Samstag, 19. Mai 2012

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Die Päpstin

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Die Päpstin (Constantin Film)
Herausgeber:
Constantin Film
FSK:
ab 12 Jahren Freigegeben
Regie:
Söntke Wortmann
erschienen auf:
DVD, BluRay


gesehen auf:
BluRay

Top!

Pädagogische Wertung:

ab 12 Jahren Freigegeben

Im neunten Jahrhundert war das Leben der Frauen vorbestimmt. Gleichberechtigung gab es wenn überhaupt nur unter den Männern, denen sich das weibliche Geschlecht unterzuordnen hatten. Sönke Wortmann fängt in seinem Film das Weltbild jener Zeit in düsteren und zugleich packenden Bildern ein. Um dies zu verarbeiten bedarf es ein Verständnis für den geschichtlichen Hintergrund. Die Inszenierung des rauen Lebens dieser Tage baut dabei auch auf die Darstellung von Gewalt, die verstörend auf jüngere Zuschauer wirken kann - dem entspricht auch die Freigabe der FSK ab 12 Jahren. Darüber hinaus ist "Die Päpstin" auch thematisch eine schwere Kost. Der Film und die erzählte Geschichte ist in vielfacher Hinsicht wertvoll und sollte interessierten Jugendlichen nicht vorenthalten werden. Ein anschließendes Gespräch zur Verarbeitung des Erlebten ist jedoch sinnvoll und eventuell notwendig.

 

Die Päpstin (Constantin Film)Im Jahr 814 nach Christus wird Johanna als Tochter eines Priesters geboren. Bereits als junges Mädchen lehnt sie sich auf gegen den ihr vorbestimmten und eingeschränkten Weg als Frau. Heimlich erlernt sie von ihrem großen Bruder Lesen und Schreiben und stellt mit der heiligen Schrift den gelebten Glauben ihres Vaters in Frage. Sie ist davon überzeugt, dass Gott für sie eine andere Bestimmung vorgesehen hat. Als sie dafür gestraft werden soll flieht sie in die Scola bei Dorstadt und wird vom Edelmann Gerold (David Wenham) aufgenommen. Als Krieg ausbricht und ein Überfall der Normannen viele Opfer verlangt, besinnt sie sich auf ihre innere Stimme und tritt unter dem Namen Johannes als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster ein. Sie wird Arzt, geht nach Rom und steigt in der Gunst des Heiligen Vaters (John Goodman) und somit auch in der kirchlichen Hierarchie immer weiter auf. Bis sie schließlich selbst zum höchsten aller Würdenträger - dem Papst ernannt wird.

 

Die Päpstin (Constantin Film)Legenden und Verschwörungstheorien waren war schon immer dankbarer Stoff für Erfolgsromane oder große Filme. Im 13. Jahrhundert wurde in der Schedelchen Weltchronik zum ersten Mal eine Johanna erwähnt, die als Papst im 11. Jahrhundert die katholische Kirche lenkte. Martin von Troppau verlegte diese Legende 1277 mit Veröffentlichung seiner Chronik in das 9. Jahrhundert und ergänzte die Schwangerschaft der Päpstin und Niederkunft während einer Prozession. Eine Version der Legende, auf der der auch die Romanvorlage von Donna W. Cross basiert, die es hierzulande mit fünf Millionen verkaufte Exemplaren zum Bestseller schaffte. Söntke Wortmanns brachte die Geschichte der Päpstin, deren Name aus den Geschichtsbüchern getilgt wurde, mit Eindrucksvollen Bildern auf die Leinwand. Der Film spielt mit einer beeindruckenden Ausstattung an detailreich inszenierten Schauplätzen. Dank der authentisch wirkenden Kostüme folgt man dem überzeugenden Schauspiel auf eine beeindruckende Zeitreise ins mittelalterliche Europa.

 

Die Päpstin (Constantin Film)Spannend, doch mit wenigen Höhepunkten arbeitet der Film die wichtigsten Momente in Johannas Leben auf. Der Film gewinnt dabei selbst in dramatischen Szenen wie dem Angriff der Normannen nur kaum an Fahrt. Die einzelnen Stationen wirken abgehakt, statt fließend in einander überzugehen, was auch die die Spannung immer wieder abebben lässt. Wichtige Personen im Leben der Johanna werden dabei leider eindimensional gezeichnet: während der Vater (Ian Glen) nur böse und die Mutter (xxx) durchweg als feige dargestellt werden, trägt Papst Sergius (John Goodman) die Würde seines Amtes mit klischeehafter Herzensgüte. Johanna Wokalek spielt ihre Rolle als Johannes Anglicus hingegen mit einer angenehmen Zurückgenommenheit und überzeugt als emanzipierte Heldin wider Willen, auf deren Schicksal der pure Zufall mehr Einfluss nahm als ihr überlegener Intellekt. In einem Wechselbad der Gefühle überspielt sie dabei geschickt, dass es dem mittelalterlichen Emanzipationsmärchen nur so an belegbaren Fakten mangelt.

 

Einen echte Enttäuschung für Filmfans ist die Ausstattung der BluRay. Während Bild- und Tonqualität (DTS-HD) im Heimkino überzeugen, ist das Bonusmaterial eine glatte Enttäuschung. Einmal davon abgesehen, dass Schauspieler-Informationen in Form von Texttafel schon lange überholt sind, fällt der Blick hinter die Kulissen mit "Making of" (28 min.), "Entstehung der Filmmusik" (13 min.) und "Das Set-Design" (8 min.) mehr als dürftig aus. Gerade bei einem so beeindruckenden Film möchte man als Cineast mehr über die Ideen der Macher und ihre Arbeit am Set erfahren. Besonders wenn die Kommentare des Filmteams ohne Untertitel verständlich sind. Derart spannende Extras gibt es nur auf der BluRay Premium Edition in Hülle und Fülle.

 

Marco Schmitz

Marco meint:

Die Legende der Johanna erinnert zunächst ungewollt an Bücher von Dan Brown. Eine Frau, die im 9. Jahrhundert als Mann verkleidet zum Papst der katholischen Kirche gewählt wurde? Eine Existenz, die man aus den Geschichtsbüchern entfernte? Das ist Wasser auf den Mühlen der Verschwörungstheoretiker und darf in einem Atemzug mit Sakrileg und Illuminati genannt werden. Diesem Anspruch steht Söntke Wortmann mit seiner Leinwandumsetzung in nichts nach und zeigt, dass deutsche Kinofilme im internationalen Vergleich sehr wohl mithalten können. Mit einer sehr guten Besetzung erweist sich "Die Päpstin" als kompromisslos ausgestattetes Historienepos auf Hollywood-Niveau. Die BluRay-Fassung überzeugt entsprechend mit Bild- und Tongewalt. Schade ist, dass sich nur auf der teuere Premium Edition adäquates Bonusmaterial findet.

 

 

Naruto Ninja Council 2 entführt uns an vielen Stellen in die Geburtsstunden der Videospiele zurück. Dass dies nicht nur Negatives mit sich zieht, beweist das klassische Spielprinzip, aufgepeppt durch die schnelle und für DS-Verhältnisse sehr schöne Grafik. Trotzdem ist es - gemessen am heutigen Standard - einfach ärgerlich und unverzeihlich, dass der Spieler überhaupt keinen Einstieg in das Spiel geboten bekommt und sich erst einmal alles selbst erarbeiten und aus dem Handbuch zusammenlesen muss. Auch die mangelnde Speichermöglichkeit gehört bei einem Spiel wie Naruto mindestens zehn Jahre in die Vergangenheit verbannt: Niemand möchte sich, nur weil er beim Bossgegner gestorben ist, heute noch ein zweites Mal durch das gesamte Level kämpfen, um endlich einen Fortschritt zu erzielen. Besser wäre es hier gewesen, den gesamten Schwierigkeitsgrad des Spiels noch etwas anzuheben und dafür dem Spieler öfter zu gestatten, seinen Fortschritt abzusichern. Nicht nur aufgrund der eigenartigen Geschichte, mit der Nichtwissende nahezu überhaupt nichts anfangen können, bleibt Ninja Council 2 ein Spiel, das wirklich nur für Naruto-Fans interessant ist.


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