Microsofts Pressekonferenz zur E3 glich einem Paukenschlag, dessen Energie sich in einem Trommelgewitter entfaltete, als Don Mattrick (Senior Vizepräsident Interactive Entertainment Business) die Neuheiten für Xbox 360 auf großen Leinwänden vorstellte. Zunächst entlockten die Ankündigungen von Action-Videospielen wie "Call of Duty: Black Opps", "Halo: Reach" und "Metal Gear Solid: Rising" pure Begeisterung bei den Zockern. Eine große Überraschung war dabei die Präsentation von "Codename: Kingdoms" aus Microsofts neuer Spieleschmiede Crytek. Im Anschluss sorgte Peter Molyneux mit einem weiteren Einblick in den dritten Teil der Rollenspielsaga Fable für ruhigere Töne und kündigte mit dem Verkaufsstart von Fable III am 26. Oktober 2010 eine Revolution des Genre an.
Gespannt warteten jedoch alle auf Marc Whitten (Xbox Live General Manager), der eine Umfassenden Veränderung bei Xbox Live versprach und die scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten der neuen Bewegungssteuerung "Kinect" vorstellte. Die 3D-Kamera mit eingebauten Mikrofon wird nicht nur in Videospielen den Controller ersetzten, sondern die Xbox 360 als multimediales Entertainment in einer Form zugänglich machen, wie wir es bislang nur aus Sience Fiction-Filmen kennen.
Alles fängt damit an, dass die Konsole den Spieler erkennt, wenn er den Raum betritt, sich auf Zurufen einschaltet und das entsprechende Spielerprofil (Gamertag) anmeldet. Über Sprache und Gestik lässt sich nun das komplette Menü steuern, Kontakte aufrufen oder ein Videochat mit Freuden startet. Ein Headset wird nicht mehr benötigt, da die Sprache über das in "Kinect" integrierte Mikrofon verarbeitet wird. Der Clou dabei ist, dass die Kamera den Spieler erkennt und ihn sogar verfolgt, wenn er sich im Raum bewegt. Auch mehrere Personen können von "Kinect" erfasst werden, wodurch über den Videochat ein neue Form der Kommunikation erreicht wird - selbst das Einladen zum gemeinsamen Videoabend über Xbox live soll möglich werden.
Die Steuerung von Videospielen erinnert an Wii- oder Eye-Toy-Spiele, zeigte sich jedoch wesentlich komplexer. Durch Bewegungen mit Armen und Händen, Springen oder Laufen auf der Stelle übernimmt der Spieler die Kontrolle in der virtuellen Welt. Dafür wird er von der 3D-Kamera erfasst und sein Körper automatisch auf die Konsole kalibriert. Im Vergleich zu bisherigen Systemen soll dies vor jedem Hintergrund und auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen möglich sein. Was man jedoch brauchen wird, ist reichlich Platz im Wohnzimmer - besonders wenn man mit Freunden oder der Familie zusammen spielen möchte.
"Kinect" ist durchaus in der Lage, auf mehrere Spieler parallel zu reagieren. Die Spielmöglichkeiten von "Kinect" sind entsprechend umfangreich. Von Tanzspielen, über Sport- und Fitnessprogrammen bis hin zum Jump 'n' Run werden zum Start eine Reihe von Genre abgedeckt. Auch für Forza wurde eine Kontrollerfreie Steuerung vorgestellt und mit "Kinectimals" schaffen es erstmals virtuelle Tiere auf die Xbox 360, die auf den Spieler reagieren und mit ihm interagieren.
Zum Abschluss der Pressekonferenz ging Don Mattrick noch auf die Gerüchte um eine neue Version der Xbox 360 ein und präsentierte die Xbox 360 slim, die während der ganzen Pressekonferenz wie eine Matroschka verborgen unter einem leeren Xbox 360-Gehäuse stand. Die neue Xbox 360 ist kleiner, verfügt über integriertes W-LAN und eine interne 250 GB-Festplatte. Das schwarze Gehäuse wirkt poliert und zeigt deutlich größere Lüftungsschlitze.
Während "Kinect" ab dem 4. November in Nordamerika in den Handel kommt, wird die neue Xbox 360 dort bereits jetzt schon ausgeliefert. Wann die beiden Produkte bei uns in den Handel kommen, wurde bislang nicht verkündet.


Endlich ist es wieder so weit. Zum dritten Mal öffnet die gamescom ihre Tore und lockt damit Videospieler aus aller Welt...




