Dienstag, 22. Mai 2012

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Hama 2.1 Soundsystem Q900

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Hama 2.1 Soundsystem Q900
Artikel:
2.1-Lautsprechersystem Q-900


(aktiv)
Hersteller:
Hama
Preis:
89,00 € (Herstellerangabe)
getestet mit:
Windows PC




Schulnote: 3

Elegante Verpackung... Mit dem "Q 900" schickt Hama ein 2.1-System in einen heiß umkämpften Markt. Wer hier bestehen will muss für einen Verkaufspreis von 89.- (Herstellerangabe) schon einiges für Auge und Ohr bieten. So dürften die Augen der meisten Käufer beim Auspacken und Begutachten nach dem Kauf auch durchaus zufrieden dreinschauen, weiß das System doch mit schickem Design auf Anhieb optisch zu gefallen. Sicher, Design ist Geschmackssache, aber Gestaltung, Formgebung und Verarbeitung dürfte auf den ersten Blick viele ansprechen. Das Q 900 kommt in einer schwarzen, mit roten Akzenten versehenen Optik daher, dessen unaufdringliches Design angenehm elegant und zeitlos wirkt. Dies sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass sämtliche Teile aus Kunststoff gefertigt wurden.

Der Subwoofer (Tiefbasslautsprecher) bietet mit einer Größe von 22 x 20 x 33 cm eine sinnvolle klangliche Voraussetzung für ein System dieser Preis- und Leistungsklasse, da physikalisch betrachtet Gehäusevolumen einen unumgänglichen Faktor zur Tiefbasswiedergabe darstellt. Auf der Frontseite befindet sich zentral der große Netzschalter, an der rechten hinteren Seite findet sich die Baßreflexöffnung. Die zugehörigen Satteliten sind mit ihren hohen, schlanken Form ebenfalls ein kleiner Hingucker. Die jeweils abnehmbaren Frontabdeckungen der "kleinen Assistenten" wirken jedoch bei näherer Betrachtung etwas billig und unangemessen. Ebenfalls im Lieferumfang findet sich eine praktische und schicke Kabelfernbedienung mit Reglern für Höhen, Bässe und Lautstärke. Über einen soliden Schraubanschluss wird diese auf der Rückseite des Subwoofers angeschlossen und kann dann bequem in greifbarer Nähe platziert werden. Ein Kopfhörer darf an der frontseitigen Buchse ebenfalls angeschlossen werden.


Technik die begeistert...? Nach dem Auspacken offenbarte sich eine konzeptionelle Schwäche: Schaut man in den Baßreflexkanal des Subwoofers erkennt man einen kleinen Kabelwald, der unschönes vermuten lässt. In aktiven System wird die Verstärkerelektronik üblicherweise im Subwoofer verbaut. Viele offene Kabel stellen dort jedoch eine potentielle Ursache für negative Klangbeeinflussungen verschiedenster Art da. Ist dann noch das Netzteil mit eingebaut und somit in direkter Nähe, sind die Gefahren für Übersprechen und Verzerrungen durch Signalverlust, sowie magnetischen Störungen groß. Ein ausgelagertes Netzteil mit eigenem Gehäuse hätte hierbei Probleme von vornherein weitgehend im Keim erstickt.

Bei den Satteliten handelt es sich um ein recht ordentliches 2-Wege-System ohne Besonderheiten. Um die schlanke Form zu gewährleisten entschied sich Hama hierbei für ein rechteckiges Mittelton-Chassis und einen Kunstoff-Hochtöner. Die dünnen Anschlusskabel sind an der Rückseite fest verbaut und somit nicht austauschbar. Mit einer Länge von jeweils ca. 1,3m hat man es hier mit dem absoluten Minimum zu tun. Die praktische Kabelfernbedienung gibt soweit keinen Anlass zur Kritik. Die Regler sind bequem zu bedienen. Zwar fehlt eine Skalierung, aber hier störte kein Kratzen und der Regelbereich ist angenehm groß. Das Anschlusskabel ist ausreichend lang und die Anti-Rutsch-Beschichtung auf der Unterseite ein zweckmäßiges Detail.


Süßer die Hamas nie klingen? Beim Einschalten fällt zunächst auf, dass der berüchtigte "Knacks" ungedämpft an sämtliche Lautsprecher übertragen wird. Diese Unsitte ist seit vielen Jahren in HiFi-Kreisen kein Thema mehr und sollte vom Hersteller umgehend abgestellt werden. In die gleiche Kategorie gehört das unschöne, permanente Netzbrummen, das sich bei ausbleibender Signalwiedergabe in ruhigen Momenten unschön bemerkbar macht . Hierfür dürften die oben genannten Ursachen verantwortlich sein. Zwar ist hiervon bei "normaler" Musikwiedergabe nichts zu hören, aber z.B. Abends in den tonalen Pausen ein kleines Ärgernis.

Hat man die für sich passenden Einstellungen für Pegel, Bässe & Höhen gefunden zeigt sich das Q 900 von seiner angenehmen Seite. Gönnt man ihm etwas Einspielzeit stellt sich ein ansprechendes Klangbild ein. Als besondere Stärke stellt sich der Bassbereich dar, der mit seiner recht sauberen und straffen Gangart zu überzeugen weiß. Der Mitteltonbereich zeigt sich recht neutral und erspart deutliche Verfärbungen. Der Anfangs noch etwas zu zahme Hochtonbereich dürfte ruhig etwas differenzierter abgestimmt werden. Am PC lässt sich dies noch leicht bewerkstelligen. Beim Anschluss an der Spielkonsole nicht. Allerdings gelten die klanglichen Aspekte nur für die Musikwiedergabe. Für die Audio-Ausgabe bei Spielen ist da schon eher Pegelfestigkeit gefragt. Und hier zeigt sich auch eine weitere Stärke des Systems: egal wie fett die Explosionen krachen, die Menge im Stadion tobt oder der Ferrari-Motor röhrt, das Q 900 bringt es in einer, für seine Größe bemerkenswerten Kraft rüber.

 

Technische Daten (Herstellerangaben)

Leistung: Subwoofer Sinus 8,5 Watt /Satteliten Sinus 6 Watt

Abmessungen: Subwoofer 22 x 20 x 33 cm / Satteliten 7,5 x 9 x 34,5 cm

Frequenzgang: Subwoofer 22 – 160 Hz / Satteliten 160 – 20.000 Hz

Magnetisch geschirmt

 

Jörg Peters

Jörg meint:

Der Grundansatz beim Q 900 stimmt. Der Klang ist ordentlich und den Augen wird leicht geschmeichelt. Was steht dann einer höheren Bewertung als einer "3" entgegen? Es sind die berüchtigten kleinen Schwächen die eben dies verhindern. Warum lagert der Hersteller das Netzteil nicht einfach aus und verhindert somit das Netzbrummen? Warum wird der Schaltknacks ungehindert an die Lautsprecher durchgeschleift? Warum die dünnen festen Klingeldrähte an den Satteliten? Kleine Schraubklemmen hätten hier Wunder gewirkt und würden dem Klang durch freie Wahl der Qualität und Länge noch mehr auf die Sprünge helfen. Gegen einen leicht besser abgestimmten Hochtöner wäre auch nichts einzuwenden gewesen. Das Q 900 ist beileibe keine schlechte Wahl, nur stellt es eben auch nicht die qualitative Speerspitze seiner Preisklasse dar. Werden genannte Schwächen zukünftig ausgemerzt hätte Hama durchaus ein heißes Eisen im Feuer. Dem Design gebe ich schon jetzt eine "2".

 



Zwei Dinge trüben die Freude etwas: der Einschaltvorgang schlägt ungefiltert in die Lautsprecher durch, und die blaue LED neben dem Netzschalter ist selbst bei Tageslicht unangenehm grell; wenn man in einem abgedunkelten Raum den nächstbesten Gegenstand in den Lichtweg balanciert, nimmt man sich jedes Mal vor, der kleinen Leuchte demnächst den Gar auszumachen.


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