Samstag, 19. Mai 2012

Aktualisiert:15:57 Uhr

Fehler
  • Kunena Interner Fehler: Bitte kontaktiere einen Administrator, um dieses Problem zu beheben!

Die großen Pressekonferenzen der E3 2010

Drucken PDF

Die großen Pressekonferenzen der E3 2010Früher einmal war die E3 in Los Angeles die wichtigste Videospielmesse der westlichen Welt. Mittlerweile haben ihr eine Vielzahl an kleineren und größeren Messen die einstige Monopolstellung streitig gemacht; nicht zuletzt, weil die E3 weiterhin ihre Türen ausschließlich für Fachbesucher öffnet. Dennoch zählen die großen Pressekonferenzen von Microsoft, Nintendo und Sony noch immer zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres - denn keiner der drei Riesen im Konsolengeschäft lässt es sich nehmen, hier den Kurs für das kommende Geschäftsjahr anzukündigen.

 

Kleiner: Don Mattrick zeigt die neue Xbox 360
Kleiner Trick: Don Mattrick zeigt die neue Xbox 360

Wie auch schon im letzten Jahr machte Microsoft den Auftakt und hielt die erste der drei Pressekonferenzen ab. Die Xbox 360 ist die Konsole, die momentan bei den „Core-Gamern“, den Videospielern vom alten Schlag, den größten Anklang findet; demnach widmete Microsoft auch genau dieser Gruppe den ersten großen Teil der Konferenz: Call of Duty: Black Ops, Crackdown 2 und Gears of War 3 sind gleichermaßen altbekannte wie brutale Videospiele, die für einen geselligen Familien-Videospieleabend in höchstem Maße ungeeignet sind. Da macht auch das neue Metal Gear Solid: Rising von Hideo Kojima keine Ausnahme. Legte die beliebte Videospielserie, die in jüngerer Zeit eher auf den Sony-Konsolen beheimatet war, früher besonderen Wert auf einen subtilen Humor und vor allem taktische Schleich-Raffinesse, wirkten die weltweit ersten Bilder zu dem Spiel zwar technisch ausgereift und durchaus sehr interessant; sie waren aber so brutal, dass sie in einem Kinderzimmer auch nun wirklich nichts zu suchen haben. Mit einem scharfen Schwert bewaffnet kümmert sich der Hauptcharakter in dem Video nämlich keinesfalls darum, ungesehen an feindlichen Wachen vorbeizuschleichen, sondern er zelebriert förmlich seinen eleganten Umgang mit der Waffe. In Zeitlupe und pfiffig inszenierten Kamerafahrten werden so Beine und Arme abgetrennt, Körper halbiert und auch Autos und ganze Marktstände dem Erdboden gleichgemacht. Die einzige Ausnahme zu dem bisherigen Schlachtfest bildete das Spiel Fable 3, an welchem auch sicherlich etwas jüngere Videospieler schon ihren Spaß haben können. Wie nicht anders gewohnt versprach der Entwickler des Spiels, Peter Molyneux wieder jegliche mögliche Revolution des Videospiels; aussagekräftige Spielszenen konnten dazu aber nicht gezeigt werden.

Nun war endlich Zeit für die erste Überraschung des Abends; die Ankündigung des Actionspiels Codename Kingdoms, in Entwicklung bei dem deutschen Entwicklerstudio Crytek, die sich bisher besonders mit Shootern wie Far Cry und Crysis einen Namen gemacht haben. Leider gab es hierzu aber nur einen kurzen Teaser, der keine Spielszenen zeigte, aber ein Spiel in die Richtung von God of War vermuten ließ. Danach konnten ein paar neue Spielszenen zum schon lange angekündigten Shooter Halo: Reach die Menge nicht mehr wirklich beeindrucken und Microsoft fand gekonnt den Faden zur obligatorischen Darstellung des eigenen Unternehmens. Viele Zahlen umjubelten besonders den eigenen Online-Service Xbox Live, den bereits über 25 Millionen Videospieler weltweit benutzen.

Für den Rest des Abends legte Microsoft nun aber Wert auf die Darstellung der Xbox 360 als alltagstaugliche Familienkonsole. Das Hauptaugenmerk lag dabei natürlich auf der im letzten Jahr angekündigten bewegungssensitiven Steuereinheit Kinect, die bisher nur unter dem Namen Project Natal bekannt war. Die kleine Kamera mit integriertem Mikrofon soll laut Microsoft jegliche Art von Fernbedienungen ersetzen und außerdem der Videospielcontroller der Zukunft sein. Zwar wirkten die gezeigten Videos und Präsentationen durchaus überzeugend und weitaus weniger nachbearbeitet als die Versionen vom Vorjahr; ob Kinect wirklich die Zukunft des Videospiels ist, bleibt weiterhin fraglich. Denn trotz genauerer und intuitiverer Eingabemöglichkeit hob sich keine Präsentation von altbekannten Konzepten, die schon EyeToy, Dance Dance Revolution oder die Wii bieten, ab. Die Ankündigung eines neuen Spiels der beliebten Forza-Motorsport-Rennspielreihe ließ zwar auch Zweifler an dem Konzept von Kinect aufhorchen; mangels aussagekräftiger Präsentationen werden wir wohl noch eine gute Zeit abwarten müssen, bis wir uns eine wirkliche Meinung über das Konzept Kinect bilden können.

Eine große Überraschung sparte sich Microsoft aber noch bis zum Schluss auf: Vollkommen unerwartet würde hier eine neue Version der Xbox 360 präsentiert, die nun endlich kleiner, leiser und energiesparender sein soll. Das Ganze zum selben Preis und ab sofort in Amerika im Handel erhältlich; auch wir in Europa werden uns also auch nicht mehr allzu lang gedulden müssen.

 

3D für Unterwegs: Nintendo 3DS
3D ohne Brille: Saturo Iwata präsentiert den Nintendo 3DS

Genau einen Tag später war dann Nintendo an der Reihe. Gleich zu Beginn ließ es der japanische Konzern ordentlich krachen: So wurden die ersten Bilder und bewegten Spielszenen zum neuen Zelda-Spiel für die Wii gezeigt. Das Spiel trägt den Untertitel Skyward Sword (frei übersetzt: zum Himmel gerichtetes Schwert) und benutzt das neue Wii Motion Plus intensiv. Sowohl die Cel-Shading-Grafik als auch die Gesamtpräsentation des Spiels überzeugten auf den ersten Blick; leider konnte die Steuerung aber aufgrund von technischen Problemen nicht perfekt präsentiert werden.

Spaß für die ganze Familie versprach dann Mario Sports Mix, eine im Nintendo-Universum angesiedelte Sammlung mehrerer Sportarten wie Volleyball, Eishockey oder Basketball. Nach einer solch furiosen Einleitung kam dann natürlich auch Nintendo auf die eigene Stellung in der Branche zu sprechen: Die Zahlen über die Verkäufe von Wii und DS waren wie immer geschickt gewählt, um den Konzern in ein noch besseres Licht zu rücken; besonders stolz war Nintendo aber darauf, dass es ihnen mit der Wii und dem DS gelungen ist, so viele neue Spielerschichten an das Medium Videospiel heranzuführen. Besonders auf die selbstgetauften „Brückenspiele“ wie Mario Kart und New Super Mario Bros. für Wii sei man besonders stolz, da sie auch Gelegenheitsspielern die Faszination komplexerer Videospiele vermitteln können. Leider erlaubte sich Nintendo den großen Patzer, zwei Spiele vorzustellen, die nun in die Fußstapfen der beiden genannten Brückenspiele treten und Ähnliches erreichen sollten: Doch mit der Minispielsammlung „Wii Party“, welches stark an Mario Party mit den eigenen Miis erinnert und dem Tanzspiel „Just Dance 2“ von Ubisoft wurden ausgerechnet zwei Titel genannt, die wohl keinesfalls die Komplexität besitzen werden, um eine Brücke zwischen Gelegenheits- und Corespielern schlagen zu können.

Doch die wunderschönen bewegten Bilder zum dritten Teil der Rollenspiel-Saga Golden Sun für den DS und die Ankündigung des Ego-Shooters James Bond: Goldeneye exklusiv für Wii unter der Entwicklung von Activision waren mehr als eine Versöhnung mit den alten Nintendo-Fans. Besonders letzter Titel strotzte nur so vor Anspielungen auf den beliebten (in Deutschland leider indizierten) Klassiker, der 1997 auf dem Nintendo 64 das Ego-Shooter-Genre auf den Heimkonsolen etablierte.

Gerade bei Nintendo dürfen aber auch die jüngeren Spieler nicht zu kurz kommen und so durfte Disney die ersten Spielszenen des kommenden Spiels Epic Mickey zu zeigen. Besonderes Augenmerk legt das Spiel um die in Videospielumsetzungen bisher etwas kurz gekommene Micky Maus auf die Kreativität des Spielers: Mit einem Malpinsel kann dieser nämlich die gezeichnete Spielwelt jederzeit ausradieren oder neu erfinden und soll so ein ganzes Arsenal an Möglichkeiten zur Verfügung haben, um die im Spiel gestellten Aufgaben zu meistern. Außerdem überzeugten die nostalgischen Retro-Szenen im Spiel, in denen Micky eine Zeitreise in die größten und auf der ganzen Welt bekannten Cartoon-Klassiker (zum Beispiel in Mickys ersten Schwarz-Weiß-Trickfilm Steamboat Willie) unternehmen kann.

Nach der Ankündigung eines neuen Kirby-Spiels in einem eigenwilligen Grafikstil, bei dem die Spielwelt aussieht, als wäre sie mit bunten Bindfäden auf den Bildschirm gelegt worden, der Ankündigung des in Japan überaus erfolgreichen Rollenspiels Dragon Quest 9 für den Nintendo DS und überzeugenden Bildern des bereits im letzten Jahr angekündigten Metroid: Other M war es dann Zeit für die nächste große Ankündigung: Die Retro-Studios, die zuletzt die Herzen der Spielergemeinde mit der Metroid-Prime-Trilogie eroberten konnten erste Bilder zu einem neuen Donkey-Kong-Country-Spiel zeigen. Mitte der 90er bildeten diese Spiele auf dem Super Nintendo einen Höhepunkt der klassischen Jump-and-Run-Spiele und bis heute zählen sie zu den ausgereiftesten und forderndsten Vertretern des Genres. Die schönen Bilder zum kommenden vierten Ableger der Serie lassen darauf hoffen, dass auch Donkey Kong Country Returns eine ähnliche Qualität und auch einen so großen Erfolg wie New Super Mario Bros. Wii haben wird.

Den großen Höhepunkt der Show bildete dann aber die Ankündigung der nächsten Handheld-Konsole von Nintendo, dem Nintendo 3DS. Äußerlich sind wenige Unterschiede zum aktuellen Nintendo DS zu erkennen, lediglich ein größerer und breitformatiger oberer Bildschirm und der neue Analogstick fallen deutlich auf. Doch der 3DS wird echte 3D-Grafik darstellen können, von der sich Nintendo ein völlig neues Spielgefühl für unterwegs verspricht. Vor allem der Verzicht auf eine zum Beispiel in 3D-Kinos benötigte Polarisationsbrille mache den großen Vorteil des 3DS aus; einerseits, da die Anschaffungskosten überschaubar bleiben werden und andererseits, da auch mehrere Spieler gleichzeitig den 3D-Effekt wahrnehmen können. Eine integrierte 3D-Fotokamera, ein Fokus auf eine kostenlose und einfache Online-Funktion und auch die Möglichkeit, aktuelle Hollywood-Filme in echtem 3D auf dem kleinen Handheld anzusehen sollen das Gerät für Jedermann interessant machen. Außerdem sollen eine neue Bewegungssensitive Steuerung die Möglichkeiten des Geräts eine weitere Stufe weiterentwickeln. Wirklich überzeugen von den Effekten können sich leider nur die Messebesucher selbst; alleine die Ankündigung der für den 3DS erscheinenden Spiele lässt aber Spielerherzen höher schlagen: Neben einem neuen Kid-Icarus-Spiel, das heute nur noch den Spielern von der ersten Nintendo-Heimkonsole, dem NES, ein Begriff ist, konnte auch die Unterstützung durch Drittentwickler mehr als überzeugen: So sind unter anderem Metal Gear Solid, Assasins Creed, Fifa, Madden, Resident Evil und Kingdom Hearts für den Handheld in Entwicklung.

 

Bringt mehr Bewegung ins Spiel: PlayStation Move
Bringt mehr Bewegung ins Spiel: PlayStation Move

Als letzter im Bunde hielt Sony die große Pressekonferenz auf der E3 ab. Und wie man es von Sony und der Playstation 3 gewohnt ist, war hier klotzen statt kleckern angesagt. Gleich zu Beginn wurden so an das Publikum hochwertige 3D-Polarisations-Brillen verteilt, um das neue Konzept von Sony vorzustellen: So sollen viele in Zukunft erscheinende Spiele in echtem 3D erscheinen, wie man es momentan von großen Kinoproduktionen kennt. Großes Flaggschiff bildet dabei der hauseigene Shooter Killzone 3, von dem einige actiongeladene Szenen präsentiert wurden. Doch neben 3D-Grafik hat Sony natürlich auch noch ein weiteres Konzept in Entwicklung: Move, die bewegungssensitive Steuereinheit der Playstation und damit das Konkurrenzprodukt zu Microsofts Kinect und Nintendos Wii. Sony wirbt damit, dank der Kombination von Kamera und Steuereinheit nicht nur die genaueste, sondern auch die sinnvollste aller Methoden der Bewegungssteuerung entwickelt zu haben. Denn entgegen zu Microsofts Kinect bietet Sonys Move dank Knöpfen an der Steuereinheit auch die Möglichkeit, weitaus komplexere Spiele - und damit die Spiele für Core-Gamer - zu ermöglichen. Auch hier wirbt Sony hauptsächlich mit Killzone 3, welches optional vollständig mit Move zu steuern sein wird. Doch auch weitere große Titel werden von der neuen Steuereinheit profitieren: So wurde beispielsweise das Action-Adventure Sorcery neu angekündigt und präsentiert: Mit dem Move-Controller konnten Zaubersprüche und Schüsse einfach und zielgenau platziert und ausgeführt werden und die Bewegungen des Spielers wurden ziemlich genau und mit nur kurzer Verzögerung auf den Bildschirm übertragen. Noch besser verdeutlichte dies eine neue Version der Golfsimulation Tiger Woods PGA Tour 2011, bei der die Steuerung aber dann wieder so genau funktionierte, dass selbst der Entwickler des Spiels Probleme hatte, einen fehlerfreien Schlag auszuführen. Wie auch beispielsweise für Heavy Rain oder Resident Evil 5 soll für Tiger Woods PGA Tour bei Erscheinen des Move im September ein kostenpflichtiges Update für die bewegungssensitive Version der Spiele im Playstation-Shop bereitstehen. Weitere Spiele für Playstation Move werden beispielsweise die Shooter Socom 4 und Time Crisis, das Puzzlespiel Echochrome 2 sowie eine neue Version von Singstar mit einer Tanz-Erweiterung sein.

Im Gegensatz zu Microsoft traute man sich bei Sony bereits, den Preis für die neue Steuereinheit zu veröffentlichen. So wird der zweiteilige Controller insgesamt 80 Euro kosten; ein Starterset mit der benötigten Kamera, einer Sport-Minispielsammlung und der einen Hälfte des Move-Controllers wird 100 Euro kosten. Und was Zusatzkosten angeht hatte Sony auch noch eine weitere Ankündigung parat: Genau wie der Konkurrent Microsoft wird Sony ab sofort die Online-Inhalte der Playstation optional kostenpflichtig gestalten. Jeder Spieler kann sich daher dazu entscheiden, den Premium-Service Playstation Plus zu erwerben und für eine Gebühr von 50 Euro im Jahr früher auf Spieledemos und Videos zugreifen zu können. Außerdem wirbt Sony damit, Plus-Kunden viele kostenpflichtige Inhalte für die Dauer der Mitgliedschaft kostenlos zur Verfügung zu stellen. Besondere Betonung legte Sony allerdings darauf, dass der bisherige kostenlose Service nicht eingeschränkt wird; das Spielen gegen andere Spieler über das Internet wird also vorerst weiterhin kostenlos bleiben.

Im Gegensatz zu den neuen Konzepten zur PS3 sah es auf der PSP eher düster aus: Einzig zu Metal Gear Solid: Peace Walker und God of War: Ghost of Sparta wurden kurze Videos eingespielt; beide Titel waren aber auch zuvor schon angekündigt und aussagekräftige Spielszenen wurden auch nicht präsentiert. Schnell sprang Sony daher zurück zum Flaggschiff PS3 und kündigte einige weitere Titel an. Positiv fiel vor allem Little Big Planet 2 auf: Bereits der erste Teil etablierte sich schnell als kreativer Baukasten für lustige kleine Jump-and-Run-Spiele. Teil 2 will nun einerseits natürlich alles gehabte besser machen, aber auch viel Neues bieten. Daher beschränkt sich LBP2 nun nicht mehr auf ein Genre, sondern versteht sich als Baukasten für jegliche Art von Spielen: Im Handumdrehen sollen so Puzzlespiele, Party-Minispiele, Rennspiele, Shooter und sogar Echtzeit-Strategiespiele von Videospielern entworfen und über das Internet mit Anderen getauscht werden können.

Mit einem neuen Ableger von Medal of Honor, der wie das Vorbild Call of Duty nun nicht mehr in den Weltkriegen, sondern in den Kriegen der heutigen Zeit stattfinden wird und dem Horror-Shooter Dead Space 2 wurden zwei weitere große Actiontitel für die Playstation 3 angekündigt. Etwas überraschend zeigte Sony dann auch einen kurzen Teaser zu dem Puzzle-Shooter Portal 2, der leider erst im Frühjahr 2011 erscheinen soll. Außerdem waren noch keine großen Unterschiede zum umjubelten Vorgänger zu erkennen.

Den Abschluss bildeten das PS3-exklusive Online-Rollenspiel Final Fantasy 14, ein neuer Ableger der Assasins-Creed-Saga, die Ankündigung des Actionspiels Infamous 2 und die Nennung eines neuen Erscheinungstermins für das schon lange überfällige Gran Tourismo 5. Die Autorenn-Simulation soll demnach am 2. November diesen Jahres erscheinen und wird im Übrigen auch die neue 3D-Grafik der Playstation 3 nutzen. Fans von anarchischen Videospielen dürfen sich außerdem über das neue Twisted Metal freuen; ein Spiel, das schon auf der Playstation 1 und 2 erfolgreich und beliebt war. Besonderer Wert bei der PS3-Version wird auf dem Mehrspielermodus liegen, in dem sich mehrere Fraktionen mit Autos, Hubschraubern und anderen Fahrzeugen bis unter die Zähne bewaffnet bekämpfen können.

 

Insgesamt waren alle drei der diesjährigen Pressekonferenzen auf ihre Weise durchaus interessant und auch wegweisend. Gerade zu Beginn hat es leider Microsoft am wenigsten verstanden, auch Familien und Casual-Spieler anzusprechen; der Konzern präsentierte die Xbox 360 mit den Ankündigen zu nahezu ausschließlich sehr brutalen Spielen deutlich als Konsole für Core-Gamer mit starkem Hang zum Action-Genre. Das neue Kinect hingegen spricht dagegen sicherlich Familien an; schade nur, dass die Präsentation noch nichtwirklich zeigen konnte, wie genau und sinnvoll die bewegungssensitive Steuerung wirklich funktionieren wird. Auch die Tatsache, dass Microsoft sich um jegliche Ankündigung eines vermutlichen Verkaufspreis drückte könnte bedeuten, dass Kinect sich zu einem äußerst teuren Spaß entwickeln könnte.

Nintendo hingegen konnte sich auf seiner Marktführerposition und dem weiten Vorsprung in der Technik der bewegungssensitiven Steuerung ausruhen. Denn diese ist zwar die unausgereifteste, bis mindestens Ende des Jahres aber noch konkurrenzlos und wird - da sie ohnehin der Konsolen beiliegt - auch bei weitem die günstigste der Methoden sein. Überraschenderweise zeigte aber vor allem Nintendo auch eine große Palette an Spielen für den klassischen Videospieler; insbesondere für solche, die schon immer gerne Jump and Runs und klassische Shooter gespielt haben. Und auch die ältere Schicht der Spieler wurde Dank Überraschungen wie Goldeneye nicht vergessen. Besonders spannend wird sicherlich auch der Nintendo 3DS, mit dem Nintendo ein weiteres Mal genau den Nerv der Zeit getroffen haben könnte. Denn 3D ist momentan verdammt modern und dank dem ohne 3D-Brillen auskommenden Bildschirm könnte der keine Handheld zur kostengünstigen Möglichkeit werden, schnell in das neue Spielerlebnis hereinschnuppern zu können.

Sony hingegen steht - was bewegungssensitive Spiele angeht - auf der selben Position wie Microsoft, hat aber den entscheidenden Vorteil, bereits ein weiter Entwickeltes Produkt und ein besser eingebettetes Konzept zu haben. Denn während Microsoft wie schon erwähnt mit Kinect auf der einen Seite und den harten Actiontiteln auf der anderen Seite komplett zweigleisig fährt, benutzt Sony den Move-Controller dank Knöpfen auch für komplexe Spiele und bietet aber gleichermaßen auch klassisch bedienbare Spiele für die ganze Familie, wie in etwa Little Big Planet 2 an. Der Preis für Move ist außerdem recht hoch; höchstwahrscheinlich wird aber Kinect kaum günstiger werden. Und sowieso setzt Sony insbesondere auf eine Kundschaft mit großem Geldbeutel: Denn die neue 3D-Technologie mag ja faszinierend sein; bevor man diese allerdings nutzen kann, muss zuerst der heimische Fernseher gegen ein teures 3D-Modell getauscht und für jede Spieler eine Polarisationsbrille angeschafft werden.



An dieser Diskussion teilnehmen.
Bitte anmelden oder registrieren um an dieser Diskussion teilnehmen zu können.

Elternstudie

Elternstudie
Erste Studie zur Rezeption von interaktiven Inhalten, Video- und Computerspielen durch Mütter und Väter.

Leser-Gewinnspiel

Hama Gaming-Headset Shikaar

Newsletter - Abo

Die wichtigsten Meldungen direkt per eMail erhalten? Ganz einfach mit unserem Newsletter!
Name:

Email: 

Share/Save/Bookmark