Montag, 06. Februar 2012

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gamescom 2009

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Hurra, wir haben es geschafft! Europas Leitmesse für Computerspiele und interaktive Unterhaltung eröffnete dieses Jahr zum ersten Mal in Köln ihre Tore. Nun sollte alles besser, größer und auch schöner werden. Ganz zentral und nicht im östlich gelegenen Mitteldeutschland, auch für den Ruhrpott in kurzer Fahrt erreichbar und im Schatten des prestigeträchtigen Kölner Doms. Hossa, wir haben es geschafft!

Doch haben wir das wirklich? Wir als Rheinländer müssten eigentlich Grund zur Freude haben, liegt die Domstadt doch so praktisch nah, dass wir noch nicht einmal Hotelzimmer buchen mussten. Keine Stunde Autofahrt, abends die Füße auf dem heimischen Balkon hochlegen und den Sommerabend mit einer kühlen Erfrischung ausklingen lassen. Es könnte so perfekt sein, wenn wir nicht die Leipziger Games Convention vermissen würden…

Zugegeben, die Millionenstadt am Rhein hat durchaus ihren Reiz. Der Kölner, der ja gerne von sich behauptet, die Coolness für sich gepachtet zu haben, vermittelt schon mit seinem Dialekt ein Gefühl von Freundschaft und Aufgeschlossenheit. Egal welcher Herkunft oder Religion, der Kölner heißt getreu der rheinischen Nationalhymne „Leeve un Leeve losse“ jeden Willkommen - vorausgesetzt er ist kein ambitionierter Videospieler; Diesen Eindruck habe ich zumindest beim Besuch der gamescom 2009.

Schon bei dem als Angebot getarnten Wiener Würstchen für 4,90 Euro wird klar, dass man von uns Videospielern in erster Linie nur den einen oder anderen Schein „zocken“ möchte. Aber das teure Essensgeld muss schließlich sein, denn in den Restaurants zwischen den Hallen wurden schließlich pünktlich zum Messestart Porzellan und Besteck gegen Pappteller und Plastikgabeln ausgetauscht. Wir „Gamer“ sind ja schließlich tageslichtscheue Freaks, die sich entsprechend dem Klischee nur aus Pizzakartons ernähren und bei handfestem Geschirr einen Kulturschock erleiden würden.

Ich möchte hier nicht in eine Auflistung der vielen Punkte verfallen, die mich auf der Gamescom 2009 gestört oder gar verärgert haben, denn ich bin es leid, dass immer wieder die „ist ja das erste Mal"-Ausrede herhalten muss. Schließlich geht es um unserer wichtigste Messe. Aber auch wenn sie größer und zentraler gelegen ist, so kann die gamescom bislang der Games Convention nicht das Wasser reichen. Die Leipziger Messe hatte ein ganz besonderes und nicht weg zu diskutierendes Flair, weil sich die ganze Stadt mit der Messe identifizierte, weil die Messehallen viel interessanter aufgeteilt waren, weil das Messepersonal mit mehr Herz bei der Sache waren und weil, weil, weil…

Hier hat die Messe Köln noch einiges nachzuholen, um uns Videospielern ein vergleichbares Erlebnis zu bieten. Die Größe allein macht es augenscheinlich nicht, auch wenn sich auf der gamescom zahlreiche Aussteller eingefunden haben. Es gibt sehr viel Neues und Interessantes zu entdecken. Doch wer die Leipziger Messe kennt, dem wird einiges fehlen und das ist nicht nur der kostenlose Internetzugang in den Messehallen.

 

Ich wünsche euch trotzdem viel Spaß in Köln.
Wir sehen uns!

Marco Schmitz

chefredakteur

Marco Schmitz, Chefredakteur


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