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Spielefresser, Biomonster & Fanboys

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Spielefresser, Biomonster & Fanboys
Titel: Spielefresser, Biomonster & Fanboys
(159 Seiten, erschienen 2007)
Autor: Jörg Luibl
Verlag: CWS Verlag
ISBN: 3981141792
ISBN-13: 978-3981141795
Preis: 9,95 €

Spielefresser, Biomonster & Fanboys Jörg Luibl ist in der Spieleszene kein Unbekannter. Der Chefredakteur vom 4players-Onlinemagazin machte erst vor kurzem Schlagzeilen mit der Affäre zu Ataris ‚Alone in the Dark 3’. Nach einer zu schlechten Wertung (68% vergaben 4players) wurde von Atari unter Androhung einer Klage gefordert, den Test aus dem Netz zu nehmen. Luibl ließ den Test stehen und gewann. Nicht vor Gericht, dazu kam es nie. Nachdem die Affäre bis hin zu Spiegel Online in der Tagespresse kursierte, zog Atari alle Anschuldigungen zurück und legte die Sache ad acta.

Luibl ist jemand der gerne aneckt, jemand den man lieben kann. Oder hassen. Ein Selbstdarsteller, der sich vielleicht ein wenig zu sehr wie die Erlöserfigur der Spieleszene darstellt, die seine Fans in ihm sehen. Luibl ist direkt, äußerst unterhaltsam und glaubwürdig, aber auch selbstgefällig und kompromisslos. Mit Sicherheit ist er aber jemand, den die Spieleszene braucht. Jemand, der die Subjektivität liebt. Lieber subjektiv ist und andern auf den Schlips tritt als es allen Recht zu machen. Luibl ist ein Zocker mit Leib und Seele, ein Spieler der ersten Stunde, das merkt man an jedem einzelnen seiner Texte. Und genau die kann man im kleinen Taschenbuch ‚Spielefresser, Biomonster und Fanboys’ lesen. Das Büchlein beinhaltet alle Kolumnen, die Luibl in den letzten Jahren auf 4players veröffentlichte. Subjektive Kolumnen, wohlgemerkt, mit verschiedenster Thematik. Da geht es um die Kultur der Kritik, die Spieleszene an sich und im Speziellen, den Wahn der Fanboys, Rollenspiele, Spielesucht, Sex in Spielen, Qualität vs. Quantität und nicht zuletzt auch um Gewalt und Jugendschutz. Luibl sinniert über das Spiel als Kunst, Cheater, Forensäue und das Phänomen Japan.

Die Kolumnen sind teilweise nur eine Seite lang, einige gehen über mehrere Seiten. Alle sind durchweg sehr unterhaltsam. Mit der nötigen Prise Polemik, Sarkasmus und Humor werden Themen angesprochen, die dem Spieler wichtig sind. Oder wichtig sein sollten. Einige Texte sind unterhaltsame Glossen, einige setzen sich mit ernsten Aspekten des Spielens auseinander, andere fordern durch ihre provokante Art Widerspruch nahezu heraus. Dabei durchziehen das ganze Buch aber immer ein paar zentrale Themen. Zum einen der Wunsch nach anspruchsvollen Inhalten, neuartigen und frischen Konzepten, zum andern die Forderung, das Spiel als Kulturgut ernst zu nehmen und ihm den gebührenden Platz einzuräumen, den es beileibe in der heutigen Gesellschaft verdient hat. So sind es besonders die letzten Kolumnen im Buch, eine Kampfansage an falschen und populistischen Journalismus, der das Medium Spiel einseitg oder schlicht falsch bespricht und rezipiert, die die Stärke der Textsammlung ausmacht. Man mag zu Luibl stehen wie man will, Fan seiner durchweg unterhaltsamen Texte oder Gegner seiner manchmal ein wenig zu sehr in die Selbstbeweihräucherung abgleitenden Kolumnen (und Spieletests) sein, unstrittig ist, dass Luibl als Journalist einen wichtigen Part in der doch sonst braven Spiele-Journalisten-Szene einnimmt. Themen mit Reibungspunkten anspricht, unangenehme Themen. Jemand ist, der eben auch mal das sagt was andere nur denken. Dabei vielleicht auch mal übers Ziel hinausschiesst. Polarisiert. Aber eben, auch das ist wichtig, nie langweilt.


Marcel Kaul

Marcel meint:

Wie immer man es sehen mag, unstrittig bleibt: Spielefresser, Biomonster und Fanboys ist Denkanstoss und beste Unterhaltung für all diejenigen, die Spiele lieben, Spiele leben und mit ihnen aufgewachsen sind. Der Wiedererkennungswert der Themen ist immens hoch. Klare Empfehlung!



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