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Pädagogische Wertung:
Auf einer wahren Begebenheit basierend schildert Lösegeld das Drama einer Entführung in stimmungsvollen Bildern. Statt auf exzessive Darstellung von Gewalt setzt der Film auf klassische Elemente, um die Geschichte der Entführung packend zu erzählen. Die Freigabe der gezeigten Bilder für einen Jugendliche ab 12 Jahren ist durchaus vertretbar; die Verarbeitung der erzählten Geschichte kann für heranwachsende Filmfreunde jedoch problematisch sein – daher sprechen wir für Lösegeld eine Empfehlung ab 15 Jahren aus.
Jäh aus dem Alltag gerissen Stanislav Graff ist ein französischer Großindustrieller, der alles hat, was man bei einem erfolgreichen Mann in dieser Liga vermutet: eine gelangweilte, emotional distanzierte Ehefrau, zwei Vorzeigetöchter wie aus einem Enid-Blyton–Roman, ein Haus im Pariser Villenviertel und natürlich ein Stadtapartment für seine Treffen mit der Geliebten. Aus diesem wohlgeorndeten und feudal ausgestatteten Alltag wird Stanislav jäh gerissen, als er eines morgens auf dem Weg zur Arbeit entführt wird.
Das der Film auf wahren Begebenheiten basiert hilft jedoch nicht darüber hinweg, dass die ganze Litanei der Entführungsdrama-Klischees fein säuberlich herunter gebetet wird: die Polizei läßt sich weder von der Familie, noch von deren Anwalt bewegen, sich aus der Sache herauszuhalten, was die Entführer natürlich gar nicht witzig finden, die Ehefrau erfährt im Rahmen der Ermittlungen wenig erbauliche Dinge über ihren Mann, und so weiter. So bleibt von Drama in den ersten zwei Dritteln des Films nicht viel übrig. Die Figuren bleiben allesamt flach und blaß, selbst über die Hauptfigur wird man lediglich in einer fragmentarisch durchhasteten Kollage zu Beginn des Films ins Bild gesetzt.
Was den Film trotzdem sehenswert macht ist dann auch mehr das, was fehlt: Action und hektische Schnitte, die bei amerikanischen Umsetzungen ähnlicher Stoffe das Thema des Films in den Hintergrund drücken. Der Film von Lucas Belvaux ist inspiriert von der Entführung Edouard-Jean Empains im Jahr 1978. Belvaux gelingt es mit ruhigen, stimmungsvollen Bildern ein Frankreich der späten Siebziger zu suggerieren, selbst die Farbtemperatur der Bilder erinnert an Filme aus dieser Zeit. Yvan Attal spielt das Opfer der Entführung leise und eindringlich, man begleitet ihn auf einer Reise innerer Einkehr und Abkehr von seinem bisherigen Weltbild. Was man sich bei der deutschen Wiedergabe des Titels gedacht hat, bleibt mir verborgen: Lösegeld - Wie viel ist Dein Leben wert? Im Original trägt der Film den knappen Titel 'Rapt', zu deutsch 'Entführung' und das ist auch das eigentliche Thema des Films; es geht nämlich nur vordergründig ums Geld und dessen Beschaffung, tatsächlich stellt der Film die Folgen der Entführung für das Opfer und dessen unmittelbares Umfeld in den Brennpunkt der Erzählung. Der Film braucht dabei fast so viel Anlauf wie eine etwas zu lang vorbereitete Pointe, aber das Ende lohnt sich, weil hier in wenigen, glaubwürdigen Szenen der alltägliche Abgrund unreflektierten Egoismus zu Tage gefördert wird.
Die Ausstattung der Blu-ray Disc ist gut, der Film kommt mit deutscher und Originaltonspur in Französisch in DTS-HD 5.1. Die deutsche Tonspur leidet darunter – wie so oft bei Filmen die es in Deutschland nicht ins große Kino schaffen – dass nicht die besten Synchronstudios gebucht werden. So fehlt es an Atmosphäre in der Synchronspur; bei manchen Stimmen spürt man förmlich den Sprecher ['Sprecher' ist hier entsprechend der deutschen Standardgrammatik gegendert] samt Kopfhörer im Tonstudio. Das Bild ist weniger brillant als technisch möglich wäre, das ist aber wohl – wie oben erwähnt – der Stimmung des Films geschuldet. Ein Wermutstropfen für alle Freunde moderner Unterhaltungsmedien unter den Sprachenlernern: Untertitel gibt es nur in Deutsch.
Die Blu-ray kommt mit wenigen Extras: der Regisseur gibt Einblicke in sein persönliches Dreh-Notizbuch, ein ausführliches und sogar recht persönliches Interview mit dem Hauptdarsteller Yvan Attal, der Kinotrailer und natürlich ein Wendecover mit einer Seite ohne FSK-Logo.
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Alex meint: Der Film erzählt die Geschichte einer Entführung nach wahren Begebenheiten. Und das in einem Tempo, das Hinsehen und Hineinfühlen gestattet. Für Freunde von Erzählungen eine Empfehlung. |






Endlich ist es wieder so weit. Zum dritten Mal öffnet die gamescom ihre Tore und lockt damit Videospieler aus aller Welt...




