Nintendo 3DS die netten Gimmicks Tonstudio und Kamera an Bord und das gleich mit Unterstützung für den dritte Dimension. In der Oberschale finden sich gleich zwei Kameras, mit denen stereoskopische Bilder angefertigt werden können. Im Gegensatz zur Kamera auf der Innenseite lassen sich damit Fotos mit 3D-Effekt erstellen, die mit dem mitgelieferten Bildstudio auch gleich editiert werden können. So entstehen mit etwas Geschick und Kreativität schöne und witzige Aufnahmen, die man auch mit Freuden tauschen kann. Einziger Wermutstropfen bleibt, dass die räumlichen Bilder nur auf einem 3DS dreidimensional gesehen werden können. Auch wenn sich die Bilder über die SD-Speicherkarte bequem auf den PC übertragen lassen, so verlieren sie dabei den gewünschten Effekt.

 

Marco Schmitz

Marco meint:

Mit dem 3DS ist Nintendo ein großer Wurf gelungen. Die Konsole ist ordentlich verarbeitet und überzeugt mit dem 3D-Bild ohne Brille auf ganzer Linie. Einige Punktabzug gibt es für die Lautstärkereglung mit einem popeligen Schieberegler, hier hätte ich mir kleine Knöpfe wie beim DSi gewünscht. Dafür überzeugen Klang und Bild auf ganzer Linie. Wegen dem 3D-Bild eignet sich Nintendos neue Konsol nur bedingt zum Spielgerät für den Nachwuchs und der stolzen Preis von 249,- Euro steuert einen nicht unerheblichen Teilt dazu bei. Zielgruppe der tragbaren Konsole dürfte daher wie beim DSi XL weniger der Nachwuchs, sondern mehr die Eltern sein, die das Spielen unterwegs für sich entdeckt haben. Bleibt zu hoffen, das die Hersteller der Spiele dies auch so sehen und entsprechende Titel für den 3DS entwickeln. Titel wie "Nintendos - Cats" treffen da zwar nicht unbedingt ins Schwarze, aber "Pilot Wings" oder "Super Street Fighter 3D" gehen da in die richtige Richtung.



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