Samstag, 19. Mai 2012

Aktualisiert:15:57 Uhr

Ubisoft: Kopierschutz oder Verfolgungswahn?

Drucken PDF
Read More

Bereits im Vorfeld ist der neue Kopierschutz auf massive Kritik gestoßen. Doch im Kampf gegen die Raubkopierer schein jedes Mittel rechts zu sein, und so verlangt Ubisoft zum Spielen nun eine dauerhafte Internetverbindung.

Scheinbar sind Kopierschutzmechanismen wie SecuROM & Co. im Kampf gegen die unerlaubte Vervielfältigung als unwirksam auf der Strecke geblieben, weshalb Ubisoft eine reine Online-Registrierung mittels Seriennummer wohl nicht mehr ausreicht. Das gekaufte Spiel auf beliebig vielen Systemen installieren zu dürfen und ohne Disk im Laufwerk spielen zu können klingt zunächst nach gewonnener Freiheit. Doch unsere Kollegen von PC Gamer haben bereits erste Fassungen von "Die Siedler 7" und "Assassin's Creed 2" vorliegen und können über den Kopierschutz nur wenig Gutes berichten.

Wer unterwegs am Notebook spielen möchte, der schaut ohne Internetverbindung dumm aus der Wäsche. Und wer am heimischen PC nur ISDN zur Verfügung hat, den erwarten in Zukunft erhebliche Zusatzkosten. Wie Ubisoft in einer Stellungnahme selbst einräumte, reicht dem System zwar eine Verbindung mit geringer Bandbreite aus. Doch ein Abbruch der Internetverbindung für mehrere Sekunden hat ein Pausieren des Spiels zur Folge. "Rien ne va plus!" - Es geht nichts mehr… Erst wenn der PC wieder Kontakt mit Ubisofts Server aufnimmt läuft das Spiel weiter, was bei "Assassin's Creed 2" zur Folge hat, dass man wieder beim zuletzt erreichten Checkpoint einsteigt und einen Teil des Spielfortschritts verliert.

Bei optimaler Internetverbindung ist der Kopierschutz wohl unproblematisch. Doch eine instabile Leitung oder ein Serverausfall werden dem Spielspaß unüberwindbar im Weg stehen. Ein derartiger Schutzmechanismus ist für mich unverständlich und grenzt schon fast an Verfolgungswahn. Zwar sind Kopierschutzmaßnahmen keine Erfindung der heutigen Videospielindustrie, jedoch waren Arger und Missmut darüber noch nie so groß wie im vorliegenden Fall. Auch wenn Ubisoft keinen Nachteil daran erkennen lassen will.

 

Zitat: "Für das System reicht eine Verbindung mit 50kbits/Sek. Sollte während des Spielens die Internetverbindung für einen kurzen Augenblick unterbrochen werden, hat das keinen Einfluss auf das Spiel und es wird weiterlaufen. Bricht die Verbindung jedoch für mehrere Sekunden ab, so stoppt und pausiert das Spiel. Solange man es nicht verlässt, wird es versuchen die Verbindung wieder aufzubauen. Steht die Verbindung zum Internet wieder, läuft auch das Spiel weiter. An welchem Punkt das Spiel wieder aufgenommen wird, ist von Spiel zu Spiel verschieden. Bei „Die Siedler 7“ läuft das Spiel genau dort weiter, wo die Internetverbindung abgebrochen ist. Bei „Assassin’s Creed 2“ hingegen wird man beim zuletzt erreichten Checkpoint (nicht zu verwechseln mit dem Savepoint!) einsteigen, welche zahlreich im Spiel eingebaut sind."

 

Kopierschutzmechanismen waren immer ein Index des jeweiligen technischen Standards und den Kosten dafür. Doch statt sich wie die Hersteller von Anwendungssoftware mit Onlineregistrierung oder USB-Steckern vor illegaler Vervielfältigung zu schützen, kommen die Hersteller von Videospielen immer wieder auf wahnwitzige Ideen. Leitragender dabei ist immer der ehrliche Konsument, der sein Spiel für gutes Geld im Laden kauft. Wer das Spiel bereits wenige Tage nach dem Verkaufsstart mit verändertem Code auf illegalen Tauschbörsen saugt, bekommt von dem ganzen Ärger nichts mit.

Ich will an dieser Stelle keine Lanze für den kriminellen Mob unter den Videospielern brechen und distanziere mich ganz klar von dem illegalen Verhalten. Es kann aber nicht schaden, den Herstellern seine Meinung - auch offen - mitzuteilen. Statt in Foren heiß über den "Kontrollwahnsinn" zu diskutieren, solltet ihr den Herstellern direkt mitteilen, was ihr von dem neuen Kopierschutz haltet. Und denkt dabei immer daran: Jeder Geldschein ist ein Wahlschein! Es gibt auch gute Spiele, die man ohne bestehende Internetverbindung spielen kann.

 

Marco Schmitz

Kommentar:
Marco Schmitz

Geschrieben: 1 Jahr, 1 Monat her von TOMTOMT #112
Gebe Ubisoft schon recht das man sich gegen die hacker wehren muss. Aber wie schon der DerSesselpupser bemerkt hat wälzen sie das auf unseren Münzsack ab. Vor allem wenn man bedenkt das vielleicht auch dieses Programm schon gehakt ist. Wir müssen ja gar nicht meinen, das die Hacker jetzt schluss damit machen werden, Programme zu entwickeln die diese wieder Hacken können. Wenn man daran denkt das ein Achtjähriger es geschafft hat die Ps 3 zu knacken. Das wird sicher noch für Köpfe bei den Spieleherstellern wie den Konsolenbetreibern geben.
Geschrieben: 1 Jahr, 1 Monat her von Dersesselpupser #109
Wenn mann bedenkt, wieviel Geld dennen dadurch verlohren gehen, kann ich sie verstehen...
Nur dann die mehr kosten auf die leute abzuwelzen die die spiele dann kaufen ????? ist nicht gerade fähr.
Geschrieben: 1 Jahr, 1 Monat her von Sniper151 #96
Hallo,
ist keine wunder das ´der Kopierschutz immer besser wird, da die Hersteller auch nicht noch merh verluste machen wollen. Ich finde das nicht mehr als richtig!!

An dieser Diskussion teilnehmen.
Bitte anmelden oder registrieren um an dieser Diskussion teilnehmen zu können.

Elternstudie

Elternstudie
Erste Studie zur Rezeption von interaktiven Inhalten, Video- und Computerspielen durch Mütter und Väter.

Leser-Gewinnspiel

Hama Gaming-Headset Shikaar

Newsletter - Abo

Die wichtigsten Meldungen direkt per eMail erhalten? Ganz einfach mit unserem Newsletter!
Name:

Email: 

Share/Save/Bookmark