Welche Spielzeiten sollte ich für mein Kind festlegen?
Eine Empfehlung, wie oft und wie lange der Nachwuchs Videospiele konsumieren sollte, lässt sich nicht pauschal aussprechen. Jedes Kind und jede Familiensituation ist anders. Daher sollte die Spielzeit der Kinder im Einklang mit ihrer Entwicklung geregelt werden. Viele Medienpädagogen empfehlen für Kinder von 4 bis 6 Jahren eine beaufsichtigte Spielzeit von 20 bis 30 Minuten. Diese kann für Kinder von 6 bis 10 Jahren schrittweise auf 90 Minuten erweitert werden. Die Anwesenheit von Eltern ist dabei noch ratsam, aber nicht mehr vollzeitig erforderlich. Ab dem 12. Lebensjahr kann der Nachwuchs gern bis zu zwei Stunden in die virtuellen Welten eintauchen; nach Absprache auch unbeaufsichtigt. Eltern sollten jedoch darauf achten, dass ihr Kind nicht jeden Tag Videospiele spielt. Es ist sinnvoll, videospielfreie Tage zu vereinbaren.
Können Computerspiele auch zu Lernzwecken eingesetzt werden?
Zunächst einmal sollen Videospiele Spaß machen. Es spricht selbstverständlich nichts dagegen, spielerisch auch etwas zu lernen. Eine Vielzahl von Computerspielen haben nachweislich einen hohen Lerneffekt und werden dafür auch mit dem Hinweis "Lehrprogramm gemäß §14 JuSchG (Jugendschutzgesetz)" gekennzeichnet. Pädagogisch wertvolle Lernspieltitel werden zudem Jedes Jahr mit dem "Deutschen Computerspielpreis“, dem "Pädi" und dem "Tommi" ausgezeichnet.
Was tun, wenn mein Kind sich mit Freunden zum Videospiel treffen will?
Zum Großwerden gehört auch das entdecken von Selbstverantwortung. Eltern sollten ihrem Kind Vertrauen entgegen bringen und es nicht zu sehr einschränken. Lieber im Vorfeld besprechen, was bei einer Verabredung gespielt wird und mit dem Kind Spielzeiten und Pausen vereinbaren. Im Zweifelsfall die Spiele noch einmal zeigen lassen.
Woran erkenne ich einen gefährlichen Einfluss von Videospielen?
Unabhängig von den USK-Freigaben und dem Alter ihres Kindes, sollten die Eltern den Einfluss von Videospielen sensibel beobachten. Für Kinder ist es besonders wichtig, wenn Eltern Interesse an ihren Erlebnissen am Computer zeigen. Der Nachwuchs fühlt sich dabei ernst genommen und nebenbei entwicklen Eltern so ein Gespür für die Inhalte. Ist das Kind vom Spielen überfordert, äußert sich das zunächst in großer Aufregung, Schlafstörungen oder gar Albträumen. Ernsthafte Symptome in Verbindung mit einem problematischen Spielverhalten sind sozialer Rückzug oder Ähnliches.
Was kann dich tun, um gefahrloses und sinnvolles Spielen zu unterstützen?
Du solltest für dein Kind nur Spiele kaufen, die eine Alterskennzeichnung der USK haben und dem Alter des Kindes entsprechen. Bis du unsicher, informiere dich vor dem Kauf bei uns oder beim Händler über das Spiel. Lege mit deinem Kind die Spielzeiten fest und berücksichtige dabei auch die Zeiten für Fernsehen und andere audiovisuelle Medien. Auch solltest du darauf achten, dass jüngere Geschwister die Spiele nur miterleben, wenn sie ihrem Alter entsprechen. Und nicht vergessen: Sprich mit deinem Kind über die Spiele. Seine Begeisterung und die Fähigkeit selbst komplexe Spielinhalte fundiert erklären zu können, ist ein guter Index für die Verarbeitungsfähigkeit des Kindes.
Ab welchem Alter kann mein Kind Videospiele spielen?
Zunächst einmal sollte Dein Kind begreifen, was in einem Videospiel vorgeht und dass eine Aktion am Eingabegerät (Controller oder Maus) auch eine Reaktion auf dem Bildschirm zur Folge hat. Etwa mit vier Jahren können Kinder in der Lage sein, ein Videospiel zu bedienen - dies hängt jedoch von der individuellen Entwicklung des Kindes ab. Achte darauf, ob Dein Kind mit Freude bei der Sache ist. Unkonzentriertheit ist ein Signal dafür, dass ein Kind mit dem Spiel überfordert ist. Wichtig: Kinder unter 6 Jahren sollten nur unter Aufsicht und nicht länger als 20 - 30 Minunten Videospiele spielen.
Sind Videospiele für mein Kind sinnvoll?
Unsere Kinder wachsen heute in einer hochtechnisierten Informationswelt auf. Medienkompetenz spielt eine Schlüsselfunktion, um sich darin zurecht zu finden. Videospiele können diese auf kindgerechte Weise spielerisch vermitteln. Lass Dein Kind dabei aber nicht allein, sondern hilf ihm beim Umgang mit Videospielen. Mach dich daher selbst mit dem Medium vertraut und wähle die Spiele selbst aus.
Kann ich mein Kind mit Videospielen belohnen?
Hiervon raten wir ab. Wenn man mit Videospielen belohnt oder gar durch den Entzug bestraft, erlangt die Spielkonsole für das Kind eine unangemessene Bedeutung. Wenn man dem Nachwuchs für etwas danken möchten, sollte man etwas gemeinsam mit dem Kind unternehmen. Zusammen Videospielen ist dabei jedoch nicht ausgeschlossen!
Machen Videospiele dumm?
Wissenschaftlich ist diese Frage noch nicht eindeutig beantwortet worden. Einige Hirnforscher glauben daran, dass Kinder mit häufigem Konsum von Videospielen auf lange Sicht dumm und gewalttätig werden können. Allerdings bezieht man sich hier auf Spiele mit gewalttätigem Inhalt. Wir hingegen sind wie zahlreiche Pädagogen der Ansicht, dass Videospiele die Entwicklung des Kindes eher fördern. Videospiele basieren auf der Abfrage von Geschicklichkeit oder Reaktionsvermögen, sowie logischem oder strategischem Denken. Generell gilt: Eltern sollten darauf achten, dass Videospiele für das Alter des Kindes geeignet sind. Dabei sind die Kennzeichnung der USK und die pädagogische Wertung in unseren Spieltestberichten hilfreich.
Brauchen Kinder spezielle Computer zum Spielen?
Im Handel werden kleine und bunte Kindercomputer angeboten. Hierbei handelt es sich jedoch meistens um spezielle Lerncomputer, auf denen keine PC-Software installiert werden kann. Um PC-Videospiele zu spielen wird ein handelsüblicher Computer benötigt. Für die meisten Spiele müssen jedoch bestimmte technische Anforderungen erfüllt werden, welche auf der Verpackung der Spiele angegeben wird.
Wo sollte eine Spielkonsole oder ein Computer stehen?
Am besten stehen Spielkonsolen und Computer an einem Ort, an dem jedes Familienmitglied spielen kann, ohne andere zu stören. Ganz wichtig ist, dass kleine Kinder dabei nicht allein sind. Für Online-Spiele ist ein Internetanschluss in der Nähe der Geräte notwendig.